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8.5.08 in Serbien
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7.5.08 – Beska
Im Hotel Dunav gab es heute ein ganz tolles Frühstück – überhaupt kein Vergleich zum gleichnamigen Hotel am Vortag in Vukovar.
Ich melde mich erst jetzt wieder mit neuen Berichten, weil ich in Serbien meinen Aufenthaltsort und meine Reiseroute nicht bekannt geben wollte. Ich habe emails bekommen (eine habe ich gestern mal online gestellt), die von Leuten stammen, die meine Berichterstattung im Hinblick auf Serbien nicht korrekt finden. Ich habe keine Ahnung, ob diese Serben, die offenbar in Deutschland wohnen, über die Zeitungsartikel (Anfrage Auswärtiges Amt zur Situation in Serbien), oder über meinen Textbeitrag zu Vukovar auf meiner Homepage, auf mich aufmerksam geworden sind. Jedenfalls kamen die ersten Mails vor meine Einreise nach Serbien.
Ich bin deshalb mit einem sehr netten holländischen Radlerehepaar auf einem ganz kleinen Grenzübergang nach Serbien eingereist. Die beiden stammen aus Zwolle und haben schon mehrere Radtouren unternommen, die identisch mit meinen sind (nach Rom - bei mir Pisa- , nach Barcelona – wie bei mir, und nach St. Petersburg – bei mir 2006). Jetzt als Rentner haben sie sich Zwolle-Istanbul vorgenommen und haben eine Route, die sehr stark meiner gleicht. Am 12.6. ist ihr Rückflug nach Amsterdam. Beide haben gestern 2 Radler getroffen, die von Deutschland mit dem Zelt nach Istanbul unterwegs sind –hardcore!
Ich fand es sehr nett, dass die beiden angeboten haben, dass wir gemeinsam die Grenze überschreiten. Konditionell sind beide stärker als ich. Er hat gestern mit seinem Sohn gesimst und beide haben beschlossen, dieses Jahr den Mount Ventoux per Rad zu bezwingen, sozusagen als Präsent für seinen 60. Geburtstag – absolut bewundernswert und Hut ab!! Dankeschön für die 2 Stunden angenehme Begleitung.

Seit meinem kleinen Abendsparziergang vorgestern in Vukovar habe ich wieder heftige Probleme mit meiner Hüfte. Ich weiß ja eigentlich, dass Sparziergänge Gift sind, aber ich schaue mir doch so gerne die Orte an, die ich bereise. Gestern habe ich zwar auch schon bemerkt, dass es wieder Probleme gibt, aber es waren gestern ja auch nur gut 40 km bis Mittag.
Heute sah das anders aus! Viele Steigungen (bis zu 10 %). Morgens habe ich noch einige der Hügel geschafft, aber später ließ dann die Kondition nach und ich musste schieben – Gift. Jetzt bin ich in einem Hotel in Beska (vor der Kirche) angekommen und muss immer in die 3. Etage. Wie soll ich der Hüfte das erklären?
Von der Kondition her ist die Restreise wirklich gut zu schaffen, weil ich bisher keinen Pausentag benötigte und meine Kräfte sehr gut einteile.
Gut, das einen Gepäcktasche mit Arzneimitteln vollgepackt ist.
Ich will es heute noch mal mit leichten Salben versuchen. Sollte dies keinen Erfolg haben, muss ich wohl oder übel ab morgen die ersten Drops einwerfen, die leider nicht gut für den Magen sind. Schade, ich würde lieber die restlichen 2000 km (heute wurden 2400 km überschritten) ohne Probleme bewältigen.
Mittagspause habe ich in Beocin gemacht. Ich habe länger ein Restaurant gesucht, jedoch nichts Gescheites gefunden. Dann……Mensch, das sieht aber nett aus. Ich setze mich auf die schattige Terrasse. Eine nette, jüngere Frau spricht mich an. Ich möchte die Speisekarte. Sie versteht mich nicht (deutsch). Dann versucht sie es auf Englisch und die Kommunikation klappt. Was soll ich sagen……………ich bin nicht in einem Restaurant gelandet, sondern im Wahlkampfbüro einer Partei, die für die kommenden Wahlen wirbt.
Ich muss schon etwas abgekämpft aussehen, denn die nette, hübsche (das ist nach 3 Wochen Alleinreise fast schon Folter) Dame teilt mit mir eine Tafel Schokolade. Sie ruft bei einem Restaurant an um zu fragen, ob schon geöffnet ist, oder ob noch renoviert wird. Ich habe Glück! Sie beschreibt mir den Weg. Das Restaurant liegt direkt an der Donau und diesen Umweg mache ich gerne.
Ich verabschiede mich herzlich von der netten Frau und sie sagt, ich solle doch zu Hause erzählen, dass die meisten Serben ganz nette Menschen sind --- das mache ich hiermit.
Das Restaurant ist absolute Spitze. Auf der Terrasse hängen 3 große Tiere komplett auf einem Grill. Ich vermute mal, dass es Hammel sind.
Ich habe wieder mal mehr Hunger, als mein Magen später fassen kann. Vorab bestelle ich eine Fischsuppe. Diese wird in einem Kessel (mit Feuer darunter) serviert. Es ergibt drei große Teller mit viel Fischfleisch. Bei uns wären das also in etwa 6 Süppchen zu je 4,20 Euro. Dann bekomme ich einen Grillteller – spitze. Der ist trotz meines großen Hungers nicht zu schaffen. Ohne dass ich danach frage, werden die Reste in Alufolie eingepackt. Sie reichen als komplettes Abendessen, wenn auch kalt – danke!
6 Süppchen, Grillteller (zu voll) und 1 Kaffee und 2 Mineralwasser = 15 Euro.
Ich meine, das hier das Verhältnis Preis/Leistung passt.

95 km bis Beska (davon über 15 Umwegkilometer, teils gewollt, teils ungewollt).
An dem Schild lt. Foto bin ich mit 54 km/h vorbeigeradelt (10 % Gefälle) und musste dann die 10% wieder raufschieben – selber schuld!
Abfahrt: 8:30 Uhr
Ankunft: 18:15 Uhr

Ein Lob an die Serben:
Seit Österreich habe ich keine so gute Ausschilderung des EuroVelo mehr erlebt. Hier hat sich was getan. Ich habe im Internet gelesen, dass Serbien an der Donau 50 neue Übernachtungsmöglichkeiten für Radler geschaffen hat. Die Schilder komplettieren die Bemühungen – ich habe hier mal einige als Foto eingestellt….einfach gut, weil nicht nur die Richtung, sondern auch die Entfernung (auf 100 Meter genau) angegeben ist. Wenn man genau aufpasst, erkennt man, dass an jeder wichtigen Stelle, an der man zögern könnte, ein Radfahrerschild steht.

Unterkunft in Beska:
geht für 22 Euro (DZ 16 Ђ p/P) inkl. Frühstück. (Hotel Centar)
Die Dusche hatte keinen Vorhang. Das Problem relativierte sich für mich, als ich bemerkte, dass mitten im Raum (Bad/WC) ein Abfluss war.

95 km (Durchschnitt 15 km/h)
Wetter: heiter, gut 20 Grad, wenig Wind – absolut ideal.

Der Grenzübertritt Kroatien/Serbien war völlig unproblematisch und die Zöllner waren nett. Sie wurden von meinen Begleitern jeweils in Landessprache begrüßt. Das kam gut an und ich sollte mir das merken, falls ich wider Erwarten noch einmal eine Radtour machen sollte.

Foto des Denkmals: Ankunft in Serbien.



Morgen hoffe ich bis Pancevo zu kommen.

am nächsten Morgen:

Frühstück: ok
Wetter: ich wache auf und schaue in einen blauen Himmel