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Tagesordnungspunkt
TOP 9: Kinderheim Trakai
- Zuschuss zu den Planungskosten Dokument-Typ Dokument-Bezeichnung Aktionen Beschlussvorlage 50 KB
Bezeichnung Inhalt Sitzung: 23.05.2007   RAT/022/2007   Gremium: Rat der Stadt Rheine   Beschluss: einstimmig beschlossen Vorlage:  231/07 
II/A/2940   Frau Dr. Kordfelder berichtet, dass Herr Weber auch maßgeblich am geplanten Kinderheim in Trakai beteiligt gewesen sei. Sie verweist auf die Vorlage und bittet um Zustimmung zum Beschlussvorschlag. Beschluss:   Der Rat der Stadt Rheine beschließt, einen Zuschuss zu den Planungskosten für den Bau des Kinderheimes Trakai in Höhe von 15.000 € aus dem Budget 0201/Kto. 531800 bereitzustellen. Abstimmungsergebnis:           einstimmig   Frau Dr. Kordfelder verweist in diesem Zusammenhang auf die 1.828 km Spon-soren-Radreise, die die Herren Klaus Giesenkirchen und Engelbert Nagelschmidt in der Zeit vom 26. Juli bis 15. August 2007 über die Partnerstädte Borne, Bernburg und Trakai bis nach St. Petersburg zurücklegen wollten. Sie wolle dieses Engagement unterstützen und bittet die Anwesenden darum, sich als Sponsor für jeden geradelten Kilometer zu beteiligen. Die Einnahmen kämen u. a. dem Kinderheim in Trakai zugute.  



Die Fotos zeigen Bilder vom Empfang der beiden Benefiz-Radler auf dem Alten Markt. Peter und sein Co-Pilot (shit, schon wieder den Namen vergessen) haben ihre Anlage zur Verfügung gestellt. Dankeschön!
Michele (16) und Liza (12) als Playback-Sängerinnen sorgten gemeinsam mit Ben Schubert für das musikalische Rahmenprogramm. 

25. Juli 2007


Ein wunderschöner Empfang durch die Stadt Borne bildete eine Auftakt der Tour, wie man ihn sich nicht schöner vorstellen kann! Die Partnerschaftskommitees  aus Borne und Rheine haben sich eine sehr liebevolle Verabschiedung einfallen lassen. Das Sparschwein kreiste und lud neben der Spende der Stadt Borne in Höhe von 250 € noch einige weitere Euro auf. Wir haben damit einen kaum erwarteten Spendenstand erreicht! Herzlichen Dank allen Spendern aus Borne. Wir werden Euch in Trakai mit großem Dank vertreten.





Die anschließende Fahrt nach Rheine fand in Begleitung zahlreicher Borner Radfahrer bis zur "Dopingstation" an der Grenze statt. Hartelijk bedankt! Einen ausgesprochenen Glücksgriff hatten wir mit dem Wetter! Sonnenschein mit ein paar "Schonwolken", Kurze-Hose-Temperaturen und viel Rückenwind haben uns die 60 Kilometer bis Rheine ganz kurz erscheinen lassen. So erhoffen wir uns die weitere Tour.





Bericht 1

 

26. Juli 2006

Rheine – Herford            110 Km

 

Heute geht`s richtig los. Um 8.30 Uhr stehen wir am Rheiner Rathaus. Langsam treffen einige bekannte Gesichter ein. Fa. Schröder fährt mit einem Fahrzeug auf und es werden Sponsorenfotos gemacht. Ich übergebe eine Urkunde für eine Spende von 209,- .

Frau Dr. Kordfelder wünscht uns alles Gute für die lange Reise und übergibt uns einen Plüschaffen für das Kinderheime Trakai und ein Lunchpaket. Wir versprechen, den Affen als Symbol des Rheiner Tiergartens wohlbehütet zu übergeben.

Radio RST interviewt, die Presse fragt nach und „Markt-Sherrif“ Reinahrd Kottmann macht eine „Fahrzeugüberpfüfung“

Viele Leute kommen und wünschen eine gute Reise. Für eine Zeit nehme ich Enkel Max auf den Arm um noch irgendwas festzuhalten. Viele Fotos werden gemacht und jede Menge Fragen gestellt. Mit Beifall fahren wir los und etwa 20 Radfahrer begleiten uns ein Stück. Von der Soldatenbrücke haben wir noch einen Blick auf Rheine, dann geht’s Richtung Elte ab. Hinterm Fichtenvenn stellen wir fest, dass es nach St. Petersburg links weiter geht, nach Elte rechts. Wir bedanken uns für die Begleitung und freuen uns, dass alle in der Promillewertung liegen (2 %o der Strecke).

Ab dort wird die Fahrt ruhiger (endlich!?) und wir können uns erstmals auf die wesentliche Strecke konzentrieren. Wetter ist super, Wind von hinten, was will man mehr. Bis Tecklenburg läuft es gut, der Anstieg zeigt allerdings sofort das Formdefizit auf. Der Kaffee- und Wasserstop bei Marlies und Günter weckt wieder Energie – aber nur kurzzeitig. Die weiteren Stationen werden mühsam angeradelt. Unübersehbarer Trainingsrückstand tritt schonungslos zutage. Erwschwerend kommt hinzu, dass das Terrain zunehmend hügeliger wird. Unseren Treffpunkt um 16.30 Uhr in Enger erreichen wir nur, weil die Pausen eingestellt werden. Wir werden von 3 Herforder Radler empfangen und in die Zielstadt begleitet. Was uns erwartet macht uns sprachlos (Nicht nur wegen der trockenen Kehle). Ein Spendensammelevent hat den alten Marktplatz belegt. Erhard Krull, selbst St. Petersburgfahrer und Spendensammler, hat Musiker engagiert und ein großes Sparschwein in die Runde geschickt. Die Spendensumme, 196,- €, nehmen wir fast ungläubig entgegen. Erhard hat auch noch einen Grillabend organisiert und ein Zimmer freigemacht! Die Tour nimmt einen unerwarteten Auftakt. Herzlichen Dank, Erhard.

Tagesfazit: Eine Formkurve auf der Null-Linie ist keine.

 

 

27. Juli 2006

Herford  - Bodenwerder            82 Km

 

Nach einem Super Frühstück bei Erhard geht es an teils schönen Strecken entlang durchs Lipperland. Wie gestern haben wir wieder mit erheblichen Bergstrecken zu kämpfen, an die sich unsere Muskulatur überhaupt nicht gewöhnen will.

Der kleine Ort Baarsen hinter Lügde ist spontan das Ziel eine Begegnung mit einem Partner aus gemeinsamen Berufsjahren. Weil man von seinem Grundstück das 30 km entfernte Hermannsdenkmal sehen kann, heißt das nur eines: Höhenmeter ohne Ende in den Knochen! Dafür ist die Abfahrt nach Bodenwerder ein Genuß: 12 km ohne strampeln sind zwar Sponsorenschädlich, aber dafür müssen die vorherigen Kilometer unbedingt doppelt gezählt werden.!

Die Jugendherberge Bodenwerder liegt – wie auch anders – auf einem Berg.

Tagesfazit: Unsere Muskeln sagen: mehr Länge fahren, nicht nur Höhen!

 

 

28. Juli 2006

Bodenwerder - Wernigerrode            115/35 Km

 

Der Blick am frühen morgen in den Himmel könnte nicht erschütternder sein: Starkregen ohne Ende. Da sollen wir mit fahren? Der Herbergsvater meldet auch noch keine Besserung bis zu Abend. Das kann ja heiter oder vielmehr trübe werden! Wir schlagen uns gegen die Strömung in die Stadt hinunter und beschließen gegen alle Prinzipien, dass heute der Tag für öffentliche Verkehrsmittel ist.  Beim Verkehrsverein buchen wir eine Bahnfahrt bis in Harznähe und kämpfen uns zur Abfahrt durch. Völlig unerwartet tun sich dann Regenlücken auf! Zu früh die Nerven verloren.

Wir nehmen trotzdem den gebuchten Zug bis Kreiensen und steigen dort aufs Rad. Über unser ursprüngliches Tagesziel Bad Harzburg können wir dann hinaus bis Wernigerode fahren. Ein Segen für die folgende Tagesetappe bis Bernburg. Dort müssen wir ja wieder pünktlich eintreffen.

Tagesfazit: Geht nicht, gibt’s doch!

 

 

 

29. Juli 2006

Wernigerrode            - Bernburg             80 Km

 

Die Wetteraussichten waren seit gestern eine einzige Katastrophe: durchgehender intensiver Niederschlag der ganzen Tag über sind vorhergesagt. Das war keine Lüge! Schon bei der Abfahrt Regencape über und schon geht der Regen los. Kein kleiner Landregen, nein, es prasselt richtig auf unsere Helme. Aber wir wollen nicht die Versager von gestern sein und beschließen die Fahrt ohne Wenn und Aber. Richtung Blankenburg nehmen wir wie geplant zunächst den R1, aber stellen bald fest, dass der unter den heutigen Bedingungen nicht geeignet ist. Dem Gelände angepasst, also mit allen Steigungen und noch mit weicher Oberfläche ist das unter den Regenbedingungen völlig daneben. Wir wollen heute noch nach Bernburg! Hinter Blankenburg gibt es in der Karte einen Radweg der besten Kategorie. Doch der besteht aus übelstem Schotter und hat durchschwimmbare Schlaglöcher. Ab der wunderschönen Stadt Quedlinburg, deren Schönheit uns heute einfach nicht richtig erschließt, nehmen wir die B 6. Sonntag wird’s ja schon gehen. Weit gefehlt! Massenweise Autos werfen uns das Wasser an die Beine. Wir haben den Eindruck, dass uns alle bundesdeutschen Kfz-Kennzeichen ständig neu präsentiert werden. Der Regen ist so stark, dass die Tropfen auf dem Asphalt Blasen werfen. Viele Blasen. Ein Rüpel von Fahrer streift uns fasst und hupt dabei, dass wir fast vor Schreck das Rad verreißen. In Aschersleben werden wir von Hermann und Hartmut empfangen, die uns bis Bernburg begleiten. Toll, bei dem Wetter! Wir geben noch mal Alles und sind um 15.00 Uhr in Bernburg an der Saale-Fähre. Tropfnass kommen wir bei Kirsten und Hermann an und genießen die Dusche und trockene Kleidung wie im Himmel.

Um 18.00 Uhr ist im Schloss der Empfang der Stadt Bernburg. Alles ist gemütlich hergerichtet und nach einem ausgiebigen Essen mit vielen Gesprächen bekommen wir als Spende die Kilometer der Etappe von morgen überreicht. Viele Wünsche dabei an das Kinderheim in Trakai.

Wenn wir noch mehr solcher Begegnungen auf unserer Reise haben, wird es eine wunderschöne Tour. Das Wetter von heute ist abgehakt, morgen soll es besser werden. Das lässt uns optimistisch nach vorne sehen!

Tagesfazit: Geht nicht, gibt’s nicht!

Hallo zuhause,
die Zeit ist fuer Berichte wirklich knapp, aber wir bemuehen uns
weiter.
Hier der 2. Bericht mit anhaengender Nachricht aus Bernburg.
Auf weiterhin gutes Gelingen.
Engelbert und Klaus

Bericht 2

30. Juli 2006
Bernburg – Wittenberg 87 km

Diese Etappe fahren wir fuer den Partnerschaftsverein Bernburg. Vielen
Dank!
Nach einem guten Fruehstueck bei Kirsten und Hermann steht als erstes
die Pruefung der Wetterlage an: Sonne und Wind – das wird super.
Aus der Rheiner Partnerstadt heraus nach Osten stell sich gleich
heraus: der Wind von hinten tut richtig gut. Ueber Aken sind wir schnell in
Dessau angekommen. Im Bauhaus, der Pilgerstaette fuer Architekten, wird
eine ausgiebige Pause zur Starkung und Besichtigung eingelegt.
Ansonsten erschliesst sich uns die Stadt nicht besonders, da wenig
ausgeschildert ist. Aber wir finden einen wunderschoenen Radweg durch das
Elbe/Bioreservat nach Woerlitz. Durch das ausgedehnte Gartenreich fahren wir den
Elbe-Radweg weiter bis nach Wittenberg, standig unterstuetzt durch den
sehr starken Rueckenwind. Wir sind aber nicht schnell genug, denn im
Anblick des Zieles werden wir von einem Regenschauer eingeholt. Der ist
aber nur kurz und stoert nicht mehr.
Die Jugendherberge ist im Schloss – ganz unterm Dach Die U-foermige
Anlage wird im Norden durch die Schlosskirche gebildet, an der Luther
1517 seine 95 Thesen angeschlagen hat – der Beginn der Reformation.
Wir befinden uns also in einem historisch bedeutsamen Gebaeude. Eine
weitere Besonderheit: wir sind die letzten Gaeste, denn das Haus wird
morgen geschlossen. Ueber einen Schwenkarm am obersten Podest wird ein
Kasten mit Kette heruntergelassen und unser Gepaeck nach oben befoerdert.
Die Fahrraederduerfen wir selber eine Etage hochtragen und dort
deponieren.
Die Gemauer sind aber wirklich heruntergekommen und wir duerfen den
finalen Touch spueren. Die Stadt, wo schon Lucas Cranach Buergermeister
war, bemueht sich um ein schoenes Stadtbild, wirkt aber trotz
geschichtlicher Hoehpunkte immer noch provinziell. Ein neues und
aussergewoehnliches Highlight ist der Umbau eines Gynasiums durch Friedensreich
Hundertwasser. Dem Schreiber als bekennender Hundertwasser-Fan ein Rufzeichen
auf der Reise.

Tagesfazit: Mit dem Rueckenwind im Nacken laesst's der Radler knacken.

31. Juli 2006
Wittenberg – Berlin 104 km

Trotz widriger Startbedingungen – Gepaecktransport, Endstimmung beim
Personal etc. - sind wir ueberraschen schnell auf der Piste. Der Wind
ist immer noch heftig, aber leider nur von der Seite. Sehr flott geht
die Fahrt vorand. Ist das der ersehnte „Form-Durchbruch“?
Kaffee in Treuenbrietzen, kleine Rundfahrt durch Potsdam, es laeuft gut
heute.
Ueber die Glienicker Bruecke erreichen wir Berlin. Aber erst mal ist
der Schaeferberg zu bezwingen und im Grunewald ist die Stadt noch fern.
Aber standesgemaess steuern wir ueber den Ku-Damm und an der
Gedaechtniskirche vorbei zu JH.
Abend sind wir zu einem Essen eingeladen und geniessen im historischen
„Max und Moritz“ eine wohlverdiente Mahlzeit.

Tagesfazit: Bergwertungen in Berlin haben was Ueberfluessiges.

1. August 2006
Berlin Ruhetag 45 km

Einmal richtig ausschlafen – waere schoen gewesen, aber ein
Zimmerkollege macht den Schlafraeber: kommt spaet, geht frueh, jedesmal mit
Getoese.
Trotzdem wird der Tag in aller Ruhe genossen. Eine Stadtrundfahrt mit
dem Rad ist einfach genial. Man ist schnell an allen sehenswerten
Stationen, kann halten wo man moechte. Nicht zuletzt auch andere Wege
(er)fahren. Es macht richtig Spass und wir vergessen fast, dass wir auf einer
langen Radtour sind.

Tagesfazit: That's I like, Berlin by Bike.

2. August 2006
Berlin - Kostrzyn 127 km

Diese Etappe ist uns vom Stadtteilbeirat Schotthock gesponsort worden.
Danke Allen!
Mit einem Fotoshooting am Brandenburger Tor beginnt die Etappe. Endlos
zieht sich die Stadt hinaus. Ab Strausberg gibt es endlich Radwege in
Natur pur. Einen Europaradweg 1 in Luxusform wird uns praesentiert. Aber
leider nur teilweise. Getruebt wird der Eindruck durch ploetzliche
Umwegfuehrungen oder fehlender Beschilderung. Dann kommt es auf die eigene
Spuernase an. Ist doch nicht Sinn einer mit grossem EU-Foerdertopf
unterstuetzt Massnahme.
Endlich am Nachmittag erreichen wir die Oder und rollen 16 km vor dem
Deich entlang. Der langweiligste Flussradweg ueberhaupt – aber gut
ausgebaut.
Ab der Bruecke bei Kuestrin liegt Dueschland hinter uns und ein neues
Kapitel wird aufgeschlagen. Was wird es uns bringen, einmal ganz durch
Polen mit dem Rad zu fahren?
In Kostrzyn finden wir schnell ein Zimmer. Aber die Stadt ist voll mit
jungen Leuten mit Rucksaecken und Isomatten. Das
„Woodstock“-Festival lockt viele Tausend, teils punkig gekleidetet an. In Kolonnen ziehen
sie zum Festival-Gelaende, ueberall von Polizei begleitet.
Das Hotel ist in Ordnung und kostet 130 Zl.
Leider hat mein Pocket-PC alle Daten verloren. Ein Hilfe-Anruf nach
Hause, hoffentlich gibt’s eine Loesung. Alle Informationen fuer
unterwegs waren futsch.

Tagesfazit: Den R1 Kann man nur mit einer guten Spuernase empfehlen.

2. August 2006
Kostrzyn - Wielen 130 km

-----Original Message-----
Date: Wed, 01 Aug 2007 20:28:44+0200
Subject: Radelbert
From: "Hermann"<wiedehling@gmx.de>
To: "Engelbert Nagelschmidt"<hagen311@t-online.de>

Hallo ihr ZweiAnbei die Presseveröffentlichung aus Bernburg
vom1.8.07.GrussKirsten u.Hermann-Jo
--
Engelbert und Klaus
"on the road" vom 25. Juli - 31. August 2007.
Start: Borne/NL, Ziel: St. Petersburg/RUS
Näheres: www.radelbert.de
Mails zur Aufmunterung, Information oder einfach nur so sind herzlich
willkommen, können aber leider unterwegs nicht im Einzelfall
beantwortet werden.

Vielen Dank allen Sponsoren, mit derem Rückenwind wir unterwegs sind!






Hallo zusammen,
wieder in Eile, aber der naechste Bericht ist fertig.
Viele Gruesse nach Hause!
Engelbert und Klaus

Bericht 3

03. 08. 2007
Kostrzyn - Wielen 130 km

Schon morgens ziehenviele Tausen Woodstock-Fans zum Gelaende, das wir
etwas spaeter passieren. Ein gigantisches Event.
Die Strasse hat unerwarteter Weise einen ordentlichen Radweg und die
ersten 40 km fahren wir im Schnitt gut ueber 20 km/h.
Aber ab Chorzow/Landsberg muessen wir 25 km eine "rote" Strasse fahren.
Horror!~Autos und Lastwagen fahren rasend vorbei, die Verkehrsichte
ist enorm.
Gut, dass ich einen neuen Aussenspiegel habe. Damit kann man etwas
sicherer fahren.
Eine wahre Erholung sind dagegen die "gelben" Strassen. Auch ohne
Radweg, aber in gutem Zustand. Wir kommen so gut weg, dass wir das
Tagesziel locker ueberfahren.
Wir wollen gerne einen Tag zu Gunsten des Aufenthaltes in
Malbork/Marienburg herausfahren. Mal sehen, wenn's so weiter laeuft.
Landschaftlich durchfahren wir den Warthe-Bruch, einer weit verzweigten
Flusslandschaft. Die geht oestlich ueber in den Netze-Bruch. Diese
schoenen Landschaften sind
von Bergstraengen eingefass und jeder Seitenwechsel hat damit seine
Bergtuecken. Ansonsten ist es recht einsam und nur wenige Orte sind
belebt.
In einem kleiinen Ort muessen wir dringend den Durst loeschen. Im
oertlichen Lokal dirigieren wir den Wirt, zu eineme Alster, das dieser
sichtlich angewidert produziert. Das fass hier keinen Fuss!
Das Wetter meint es heute sehr gut, obwohl etwas zu kuehl. Aber trocken
und Rueckenwind, was wollen wir mehr.
Ein herber Tagesrueckschlag ist das Hotel in Wielen. Auf 30 km im
Umkreis das Einzige, da bleibt keine Wahl. So eine Schrottbude hatten wir
noch nie! Ist auch nicht die 53 Zl.
wert! Wie kann man alles so vergammeln lassen. Kein Fenster geht auf,
dafuer keine Toilettentuer zu.
Nach ienem sehr kalorienreichen Essen, dem zugehoerigen Wodka und
diversen Bieren ist das Erlebnis "Hotel" halbwegs ertraeglich.

Tagesfazit: Wir fuellen den Treibstoff erst nach der Fahrt ein.


04. 08. 2007
Wielen - Naklo 125 km

Unser Aufbruch ist eine Flucht. Nur schnell weg von diesem Ort des
Unterganges.
Das Fruehstueck aus dem Supermarkt nehmen wir auf einer Parkbank ein.
Es ist zwar herbstlich frisch, aber die Sonne setzt schon mal ein
Zeichen fuer den Tag.
Auf den heute folgenden "gelben" Strassen geht es zuegig voran. Erst
nach ca. 60 km in Cernkow ist uns nach Kaffee. Unser Glueck, fast immer
zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein, ist auch jetzt prompt
zur Stelle.
Das Stichwort Internet befoerdert sofort einen Laptop samt
SD-Kartenleser neben die Kaffeetasse. Damit kann ich meinen Pocket-PC mit den von
zuhause zugemailten Daten ruckzuck wieder betriebsbereit
machen. Was waere eine simple Radtour ohne Internet? Toll, dass es
sowas gibt.
Die Strecke ist heute landschaftlich besonders reizvoll. Neben
ausgedehnten Kiefernwaeldern passieren Ackerkulturland, mal eben, mal huegelig
und immer noch am Rande des Netze-Bruchs.
Erstaunlich ist allerdings der grosse anteil an Brachflaechen.
Die letzten 18 km bis Naklo wieder "rote" Piste, aber wir gewoehnen uns
daran.
Das Hotel birgt eine echte Ueberraschung: der 10-jaehrige Konrad wird
von seiner Mutter als Uebersetzer geholt. Auf Deutsch, denken wir. Weit
gefehlt: der Knirps spricht ein glasklares Englisch mit irischem Akzent
und managt
daneben die Zimmervergabe und den Fahrradverschluss. Der hat eine
Karriere vor sich, wenn er so weiter macht.

Tagesfazit: Hotels in einsamer Gegend sind einfach Glueckssache.


05. 08. 2007
Naklo - Gruzdiadz 111 km

Wieder kein Fruehstueck. Ein paa Kleinigkeiten aus einem
Nacht-Supermarkt und auf einer Parkbank reingeworfen. Keien gute
Leistungsvorbereitung.
Wir definieren unser Tagesziel - dem Plan sind wir weit voraus - und
versuchen es auf kuerzestem Weg zu erreichen. Auf der Karte sind dabei
Strassen der 3. und 4. Kategorie einzubeziehen.
Mutig steuern wir diese an und sind dabei positiv ueberrascht. Es sind
zwar einsame, landwirtschaftlich gepraegte Gegenden, aber teilweise
huebsche Alleen und immer guter Strassenbelag. Das haetten wir so vor der
Tour nicht geglaubt.
Es ist Sonntag und fast alle Leute sind auffaellig gut gekleidet.
Trotzdem wird auf dem Lande ueberall gearbeitet. Das schoene Wetter muss
fuer die Ernte genutzt werden.
An verschiedenen Stellen treffen wir unvermittelt auf - den
Europaradweg 1. Dessen Verlauf gibt uns aber Raetsel auf, denn irgendwie hat er
unsere Richtung, schweift aber staendig wieder ab.
dabei fahren wir die Ideallinie und Sehenswuerdigkeiten gibt es auf dem
Weg keine. Wir werden uns mit den Machern des R1 zu einem
Fachgespraech treffen muessen.
Nachmittags treffen wird auf die Weichsel und sehen dem breiten,
traegen Fluss zu. Der neue Radweg daran entlang ist wie der Oder-Radweg:
langweilig, denn surch den hohen Deich sieht man nichts.
Spannend wird aber die Ueberquerung des Flusses zwischen Schwetz und
Kulm. Eine Notbruecke ersetzt den gerade stattfindenen Neubau. Reiner
Bretterbelag, auch der angehaengte Radweg
hat durchgebogene Bretter ins Laengsrichtung mit Fugen in Reifenbreite.
Bedeutet: Kunstradfahren auf 1 km Laenge. Bei dem Getoese auf der
Bruecke bekommt das Wort "Brettern" eine Definition als Lautstaerke.

Tagefazit: Auch schmale Wege fuehren zum Ziel.


06. 08. 2007
Gruzdiadz - Malbork / Marienburg 97 km

Das Super/Fruehstueck ist im Preis von 99 Zl. eingeschlossen. Prima.
Wir versuchen nochmals auf dem R1 weiterzukommen, stellen aber wieder
Luecken fest und lssen es dann endgueltig. Trotzdem sehen wir noch
haefig R1-Schilder.
Von weitem sehen wir die Stadt Kwizdyun / Marienwerder mit ihrer
ueberragenden Burgkirche. Glucklicher Weise werden wir von einem
Kirchenhelfer eingelassen und bekommen eine
unerwartete Fuehrung. Er erklaert die Geschichte dieser Anlage des
Deutschn Ritterordens, welche noch vor der Marienburg im 13. Jhd. als
Stuetzpunkt errichte wurde. Wir koennen neueste Ausgrabungen besichtigen, wo
man gerade die Gebeine der ersten
Ordensmeister entdeckt hat.
Die Turmbesteigung lohnt die Kraftanstrengung, denn ein weiter Blick
ins Weichseltal belohnt uns. Andrej schliess noch viele Details der
Kathedrale an, aber es wird Zeit zum Aufburch.
Bis Malbork klappt der Weg sehr gut, bis auf die letzten 4 km. Diese
ueble Kopfsteinpflaster muss wohl noch aus der Zeit des Deutschen
Ritterordens stammen.
Der 1. Abend in Malbork ist enttaeuschend. Kein richtiges Zentrum und
ausser einer Hanvoll historischer Gebaede ist auch die Innenstadt
mit sozialistischer Architektur bis 12 Geschosse zugebaut. Einzig
sehenswert bleibt die Burg.

Tagesfazit: Nach Rueckenwind ist "kein Wind" das Beste


07.08. 2007
Malbork - Ruhetag
Wir sind heilfroh, diesen Tag durch gru0sse Anstrengungen der letzten
Tage erkaempft zu haben. Die Burgbesichtigung waere unmoeglich gewesen.
3 Stunden machen wir eine Fuehrung durch alle Teile der gewaltigen
Anlage. Gleichzeitig ein Exkurs durch die Geschichte un des Deutschen
Ritterordens. Das gesamte Ensemble beieindruckt
durch die Wuchtigkeit mit vielen auflockernden Detail.
Um 15 Uhr steht der Termin beim Buergermeiste auf dem Programm. Er sit
in Details unserer Reise sochn informiert.
Das Haupgespraechsthema (in Englisch) ist die Staedtpartnerschaft mit
Polen Allgemein und Malbork mit seinen Partnern Nordhorn und Trakai im
Besonderen.
Mit einem Geschenk werden wir verabschiedet.
Ein hervorragendes Essen auf der gegenueberliegenden Nogatseite mit
Burgblick rundet den schoenen Tag ab.

Tagesfazit: Eine Burg uebrstrahlt alles.
--
Engelbert und Klaus
"on the road" vom 25. Juli - 31. August 2007.
Start: Borne/NL, Ziel: St. Petersburg/RUS
Näheres: www.radelbert.de
Mails zur Aufmunterung, Information oder einfach nur so sind herzlich
willkommen, können aber leider unterwegs nicht im Einzelfall beantwortet
werden.

Vielen Dank allen Sponsoren, mit derem Rückenwind wir unterwegs sind!


Hallo zusammen,
endlich in Trakai. Die groesste Wegstrecke ist damit geschafft und ein
grosser Scheck in Hoehe von

           3.000 EUR (in Worten: dreitausend)

wurden heute dem Buergermeister zugunsten des Kinderheimes ueberreicht.
Wir sollen allen kleinen und grossen Spendern den herzlichsten Dank
der Stadt Trakai ausrichten.

Bis heute ist dank Internet-Sponsoring im Kinderheim das Tagebuch im
Internet veroeffentlicht.

Wir geniessen jetzt das Restprogramm in Trakai und sind ab Donnerstag
wieder "on the road"

Viele Gruesse
Engelbert und Klaus


08.08. 2007
Malbork – Olsztyun / Allenstein130 km

Unser heutiger Tag ist der Praezedenfall fuer unser Versprechen, fuer
das Kinderheim in Trakai „strampeln und zu schwitzen“. Der heisseste
Tag der Tour bisher und etwa der laengste. Damit nicht genug: durch
die eiszeitliche Moraenenlandschaft geht es nur rauf und runter. Am Ende
stehen ca. 2500 Hoehenmeter per Saldo an. (das ital./Oesterr.
Timmelsjoch bietet nur 1700 m an).
Ein kleiner Ort treibt es auf die Spitze: starke Steigung,
Kopftsteinpflaster und Gegenwind. Wir sind froh, dass uns nicht die Muecken auf der
Nase Schuhplattler tanzen, denn es gibt unverschaemt viele davon in
der Gegend.
Ein starker Trost sind die vielen Alleen, die wir im Schatten fahren
koennen. Eine Austrocknung bleibt uns damit erspart.
Mit etlichen Boxenstopps erreichen wir Olsztyun / Allenstein und
duerfen uns ueber den Empfang mit einem Folklorefestival freuen. Eine schoene
alte Stadt feiert ihr Stadtfest.

Tagesfazit: Unser Reisemotto „strampeln fuer Kinder“ nimmt konkrete
Zuege an.


09. 08. 2007
Olsztyun / Allenstein - Mikolajki98 km

Die heutige Etappe ist von der gestrigen geklont. Wieder viele
Hoehenmeter und schoene Alleen. Zunehmend tauchen rechts und links kleine und
groessere Seeen auf. Wir sind mitten in der masurischen Seenplatte.
Warm ist es auch wieder. Bis am Mittag ploetzlich ein Gewitter mit
Sturm losbricht. Eilig steuern wir das naechste Haus an, in der Hoffnung
irgeneinen Unterstand zu finden. Alles ist verrammel und rundum herrscht
Chaos. Ein schmaler Dachueberstand ohne Rinne bietet wenig Schutz, aber
das Gewitter tobt so heftig, dass wir uns nicht heraustrauen. Durch
eineschmutzig/truebe Scheibe bemerken wir, dass im Innern jemand
herumlaeuft. Wir sind nicht Allein! Ein Grauen ueberkommt uns in dieser
unwirklichen Situation und auf Kommando fluechten wir durch das hohe Gras auf
die Strasse. Nach ein paar hundert Metern steht dort gottlob ein
Buswartehaeuschen, in das wir fast ungebremst hineinfahren. Fuer eine Stunde
bietet es komfortablen Schutz mit Sitzgelegenheit. Es klart wieder auf
und wir koennen wieder berauf und –ab fahren. Den Zeitverlust koennen
wir durch mutige Enscheidungen fuer Abkuerzungen auf Nebenstrecken
fast wettmachen und treffen rechtzeitig in dem ueberlaufenen Ferienort
Mikolajki ein. Ein Zimmer ist nicht einfach zu finden und fuer
Landesverhaeltnisse sehr teuer.
Abend bricht noch mal ein Gewitter los, aber wir sind mit „Pivo“ in
Sicherheit.

Tagefazit: Masuren besteht zu 100 % aus Huegeln, Alleen und Seen.


10. 08. 2007
Mikolajki – Ruhetag

Heute wollen wir wirklich ausspannen. Deshalb nehmen wir ein Schiff
und fahren einige Stunden ueber den Spirdingsee und seinen Nebenseen. Bei
herrlichem Wetter relaxen wir ordentlich und vergessen fast die
wohlverschlossenen Fahrraeder. Aber auch heute abend schuettet es bei Blitz und Donner.

Tagesfazit: Relaxe radlos


11. 08. 2007
Mikolajki – Suwalki125 km

Jetzt noch 3 Tage strampeln, dann ist schon das erste Hauptziel
erreicht. Es sieht nach harten Tagen aus, denn auch heute geht die Berg- und
Talfahrt unvermindert weiter.
Wieder durch schoene Landschaften und vorbei an Seen, die zu einem Bade
laden. Leider koennen wir uns die Zeit nicht nehmen – oder ist unser
Programm zu voll?
Es ist ganz schoen heiss, aber oft spenden Alleen Schatten. Seit in
Malbork die Hitze ausgebrochen ist, schaetzen wir den Alleen-Anteil auf
dreiviertel der Strecke. Ein unschaetzbarer Vorteil, wie wir erst spater
feststellen muessen. Die Strassen sollten unbedingt geschuetzt und
erneuert werden.
Heute ist Hochzeitstag in Polen. Vor jeder Kirche stehen
Menschentrauben in Festkleidung um ein Brautpaar herum. Erinnert mich daran, dass ich
das zuhause in diesem Moment auch haben koennte. – Pech!
6 km vor dem Ziel bemerken wir fachmaennisch, dass sich der
Schnittpunkt einer Gewitterwolke mit der Strasse in 500 m Entfernung mit einem
Buswartehaeuschen dekcen wird. Wir hasten dorthin und fahren parallel 0,3
sec. Vor Weltuntergang ein. Uff!!. Nur 10 min spaeter zieht die
Katastrophe nordwaerts ab und wir radeln, als waere nichts gewesen, Suwalki
zu.
Wo wir ankommen, ist gleich was los. Suwalki gruesst mit seinem
jaehrlichen Stadtfest. Musik, Buden, Bier, da sind wir mitten dabei. Am Abend
ziehen rabenschwarze Wolken auf, aus denen Blitze zucken. Nach und nach
draengt sich Alles unter die wenigen grossen Schirme, und was
passiert? Nichts! Das Gewitter teilt sich beidseitig um die Stadt herum. Ein
Scherzbold macht ein Blitzlichtfoto, tausendfaches erschrecktes OH!, dann
ist’s vorbei. Blitz und Donner erzeugt spaeter noch ein
Riesenfeuerwerk. Was man fuer uns alles anstellt!

Tagefazit: Die Berechnung eines Gewitters ist reine Glueckssache.


12. 08. 2007
Suwalki - Alytus125 km

Nach Aufbruch zeigt sich frueh, dass es ein schwerer Tag mit Gegenwind
wird. Das gleichmaessig runde Treten, Voraussetzung fuer das
Durchhalten langer Strecken, wird empfindlich gestoert.
Tatsaechlich: nach 30 km stuerzen wir erschoepft auf einen
Getraenkeladen zu und saugen als erstes eine grosse Cola leer. Die letzten
„Zlotchen“ werden auch verbraten, denn kurze Zeit spaeter sind wir in
Litauen.
Dort quaelen wir uns noch mehr bei 10 – 12 km/h und aergern uns ueber
die Raser, die mit ueber 150 an uns vorbeischiessen. Den
Tagesschnellsten tippen wir auf 200 km/h.
Nach einer Mittagspause tritt die ueberraschende Wende ein. Power in
den Waden laesst uns bis Alytus fast fliegen. Es geht doch!

Tagesfazit: Der Tag hat zwei Gesichter: Eines vor dem Kotelett uns eins
danach.


13. 08. 2007
Alytus- Trakai 77 km

Diese Etappe fahren wir fuer meine Schwester Hildegard und meinem
Freund Bernd Plewa, die fuer die finale Spendenunterstuetzung gesorgt haben.
Danke !
Sehr schnell finden wir aus der Stadt Alytus, die am Fluss Nemunas /
Memel liegt, heraus. Die Flusslage hat natuerlich mal wieder den
Nachteil. In einem tiefen Loch zu liegen. Auf der anderen Seite geht es fast 8
km bestaendig bergan und wir meinen, langsam den hoechsten Berg
Litauens erklommen zu haben.
Vor dieser Streckenfuehrung hatte man uns eigentlich abgeraten, weil
viele Sand- und Schotterpisten darin sein sollten. Wir treffen aber auf
eine fast neue Strasse mit wenig Verkehr – so ein Glueck. (ehemalige
Insider koennen uns jetzt um Rat fragen... ;-) )
Dennoch macht uns die Hitze sehr zu schaffen und so schleppen wir uns
schwer bis Trakai durch. Bei der Ankunft sind wir erstmal richtig froh,
das grosse Zwischenziel unserer Spendentour erreicht zu haben.
Ueberall werden wir willkommen geheissen und die Lobhudeleien nehmen
kein Ende. Man laesst uns keine Gelegenheit, das Ganze ein bischen
flacher zu halten. Erst ein sehr netter Empfang in der Tourist-Information,
dann im Kinderheim, wo wir jeder ein Zimmer beziehen.
Da es nur ein paar Meter vom Heim zum See sind, nutzen wir endlich die
Gelegenheit zu einem Bade. Wie herrlich! Schoener konnte die Etappe
nicht enden.
Am Abend kommen wir mit einer Anzahl Vertretern des
Partnerschaftskommitees sowie des Kinderheimes zusammen. Wir muessen viele Einzelheiten
unserer Reise berichten, aber die erwarteten grossen Abenteuer koennen
wir nur in den vielen kleinen Erlebnissen wiedergeben. Erst deren Summe
mach das grosse Erleben dieser Reise aus und wir sind froh, vieles davon
schriftlich festgehalten zu haben.

Tagesfazit: Das Erreichen eines grossen Zieles kann einen ganz klein
machen.

13. 08. 2007

Trakai              - offizielles Programm

Der Tag faengt frueh an, denn das Programm ist fuer den Tag „dicht“.

Erst fahren wir aus der Stadt hinaus zu dem Gelaende, wo das neue Kinderheim mal entstehen soll. Hoffen wir, dass dieser Wunsch bald in Erfuellung geht, denn wir haben durch unser strampeln ja einen ganz kleinen Beitrag mitgebracht.

Um 9 Uhr stehen wir im Rathaus und einige von gestern abend treffen auch ein. Im Sitzungssaal erwartet uns der Buergermeister und eine offizielle Begruessung durch die Stadt Trakai. Er betont, dass unsere Idee des Spendensammelns ueber die geradelten Kilometer so aussergewoehnlich gut sei, dass man kuenftig auch solche Sammlungsart durchfuehren moechte.
Um 10 Uhr machen wir einen Stadtrundgang mit der Touristikleiterin Laima Balcitiene. Sie erklaert Geschichte und Sehenswuerdigkeiten, wobei die Inselburg eine herausragende Stellung einnimmt. Wir erreichen sie ueber Stege und sind bald im inneren Burghof. Leider ist die Hauptburg von Menschenmassen derart ueberfuellt, dass wir nur wenig besichtigen koennen. Wir heben uns das fuer eine spaetere Reise auf. Bestimmt!

Die Autofahrt zur Hauptstadt Vilnius dauert nicht lange. Laima zeigt uns die sehenswerten Teile und die Burg. Nach einer Klettertour auf den Turm (unsere Muskeln sind nicht treppenfest) haben wir eine wunderschoene Aussicht und Uebersicht der gesamten Stadt.

Es ist heiss und laermend, deswegen sind wir froh, in einem Kellerrestaurant bei Ruhe und Kuehle typisch litauische Spezialitaeten geniessen zu koennen. Vielen Dank, Laima, fuer die wundervolle Betreuung.

Am Abend bummeln wir durch das beschaulich ruhige Trakai. Die Touri-Massen sind wieder verschwunden und Leere ueberall.

Ein ploetzlich aufziehender Regen treibt uns in ein Lokal und hoert auch nach dem dritten Bier nicht auf. Nun denn, werden wir halt nass. Der Regen ist ja warm.

Tagesfazit: Offizielle Programmpunkte mit Gehfallen.
 

15. 08. 2007

Trakai                                      20 km

Es ist Maria Himmelfahrt und Feiertag in Litauen. Grund genug, richtig zu entspannen, Mails schreiben, das Fahrrad zu inspizieren und oelen sowie einen Rundgang am See entlang. Heute gehts entspannt zu.

Um 12 Uhr ist eine Messe in der  schoenen alten Kirche. 10 Minuten vorher sind auch schon die Stehplaetze belegt und wir draengen uns hinten dazwischen. 70 Minuten dauert die Messe und das einzig verstandene Wort ist Amen.

Die litauische Sprache wird wohl bei uns nie Eingang finden ...

Nach dem Mittagessen im Kinderheim holen uns Zigmundas und Vytauskas zu einer Radtour ab. Im Schlepptau haben sie einen Zeitungsreporter, welcher noch ein langes Interview macht.

Mit den beiden aelteren verschmitzten Herren entdecken wir die schoenen Natur um Trakai und sehenswerte Standorte. Sogar ein paar Lieder werden unterwegs gesungen, wir „Am Brunnen vor dem Tore“.

Beide kenn sich in deutscher Kultur bestens aus und Zigmundas kann Heine und Schiller zitieren. Vytauskas kennt die deutsche Geschichte fast besser als wir. Einen rundherum schoenen Nachmittag beschliessen wir mit einem kuehlen Alus.

Am letzten Abend in Trakai laden wir Heimleiter Virmantas in ein Lokal am See ein. Wir erfahren viele aus seinem Leben, der schweren Zeit russischer Okupation und die Probleme des Kinderheimes.

Von dem Zustand des Heimes konnten wir uns ja selber ueberzeugen. Kleine Bereiche, auch wo wir wohnen durften, sind nett hergerichtet. Aber der Gesamteindruck des Gebaeudes ist mehr als trist. Unwuerdige Verhaeltnisse fuer Kinder und technisch und optisch ruinoes. Wir freuen uns, mit der Sponsorentour einen kleinen Beitrag zu Verbesserung geleistet zu haben. Sehen aber deutlisch, dass noch viel, viel mehr notwendig ist.
 
Tagesfazit: Trinken wird durch Essen erst schoen.

 
16. 08. 2007

Trakai  - Klaipeda per Bahn                            
 
Schon halb fuenf ist heute Tag. Aufraeumen und Verpackenm einen Kaffe und ein paar Happen, dann ist auch schon Virmantas da und bringt uns mit dem Bulli zum Bahnhof nach Vilnius.

Als wir den Zug sehen, schwant uns nichts Gutes. Die Wagenebene ist 1,20 m ueber dem Bahnsteig, senkrechte Trittstufen und eine enge Tuer. Eine voellig ueberforderte Schaffnerin faehrt uns hektisch an, alles Gepaeck vom Rad zu nehmen. Ja, wie sollen wir auch sonst so hoch und durch die enge Tuer kommen!? Innen wird es dann komplett chaotisch. 3 Wendelungen durch noch enger Tueren in ein ehemaliges Sitzabteil, dem die Baenke entnommen und 4 Fahrradstaender „eingebaut“ wurde. Zu dritt mit endlosem Rangieren lassen sich die Raeder hineinbugsieren, vom schonendem Transport keine Rede. Besonders fatal: Es muessen sechs Raeder hinein! Zwei werden flach ueber die noch vorhandenen Gepaeckablagen geschoben. Hoffentlich halten sie sich da und krachen bei der Schaukelei nicht auf unsere guten Lastesel.

Das Abteil fuellt sich mit 9 Reisenden – einer mehr als Plaetze. Es ist ganz schoen stickig und der Zug rattert und rumpelt. Aber fuenf Stunden und 320 km weiter sind wir endlich da.

In aller Ruhe werden Raeder und Gepaeck rueckwaerts bugsiert und wir stehen auf dem Bahnsteig.

Klaipeda – Juodkrante            29 km

Ruhe behalten wir auch bei der anschliessenden Fahrt durch Klaipedas Altstadt, oder was davon noch steht. Mit der Faehre gehts auf die Kurische Nehrung – die wollen wir auf jeden Fall abfahren. In entgegengesetzter Tourrichtung fahren wir bis Juodkrante/Schwarzort auf wunderschoenen Radwegen und Duenen entlang der Ostseekueste. Am Zielort bekommen wir zwar ein Zimmer, aber es ist schaebig und teuer. Touristenorte treiben anscheinend den Preis hoch und hier das Niveau herunter. Das Haus waere bei uns sofort aus jedem Jugenherbergsverzeichnis gestrichen worden. Aber ein gutes Essen und ein paar Bier machen es ertraeglicher.


Tagesfazit: Das Beste war heute die Kurische Nahrung.











16. 08. 2007
Juodkrante  - Liepaeja          126 km




 

Hallo zuhause,als Anhang mal wieder ein kleiner Bericht aus dem Tour-Tagebuch.Beim losen Nachlesen vorheriger Berichte sind doch etliche Fehler aufgefallen. Wir bitten um Nachsehen, denn einmal dreangt die Zeit immer wieder und zum Anderen hat jedes Land seine eigenen Tastaturen, mit denen sich rumzuschlagen manche Tipp-Ueberraschung hervorbringt.Nicht unterkriegen lassen!Bis denn malEngelbert und Klaus14. 08. 2007Trakai- offizielles ProgrammDer Tag faengt frueh an, denn das Programm ist fuer den Tag „dicht“.Erst fahren wir aus der Stadt hinaus zu dem Gelaende, wo das neue Kinderheim mal entstehen soll. Hoffen wir, dass dieser Wunsch bald in Erfuellung geht, denn wir haben durch unser strampeln ja einen ganz kleinen Beitrag mitgebracht.Um 9 Uhr stehen wir im Rathaus und einige von gestern abend treffen auch ein. Im Sitzungssaal erwartet uns der Buergermeister und eine offizielle Begruessung durch die Stadt Trakai. Er betont, dass unsere Idee des Spendensammelns ueber die geradelten Kilometer so aussergewoehnlich gut sei, dass man kuenftig auch solche Sammlungsart durchfuehren moechte.Um 10 Uhr machen wir einen Stadtrundgang mit der Touristikleiterin Laima Balcitiene. Sie erklart Geschichte und Sehenswuerdigkeiten, wobei die Inselburg eine herausragende Stellung einnimmt. Wir erreichen sie ueber Stge und sind bald im inneren Burghof. Leider ist die Hauptburg von Menschenmassen derart ueberfuellt, dass wir nur wenig besichtigen koennen. Wir heben uns das fuer eine spaetere Reise auf. Bestimmt!Die Autofahrt zur Hauptstadt Vilnius dauert nicht lange. Laima zeigt uns die sehenswerten Teile und die Burg. Nach einer Klettertour auf den Turm (unsere Muskeln sind nicht treppenfest) haben wir eine wunderschoene Aussicht und Uebersicht der gesamten Stadt.E sit heiss und laermend, deswegen sind wir froh, in einem Kellerrestaurant bei Ruhe und Kuehle typisch litauische Spezialitaeten geniessen zu koennen. Vielen Dank, Laima, fuer die wundervolle Betreuung.Am Abend bummeln wir durch das beschaulich ruhige Trakai. Die Touri-Massen sind wieder verschwunden und Leere ueberall.Ein ploetzlich aufziehender Regen treibt uns in ein Lokal und hoert auch nach dem dritten Bier nicht auf. Nun denn, werden wir halt nass. Der Regen ist ja warm.Tagesfazit: Offizielle Programmpunkte mit Gehfallen.15. 08. 2007Trakai20 kmEs ist Maria Himmelfahrt und Feiertag in Litauen. Grund genug, richtig zu entspannen, Mails schreiben, das Fahrrad zu inspizieren und oelen sowie einen Rundgang am See entlang. Heute gehts entspannt zu.Um 12 Uhr ist eine Messe in der schoenen alten Kirche. 10 Minuten vorher sind auch schon die Stehplaetze belegt und wir draengen uns hinten dazwischen. 70 Minuten dauert die Messe und das einzig verstandene Wort ist Amen.Die litauische Sprache wird wohl bei uns nie Eingang finden ...Nach dem Mittagessen im Kinderheim holen uns Zigmundas und Vytauskas zu einer Radtour ab. Im Schlepptau haben sie einen Zeitungsreporter, welcher noch ein langes Interview macht.Mit den beiden aelteren verschmitzten Herren entdecken wir die schoenen Natur um Trakai und sehenswerte Standorte. Sogar ein paar Lieder werden unterwegs gesungen, wir „Am Brunnen vor dem Tore“.Beide kenn sich in deutscher Kultur bestens aus und Zigmundas kann Heine und Schiller zitieren. Vytauskas kennt die deutsche Geschichte fast besser als wir. Einen rundherum schoenen Nachmittag beschliessen wir mit einem kuehlen Alus.Am letzten Abend in Trakai laden wir Heimleiter Virmantas in ein Lokal am See ein. Wir erfahren viele aus seinem Leben, der schweren Zeit russischer Okupation und die Probleme des Kinderheimes.Von dem Zustand des Heimes konnten wir uns ja selber ueberzeugen. Kleine Bereiche, auch wo wir wohnen durften, sind nett hergerichtet. Aber der Gesamteindruck des Gebaeudes ist mehr als trist. Unwuerdige Verhaeltnisse fuer Kinder und technisch und optisch ruinoes. Wir freuen uns, mit der Sponsorentour einen kleinen Beitrag zu Verbesserung geleistet zu haben. Sehen aber deutlisch, dass noch viel, viel mehr notwendig ist.Tagesfazit: Trinken wird durch Essen erst schoen.16. 08. 2007Trakai- Klaipeda per BahnSchon halb fuenf ist heute Tag. Aufraeumen und Verpackenm einen Kaffe und ein paar Happen, dann ist auch schon Virmantas da und bringt uns mit dem Bulli zum Bahnhof nach Vilnius.Als wir den Zug sehen, schwant uns nichts Gutes. Die Wagenebene ist 1,20 m ueber dem Bahnsteig, senkrechte Trittstufen und eine enge Tuer. Eine voellig ueberforderte Schaffnerin faehrt uns hektisch an, alles Gepaeck vom Rad zu nehmen. Ja, wie sollen wir auch sonst so hoch und durch die enge Tuer kommen!? Innen wird es dann komplett chaotisch. 3 Wendelungen durch noch enger Tueren in ein ehemaliges Sitzabteil, dem die Baenke entnommen und 4 Fahrradstaender „eingebaut“ wurde. Zu dritt mit endlosem Rangieren lassen sich die Raeder hineinbugsieren, vom schonendem Transport keine Rede. Besonders fatal: Es muessen sechs Raeder hinein! Zwei werden flach ueber die noch vorhandenen Gepaeckablagen geschoben. Hoffentlich halten sie sich da und krachen bei der Schaukelei nicht auf unsere guten Lastesel.Das Abteil fuellt sich mit 9 Reisenden – einer mehr als Plaetze. Es ist ganz schoen stickig und der Zug rattert und rumpelt. Aber fuenf Stunden und 320 km weiter sind wir endlich da. In aller Ruhe werden Raeder und Gepaeck rueckwaerts bugsiert und wir stehen auf dem Bahnsteig.Klaipeda – Juodkrante29 kmRuhe behalten wir auch bei der anschliessenden Fahrt durch Klaipedas Altstadt, oder was davon noch steht. Mit der Faehre gehts auf die Kurische Nehrung – die wollen wir auf jeden Fall abfahren. In entgegengesetzter Tourrichtung fahren wir bis Juodkrante/Schwarzort auf wunderschoenen Radwegen und Duenen entlang der Ostseekueste. Am Zielort bekommen wir zwar ein Zimmer, aber es ist schaebig und teuer. Touristenorte treiben anscheinend den Preis hoch und hier das Niveau herunter. Das Haus waere bei uns sofort aus jedem Jugenherbergsverzeichnis gestrichen worden. Aber ein gutes Essen und ein paar Bier machen es ertraeglicher.Tagesfazit: Das Beste war heute die Kurische Nahrung.16. 08. 2007Juodkrante - Liepaeja 126 km Es regenete mal wieder nachts sehr heftig.Wir verlassen das schaebige, im Stil des ganz fruehen DC-fix errichtete Gebaeude. Noch 22 km auf der Kurischen Nehrung, auf litauisch Neringa, fuer uns in Erinnerung „Neppinga“.Die Schaltung funktioniert nicht mehr richtig, darum in Klaipeda schnell zu einem Fahrradladen. Sehr richtig, denn der Schaltzug stand kurz vor dem Kollaps. Reparatur 4 EUR.Der Weg aus Klaipeda nach Norden markiert der bisher schoenste Radweg der Tour. Auf eigenen, super ausgebauten Strassen durch Waelder und immer wieder einen Blick auf die heute ziemlich aufgewuehlte Ostsee. Es herrscht Sued-West-Wind mit einem erfreulichen Schiebeanteil. Litauens mondaenstes Seebad Palanga kann mit jedem Ostseebad mithalten. Praechtig herausgeputzt laedt es viele Auslaender ein. Ganze Besuchermassen stroemen heute bei schoenem Wetter an die KuesteVoellig anders praesentiert sich spaeter der Kuestenort Sventoji mit billigem Rummel an endlos langer Strasse. Dazwischen immer wieder primitive Mobilwohnanlagen an schlechten Wegen.Bis zur lettischen Grenze rollen wir auf ordentlichen Strassen weiter. Die werden wir in guter Erinnerung halten, denn ab da wird es schlagartig schlechter. Wir muessen sogar die ganze Route neu festlegen, denn ein freundlicher Grenzer klaert uns beim Blick auf den Streckenverlauf auf. Grosse Teile sind Schotterpisten und das ist jetzt das Letzte, was wir fahren wollen. Also Hauptstrasse A 11. Den Beweis fuer die Richtigkeit sehen wir beim Blick auf die vorgesehene abzweigende „Strasse“ der 2. Kategorie: Schotter! Der Umweg wird heftig, aber wir wollen uns die vollbepackten Raeder nicht kaputt machen. Mit einem 22er Schnitt jagen wir nach Liepaeja, es ist schon spaet. Und endlich ein Hotel, das den Namen verdient, beim gleichen Preis wie gestern.Tagesfazit: Lieber Schotter im Portemonnaie als auf der Strasse.-- Engelbert und Klaus "on the road" vom 25. Juli - 31. August 2007.Start: Borne/NL, Ziel: St. Petersburg/RUSNäheres: www.radelbert.deMails zur Aufmunterung, Information oder einfach nur so sind herzlich willkommen, können aber leider unterwegs nicht im Einzelfall beantwortet werden.Vielen Dank allen Sponsoren, mit derem Rückenwind wir unterwegs sind!



18. 08. 2007
Liepaeja - Biksti 140 km

Ein schickes Fruestueck in einem schicken Haus bildet die ideale
Grundlage fuer die heute ostwaerts gerichtete Strecke. Hauptverkehrsachse
durch Lettland – Verkehr wie er schlimmer nicht sein kann. Die Strasse
ist vorwiegend in gutem Zustand und es rollt sehr gut, die
vorbeizischenden Autos mal ausgenommen. Aber nach einer gewissen Zeit ist es nur
noch laut. Die passen naemlich auch auf! Also wird es langsam Routine.
Nach 63 km schon die erste Pause – Mittagessen. Den Schnitt von 22
km/h halten wir auch danach.
Was sollen wir am Nachmittag nach 100 km in Saldus? Eine Kaffeepause
und dann weiter, Es ist ja ueberwiegend flach. In einem Kaff von wenigen
Einwohnern gibt es ein gut besuchtes Lokal (ach ja, Samstag) und dort
uebernachten wir in niedlichen Einzelzimmern. Zunaechst haben sie sich
ausgebucht gegeben, aber die Einlage mit dem sterbenden Schwan machte
ganz ploetzlich die Zimmer frei.
Soweit zu sehen herrscht hier tote Hose, aber egal, an dem Tag ist
alles bestens verlaufen..

Tagesfazit: Manchmal muessens Meilen sein.

19. 08. 2007
Biksti – Riga93 km

Nach dem selbstbedienten Fruehstueck – Sonntags sonst erst ab 11 Uhr
– gehts wieder auf die A 9. Mit unvermindertem Durchschnitt legen wir
die Strecke bis Riga zuegig zurueck. Eine ordentliche Pause unterwegs
entfaellt, da das einzige Restaurant in Schutt und Asche liegt. So
muessen die Stullen aus dem Fruehstuecks/Restbestand herhalten.
Kurz vor Riga, die Stadt hat immerhin die Groesse von Koeln, erwischt
uns doch noch die Schotterpiste, weil wir Angsthasen die Autobahn
vermeiden wollten. Die 5 km sollen uns eine Lehre sein!
Das Hostel liegt guenstig mitten in der Altstadt. Da brauchen wir die
Raeder nicht mehr un verfrachten sie sicherheitshalber bis zum Zimmer
nach oben.
Nach einer Pils-Staerkung landen wir am Dom der lettischen Hauptstadt.
Gerade rechtzeitig zum monatlichen Konzert auf einer der groessten
Orgeln der Welt. Welch ein Klangerlebnis! Ueber eine Stunde wird den
Zuhoerern das ganze Repertoir des gewaltigen Instrumentes vorgefuehrt. Die
Organistin zieht buchstaeblich alle Register.
Ein abendlicher Rundgang beschliesst die schoenen ersten Eindruecke der
Stadt. Als immer praesente Kulisse hoeren ein gigantisches
Rock-Konzert am Ufer der Dauvgas des Senders MTV mit dem B-Day.

Tagesfazit: Schotterpisten sind jeden Umweg wert.

20. 08. 2007
Riga0 km

Die Nacht war durch vieles Teurenschlagen oft unterbrochen. 8 Personen
im Zimmer sind bei der Zusammensetzung von ruecksichtslosen Individuen
einfach zuviel.
Dafuer tut laenger schlafen mal gut, denn die folgende
Stadtbesichtigung strengt an.
Riga hat eine sehr schoene Alststadt mit vielen Kirchen. Kleine Gassen
durchziehen das Viertel mit Plaetzen, Geschaeften und Lokalen. Der Kern
hat eine groesse Anzahl prachtvoller Gebaeude verschiedener
Stilrichtungen, besonders im Jugendstil. Das Besondere: fast alle sind sehr
schoen hergerichtet.
Es ist ueberall hoerbar, dass der Anteil der russischen Bevoelkerung
bei 43 % liegt. Es herrscht ueberall geschaeftiges Treiben. Eine Stunde
Bootsfahrt auf der Dauvgas ist nicht so spannend, aber man bekommt eine
andere Uebersicht ueber die Stadt.
Tagesfazit: Riga macht sich!

21. 08. 2007
Riga - Kabli135 km
Wir haben kurzfristig Strecken und entfernungen neu bewertet und sind
zu dem Ergebnis gekommen, dass ein Umweg ueber die estnische Hauptsadt
Tallinn moeglich ist. Also, auf nach Norden.
Wir verlassen Riga auf der Hauptstrasse und biegen am Autobahnkreuz (!)
Ost nach Tallinn ab auf die A 1 „Via Baltica“. Ein
Autobahnkleeblatt wollten wir immer schon mal durchradeln.
Die Strasse ist ganz neu und gut befahrbar. Nur die Infrastruktur
laesst zu wuenschen uebrig, es gibt fast keine Lokale oder sie sind
verschlossen. Erst nach 100 km finden wir in Salacgriva ein offenes Lokal und
koennen was essen.
Bei 113 km ueberqueren wir die estnische Grenze und ein muerrischer
Beamter fertigt uns ohne Stempel im Reisepass ab. Auf einer Kuestenstrasse
nehmen wir Kurs auf Kabli und wundern uns ueber die vielen gepflegten
Haeuser mit blumengeschmueckten Vorgaerten. Das Hotel am Ziel ist
riesig ausgedehnt und die Ostsee laedt ein zum Bade. Eine Wohltat nach der
Strecke.
Auf der Hotelterrasse gibt es ein Abendessen mit wunderbarem
Sonnenuntergang im Hintergrund.
Tagesfazit: Nicht der Weg, das Ziel ist das Ziel.

Bild unten:
Diskussion mit Peter auf dem Alten Markt

Diskussion mit Peter auf dem Alten Markt

 

22. 08. 2007

Kabli - Varbola                        139 km

Der übliche nächtliche Regen dauert wegen heftiger Gewitter etwas länger und es geht mit Regencape los. Nach einer Stunde Nebenstrecke ist es wieder trocken und der Tag steiert sich bis zum heißen Schonnschein.

Es geht wieder zur Hauptstraße, die hier A 4 heißt, breit ausgebaut und mit einem Seitenstreifen als möglichem Radweg. Solche Straßen sind wegen des Autoverkehrs nicht besonders attraktiv und ob der langen Geraden zum Brechen langweilig. Aber immer noch besser als landschaftlich schönere Umwege auf Schotterpisten. Also „prügeln“ wir die Strecke ab um ans Ziel zu kommen.

Im Badeort Pärnu stärken wir uns am weiten Sandstrand und wundern uns, dass dieser bei schönem Wetter total verwaist ist. Ist schon Sommerende?

Eine alte Poststation von 1835 ist als Hotel umgebaut und bietet ein gemütliches Zimmer. Der estnische Präsident war auch schon mal hier. Weit ab von jeder Ortschaft fühlen wir uns in der Mitte von Nichts.

Tagesfazit: In so dünn besiedelter Gegend kommt man sich manchmal einsam vor.

 

23. 08. 2007

Varbola - Tallinn                     48 km

Auf der Hauptstraße ist es nur einen Klacks bis zur estnischen Hauptstadt Tallinn, zumal schon 15 km vorher große Gewerbegebiete vom modernsten Standard die Stadt ankündigen. 20 Km fahren wir Autobahn. Nicht gerade spannend, aber sicher zu fahren.

Halb 12 sind wir mitten in der Stadt und nehmen das sehr zentrale und preis-akzeptable City-Guest-House.

Kurze Zeit später durchstöbern wir die Altstadt. Augenfällig ist, dass 3 große Kreuzfahrtschiffe im Hafen liegen. Hunderte von Gruppen sind unterwegs und bevölkern die gesamt Altstadt. Folgsam laufen sie ihrem Leithammel mit großer Nummerntafel hinterher und haben diegleiche Nummer auf die Brust geklebt. Zum Glück finden wir noch ruhige Nicht-Touri-Ecken und können ein kühles Getränk geniessen. Es ist sonnig bei 28 °. Auch die schöne alte Olevai-Kirche ist von den Massen verschont und bietet für kuze Zeit Ruhe und Besinnung.

In einem Park treffen wir auf die „Womens conference“. Viele hundert in Landestrachten aus aller Welt gekleidete Frauen marschieren auf und formieren sich zu einem bunten Zug durch die Altstadt.

Zur Abendessenszeit legen die Schiffe wieder ab und das normale Leben kehrt ein. Der wundervolle nächtliche Blick vom Burgberg auf die Stadt rundet einen gelungenen Tag ab. Es war die beste Kurskorrektur der gesamten Reise, das steht fest.

 

Tagesfazit: Wir haben uns Tallinn erarbeitet, die Massen haben es sich erkauft.



 

24. 08. 2007

Tallinn - Saka             155 km

 

Unsere Kerze gestern in der Kirche wirkt Wunder. In der Nacht hat ein heftiges Gewitter die Regenwolken kräftig ausgeschüttelt, dann drehte der Wind auf West. Den Rest besorgte die Autobahn A 1 mit teils bis 30 km langen schnurgeraden Abschnitten. Im preisverdächtigen Durschnitt von 24 km/h gehts nach Osten entlang des Finnischen Meerbusens. Touristisch ist die Gegend vollkommen unerschlossen. Unser Hotel finden wir erst nach der langen Strecke, hatten aber schon 50 km vorher mit dem Suchen angefangen. Aber es lief eben gut und war relativ leicht zu fahren.

Das Hotel hatte als Letztes noch ein Einzelzimmer, was uns vollkommen wurscht ist. Luftmatratze und Schlafsack sind schließlich nur geringer Behelf.

 

Tagesfazit: Fahrn fahrn fahrn auf der Autobahn ....

 

25. 08. 2007

Saka - Kingisepp                    98 km

 

Aus dem ehemaligen Gutshof folgen wir der kleinen Straße der Steilküste. Wunderbare Blicke direkt vom Straßenrand in die Tiefe mit weitem Blick über das Meer lassen uns etliche Pausen einlegen. Später ist wieder die Hautstraße bis zur Grenzstadt Narwa angesagt und es geht zügig voran.

Schon 6 km vor der Grenze stehen die LKWs Schlange. Die brauchen doch noch Tage, bis sie durch sind! Die Grenze passieren wir schiebend auf dem für Fussgänger eingerichteten Teil. Zwischen estnischer und russischer Kontrolle ist es ein langer Weg über einen Grenzfluß und geschichtsträchtige Festungen auf beiden Seiten stehen sich gegenüber.

Formalkram russischer Art hält uns noch auf, aber nach 30 Minuten ist es geschafft. Zur Orientierung muss jetzt kyrillisch geübt werden, sonst läuft hier nichts.

Auf der Hauptstraße M 11 fahren wir noch 25 km bis Kingisepp. Vorsichtshalber sehen wir uns nach einer Bleibe für die Nacht um, obwohl es noch Zeit für 30-40 km wäre. Welch ein Glück, denn wir erwischen tatsächlich das letzte Hotel bis St. Petersburg. Es ist recht einfach und von zwei ältlichen Damen geleitet. Das Essen ist würzlos und Pivo ist auch aus, aber wir ertragen es mit Fassung, denn so kurz vor dem Ziel erschüttert uns nichts mehr.

 

Tagesfazit: Wir haben die Welten gewechselt



 Tagebuch Russland

 

26. 08. 2007

Kingisepp - St. Petersburg                 133 km

 

Wir fahren bei Sonnenschein los und merken bald, dass uns von hinten schwarze Wolken einholen. Nicht lange, dann giesst es auch schon. Eine Bushaltestelle – wieder mal – bietet löcherigen Schutz und die Sitzbank misst 20 cm Höhe. Wir haben ja Zeit und warten den Regen ab.

Auf eine trockenen Straße können wir allerdings nicht warten. Deshalb werfen uns die überholenden Autos die Wassermassen der Fahrrinnen über. Dem miesen Ruf von Radfahrern entsprechend finden das einige sogar spaßig. Da will auch der Gegenverkehr nicht zurückstehen und geht gezielt mit Affenzahn die Rinnen an. Und duschsch! Wo kommen plötzlich so viele Autos her?

Irgendwann werden die Straßen und wir wieder trocken, aber der Ärger sitzt tief. Das Ortsschild von St. Petersburg kommt überraschend 30 km vor Etappenende und belebt uns wieder. Wir sind da!

Dass die Stadt riesige Ausmasse hat stellen wir an der restlichen Fahrtstrecke fest. Vorbei durch Wohnblockviertel und Industrie zieht es sich endlos hin. An einem Kiosk kaufen wir noch schnell einen Stadtplan und können das Ziel bis zum Kanal Gribidova durchfinden. Dort erwartet und Pater Richard Stark aus Mettingen auf der Straße und die Begrüßung ist herzlich. Er hat eine „Dienstwohnung“ in der 4. Etage, so groß, daß wir jeder ein Zimmer beziehen. Sogar unsere Namensschilder sind schon angebracht. Von meinem Fenster habe ich einen Blick auf die Isaak-Kathedrale! Das hätte ich nicht schöner ausmalen können.

Nach erfrischender Dusche und Kleiderwechsel gibt es eine kurze Dankandacht für die glückliche Fahrt bis hierher. Da können wir uns der Tränen nicht erwehren, denn es bedeutet den Abschluss eines großen Abenteuers mit reichlich Unbekannten. Alles ist glücklich verlaufen und alle Entscheidungen unterwegs waren immer richtig getroffen worden. Pater „Ite“ Stark weist diesen Fügungen die Unterstützung des Himmels zu und wir sind davon zutiefst überzeugt.

 


 


Benefiz-Radler übergeben Scheck in Trakai

Rheine/Trakai. Die beiden Städtepartner-Radler Engelbert Nagelschmidt und Klaus Giesenkirchen haben auf ihrer Radtour nach St. Petersburg 3000 Euro gesammelt. Den symbolischen Scheck übergaben sie jetzt in Rheines Partnerstadt Trakai. Es war ein bewegender Moment für die beiden Radfahrer, an dieser Stelle den Abschluss der Spendenaktion als Erfolg zu besiegeln.

In lockerer, gelöster Atmosphäre erlebten Engelbert Nagelschmidt und Klaus Giesenkirchen einen Empfang durch die Stadt Trakai, den sie sicherlich lange nicht vergessen werden. Die Runde in der Rheiner Partnerstadt um Bürgermeister Vytauskas Petkevicius, den Direktor des Rajon Trakai, den Leiter des Kinderheimes, der Direktorin der sozialen Dienste sowie Vertretern des Partnerschaftskomitees und weiterer Bürger bildete den Rahmen.

Bürgermeister Petkevicius sagte in seiner Begrüßung, dass das Spendensammeln mittels einer Radtour, die die Beiden in die Stadt geführt habe, für das Land etwas völlig Neues sei. Aber eine Idee, so aussergewöhnlich sie auch sei, die in Zukunft auch in Trakai Nachahmer finden solle.

Deshalb sei den Initiatoren ganz besonders zu danken. Engelbert Nagelschmidt erzählte, wie es zu der Idee gekommen ist und die Stadt Rheine als Pate dahintergestanden hat. Letztlich sei er vom Erfolg selber überwältigt. Die 1828 Kilometer in Euro als Ziel seien weit überschritten.

Ein glücklicher Abschluss für eine bis hierher reibungslose Fahrt mit vielen Erlebnissen, fasste Klaus Giesenkirchen kurz zusammen. Und auch der Stolz über die eigene Leistung sei durchaus vorhanden, meinte er.

Die beiden Radler fuhren übrigens ständig mit der Europaflagge am Rad als Ausdruck der europäischen Verbundenheit mit den durchreisten Ländern. Ein paar Tage später wird schliesslich die Europafahne offiziell nach Trakai gebracht.



Dienstag, 21. August 2007  |  Quelle: Münsterländische Volkszeitung
























Foto: Karaoke -Sängerin Liza Snow in Herford




















Harald (vorne) hat Engelbert und Klaus gemeinsam
mit Stefan und Wolfgang bis auf den Alten Markt
"eskortiert"


Mit dem Rad nach St. Petersburg
Von Ulrich Breumann am 10. August 2007 17:57 Uhr
ASCHEBERG/RHEINE Jeder von ihnen hat 25 Kilo Gepäck dabei. Darunter allein zwei Kilo Karten. Die werden Klaus Giesenkirchen aus Ascheberg und Engelbert Nagelschmidt aus Rheine auch brauchen, denn: Ziel ihrer Radtour ist St. Petersburg.


Rheines Bürgermeisterin Angelika Kordfelder gab den beiden Benefiz-Radlern Engelbert Nagelschmidt (r.) und Klaus Giesenkirchen noch ein Proviantpaket mit auf den Weg.
Foto: Ulrich BreulmannEnde Juli schwangen sie sich in Rheine auf die Sattel. Von dort bis St. Petersburg sind es ziemlich genau 3028 Kilometer. Die Radtour dient einem guten Zweck. Giesenkirchen und Nagelschmidt sammeln mithilfe von Sponsoren Geld für ein neues Kinderheim in Trakai, der Partnerstadt Rheines. „Für jeden gefahrenen Kilometer des Weges wollen wir 1 Euro für das Kinderheim sammeln“, berichtete Nagelschmidt vor dem Start.

Bereits 2300 Euro eingenommen

Bisher haben die Beiden schon 2300 Euro eingenommen. Er freue sich aber über jeden Euro, der noch zusätzlich in die Kasse fließe, denn die Verhältnisse in der litauischen Partnerstadt seien mehr als ärmlich: „Da das Mauerwerk des alten Kinderheims in einem sehr schlechten Zustand ist, muss ein neues Gebäude gebaut werden“, berichtete Nagelschmidt. Ein Grundstück gibt es bereits und Pläne ebenso, nur das Geld für den Bau, das fehlt noch.

Etwa 100 Kilometer am Tag haben sie sich im Schnitt vorgenommen. In Bernburg – einer weiteren Partnerstadt werden sie das Geld für das Kinderheim symbolisch mit einem Scheck übergeben. Dann geht's weiter nach St. Petersburg, wo sie am 28. August ankommen wollen: „Am 31. August ist jedenfalls unser Rückflug gebucht“, sagte Nagelschmidt

St. Petersburg-Radler haben Ziel erreicht

-pn- Rheine/St. Petersburg. Engelbert Nagelschmidt und Klaus Giesenkirchen sind am Ziel. Am Montag erreichte die MV eine Mail aus der alten Zarenstadt St. Petersburg, wo die beiden Fahrradtouristen aus dem Münsterland nach fast fünf Wochen und mehr als 3000 Kilometern Fahrstecke glücklich angekommen sind. Nach einiger Zeit des Schweigens können wir uns nun wieder normal melden. unterwegs gab es entweder keinen oder alte Gurken von Computern, da wäre ein Bericht ein Tagewerk gewesen, schrieben die beiden. In St. Petersburg seien sie sehr herzlich vom deutschen Pater Richard Stakr aus Mettingen empfangen worden, der in seiner Wohnung Zimmer für die Gäste aus dem Münsterland bereitstellte. Das war völlig unerwartet und hat uns am Ende aller Anstrengungen sehr bewegt, heißt es in der E-Mail.

Nach dem Besuch in Rheines litauischer Partnerstadt Trakai, über den die MV zuletzt berichtet hatte, hatten Nagelschmidt und Giesenkirchen noch eine interessante Tour durch die baltischen Staaten und durch Russland vor sich. Nach drei Tagen in Trakai ging es zunächst mit der Eisenbahn nach Klaipeda, was gewisse logistische Probleme mit sich brachte. So mussten sechs Fahrräder in einem Raum untergebracht werden, der eigentlich nur für drei vorgesehen war. Aber die Drahtesel Nagelschmidts und Giesenkirchens überstanden auch diese Transportstrapaze, so dass am gleichen Tag noch 29 Kilometer bis Juodkrante auf der Kurischen Nehrung zurückgelegt werden konnten. Ein gutes Essen tröstete über die bescheidene Unterkunft hinweg, so dass das Tagesfazit lautete: Das Beste war heute die Kurische Nahrung.

Der schönste Radweg der Tour erwartete die beiden Radler aus dem Münsterland von Klaipeda aus, wo es an der Ostseeküste entlang in Richtung Norden bis Liepaeda ging, das bereits in Lettland liegt.

An der Grenze klärte der Zöllner die Radler auf, dass sie ihre Route ändern müssen, da auf der vorgesehenen Wegstrecke hauptsächlich Schotterpisten gewartet hätten. Somit entschieden sich Nagelschmidt und Giesenkirchen dafür, an der Autobahn entlangzufahren. Ganz getreu dem Tagesmotto: Lieber Schotter im Portemonnaie als auf der Straße.

Nach zwei weiteren Tagesetappen kam das Duo in der lettischen Hauptstadt Riga an, wo im dortigen Dom ein Konzert auf einer der größten Orgeln der Welt zu den unvergesslichen Reiseerlebnissen zählte. Im Hotel entscheiden sich Giesenkirchen und Nagelschmidt dann für eine Änderung ihrer Reiseroute, um auch noch die Hauptstadt von Estland, Tallinn, zu besuchen. Eine sehr gute Entscheidung, schreiben sie, denn Tallinn sei eine beeindruckend schöne Stadt. Den Umweg von rund 100 Kilometern bezogen sie kalkulatorisch durch schnellere Autobahnfahrten mit ein, so dass sie am Ende sogar Zeit einsparen konnten auf ihrem Weg nach St. Petersburg. Es ergab sich sogar noch die Gelegenheit, die schöne Steilküste im Norden Estlands auf einer Nebenstrecke abzufahren.

Ab der russischen Grenze herrschten dann andere Straßenbeschaffenheiten als im Baltikum. Höchste Aufmerksamkeit war wegen der haarsträubenden Löcher und rüden Verkehrsteilnehmer geboten, schreiben sie und fügen hinzu: Wer hier Fahrrad fährt, kann sich kein Auto leisten und ist folglich ein zu vernachlässigender Partner.



Mittwoch, 29. August 2007  |  Quelle: Münsterländische Volkszeitung (Rheine)