Solche Schilder für Radfahrer würde ich gerne öfter sehen!
Ab morgn ist es unvermeidlich! Ich muss einige Tage durch Serbien fahren, weil zu beiden Seiten des Stroms serbisches Staatsgebiet ist.
Hier die aktuelle Einschätzung (Mail 11.4.08) eines alten Schulfreundes, der zur Zeit als deutscher Polizeibeamter seinen Dienst im Kosovo versieht:
hallo erhard, entschuldige, aber ich konnte mich nicht eher melden, da ich 'off' war (rein elektronisch, nicht altersbedingt). ich wuensche dir fuer deine 'mission' alles gute- komm heile wieder! bevor du nach serbien reinfaehrst, erkundige dich bitte beim auswaertigen amt nach irgendwelchen risiken (man ist auf uns nach der anerkennung des kosovos nicht gut zu sprechen!)- bitte beachten! alles gute dir und deiner tour de balkan! felgen- und speichenbruch! volker
Am 4.5. habe ich mich beim Auswärtigen Amt schlau gemacht und hier die aktuelle Seite (seit 30.4. keine Veränderung des Hinweises):
Landesspezifische SicherheitshinweiseInnenpolitische Lage
Kosovo hat sich am 17. Februar 2008 einseitig für unabhängig erklärt. Am 20. Februar 2008 hat die Bundesregierung Kosovo völkerrechtlich anerkannt.
Insbesondere im Rahmen einer Großdemonstration gegen die Unabhängigkeit Kosovos in der Belgrader Innenstadt am 21. Februar 2008 kam es zu heftigen Ausschreitungen gegen in- und ausländische Ziele, darunter auch die deutsche Botschaft. Auch an den Grenzübergängen zwischen Serbien und Kosovo kam es in den Tagen nach der Unabhängigkeitserklärung mehrfach zu gewalttätigen Ausschreitungen.
Mit weiteren Demonstrationen muss gerechnet werden. Die Sicherheitslage kann sich daher rasch ändern. Deutschen Staatsangehörigen wird empfohlen, ihr Verhalten darauf einzustellen und Menschenansammlungen nach Möglichkeit zu meiden. Unter Umständen kann es geboten sein, sich nicht als Ausländer zu erkennen zu geben.
In Teilen Südserbiens (Region um Presevo, Bujanovac und Medvedja) ist von einer latent gespannten Sicherheitslage auszugehen. Auswirkungen der weiteren Entwicklungen im Kosovo auf die albanisch besiedelten Regionen Südserbiens sind nicht auszuschließen.
Generell wird bei Reisen nach Serbien empfohlen, sich durch die Medien über die aktuelle Lage unterrichtet zu halten. Informationen über aktuelle Ereignisse sind in englischer Sprache auf den Internetseiten des Fernsehsenders B92 unter www.b92.net oder der Tageszeitung Blic unter www.blic.co.yu verfügbar.
Reisen über Land / Kriminalität
Bei Nachtfahrten durch Serbien besteht ein erhöhtes Risiko: U.a. mindere Qualität des Straßenbelags sowie der Straßen- und Kfz-Beleuchtung erfordern höchste Aufmerksamkeit.
Fahrzeuge sollten wegen häufiger Diebstähle, Aufbrüche und der Möglichkeit anderer Übergriffe möglichst nur in verschlossenen Garagen oder auf bewachten Parkplätzen abgestellt werden. Im geparkten Fahrzeug sollten keine Reisedokumente oder Wertsachen oder anderes Gepäck zurückgelassen werden.
In Serbien befinden sich mehrere hunderttausend illegale Schusswaffen in Privatbesitz; die Hemmschwelle zu deren Einsatz ist vergleichsweise niedrig.
Menschenansammlungen in der Öffentlichkeit sollten gemieden werden.
6.5.08 Vukovar bis Ilok
Heute nur 40 km bis Ilok gefahren. In Ilok habe ich im Hotel Dunav *** gegessen. Die Fischplatte war sehr gut. Als ich weiterfahren wollte, war es stark am regnen. Ich entschloss mich deshalb, die heutige Etappe schon hier zu beenden. Ich liege gut in der Zeit und selbst wenn es aufhört zu regnen, bleiben die Straßen und Wege nass. Ich bin zwar nicht unbedingt ein Schönwetterfahrer, aber die Pause hat manche Vorteile: 1. Ich übernachte noch mal in Kroatien (hinter dem Ort ist der Grenzübergang nach Backa Palanka – Serbien) 2. Die beiden nächsten Etappen enden nicht genau in den beiden größten Städten Serbiens, sondern jeweils 40 km weiter. Ich übernachte lieber in kleinen Städten. Ich werde deshalb morgen und übermorgen versuchen, möglich schnell durch Novi Sad und Belgrad zu radeln.
3. Ich werde mal versuchen, per Internet einige Dinge zu erledigen. Bisher habe ich dazu leider viel zu wenig Zeit gehabt. Ich werde auch meine Homepage noch einmal von der ersten Etappe an durcharbeiten und das ein oder andere Bild ergänzen.
Die Bedienung hier im Hotel ist im Gegensatz zum gleichnamigen Hotel in Vukovar sehr freundlich. Der Standart ist sehr gut. Hier macht es Spaß sich aufzuhalten. Ich habe einen Balkon mit Blick auf die Donau. Der Preis von 45 Euro ist akzeptabel – insgesamt ist diese Anlage sehr empfehlenswert.
Zur Strecke: Wie schon bei der Rubrik „Vukovar“ erwähnt, habe ich nach der Abfahrt den Gedenkfriedhof aufgesucht. Die 40 km waren hügelig. Die Steigungen betrugen 6-8 %. Ich hatte bei stark bewölktem Himmel heftigen Gegenwind. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag deshalb nur bei knapp 14 km/h.