Einen Tag frueher als geplant geht es weiter nach Ungarn. Wenn ich rechts der Donau fahre, erreiche ich Ungarn schon nach wenigen Kilometern. Die Pause von einem Tag verschiebe ich und fahre dafuer lieber die naechsten Tage etwas weniger als geplant. Da ich praktisch von morgens bis abends unterwegs bin, habe ich kaum die Moeglichkeit, jeden Tag zu berichten. also.... keine Sorgen machen,falls Ihr mal 3 oder 4 Tage nichts von mir hoert. Spaetestens in Budapest bin ich wieder online und berichte ueber die vergangenen Etappen, also spaetestens am Wochenende. Fotos werden am ersten kompletten Ruhetag nachgereicht.
In der „Kleinen Ungarischen Tiefebene“ In Bratislava habe ich noch kurz die Altstadt besichtigt, bevor es um 13 Uhr über die Donaubrücke Richtung Ungarn ging. Am Kraftwerk (großer Stausee) habe ich mich das erste Mal verfahren. Das war eigene Blödheit, weil ich mal wieder nicht genau auf die Karte geschaut hatte. Direkt danach habe ich mich das zweite Mal verfahren. Hier lag es eher an einem fehlenden Wegweiser. Diese sind in Grenznähe teilweise an Telefonmasten angemalt und schlecht erkennbar. Aus dem Radweg war für mich keine Grenze mehr erkennbar. Auf einmal war ich in Ungarn, ohne es bemerkt zu haben. Schengen macht’s möglich. Das Foto mit der wehenden Tibet-Flagge habe ich vor einem Rapsfeld in Grenznähe gemacht.
In der Nähe von Dunakiliti gibt es eine riesige Gänsefarm. Obwohl ich alles andere als ein Vegetarier bin, hier einmal kurz zur Erinnerung. Auf qualvolle Art werden die Tiere immer und immer wieder mit Mais vollgestopft. Aus den überdimensionierten Lebern werde die ja so wohlschmeckenden Pasteten gemacht.
Ich bin heute bis kurz vor Györ gefahren. Es herrscht immer noch starker Gegenwind (der muss letzte Nacht wohl auf Süd gedreht haben). Es ist schon Kampf für mich, einen Schnitt von gut 15 km/h zu halten. Meine Erdkunde-Lehrer sollen ihr Geld zurückgeben – die haben damals von einer vorherrschend westlichen Windrichtung gesprochen. Ankunft: 20 Uhr (90 km, davon ca. 15 Umwegkilometer) Wetter: bewölkt, kaum Sonne – aber trocken – so knapp 20 Grad – ständig frischer Gegenwind Ich habe hier direkt an der Hauptstraße einen netten Gasthof gefunden. Das Zimmer ist einfach, aber sauber. Dusche und WC gehören auch dazu. Ü/F für 18 Euro ist ein fairer Preis. Das Abendessen ist gut. Wiener Schnitzel (das waren 2 große) mit Pommes und Salat, dazu 3 halbe Liter Bier für insgesamt knapp 10 Euro ist preiswert und gut. Bei Györ hat es eine große Schlacht zwischen Napoleon und den Habsburgern gegeben. Das folgende Foto zeigt ein Denkmal, welches eine polnische Offiziersfrau für ihren gefallenen Mann errichten ließ (1809).
Foto folgt
oben: Brunnen auf der Schüttinsel
Die Tour geht größtenteils über die sog. „Schüttinsel“. Dieser weiträumige Bereich wurde Mitte der 50iger Jahre des letzten Jahrhunderts von einer fürchterlichen Überschwemmung heimgesucht. Viele Häuser stammen deshalb aus der Zeit nach dieser Katastropfe.