17.5.2008 Von meinem Rykscha-Unternehmer konnte ich mich heute morgen kaum richtig verabschieden. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist der „Papst“ der orthodoxen Christen in der Stadt. Einmal im Jahr versenkt er einen Gegenstand in der Donau und der Taucher, der diesen Gegenstand findet, wird vom „Papst“ gesegnet (Gesundheit, langes Leben usw). Mein neuer Bekannter ist also schon früh zum Tauchen gefahren. In der Stadt laufen Vorbereitungen für ein Straßenrennen (Auto), welches heute Nachmittag um 14 Uhr auf einem dafür gesperrten Innenstadtkurs startet. Ich bin ebenfalls eingeladen, möchte jedoch lieber weiter fahren. Ich versuche alle Zeitverzögerungen bis zum Schwarzen Meer zu vermeiden, um das Ziel Istanbul nicht zu gefährden. Bei einer rein privaten Radtour wäre ich hier gerne ein oder zwei Tage geblieben. Ich besichtige mit dem Bruder und seiner Ehefrau die Rykschawerkstatt und die Stadt. Ich habe schon fast 20 km auf dem Tacho, als es am späten Vormittag losgeht. Das Wetter ist sehr schön, mit knapp 30 Grad vielleicht schon etwas zu warm zum radeln. Nach 94 km höre ich in Tutrakan auf. Hier gibt es 2 Hotels und ich entscheide mich für das Hotel, welches direkt an der Donau liegt. Hier gibt es 3 Zimmerkategorien – 23, 28, 33 Euro. Der Preis richtet sich nach Größe des Zimmers und ggf. Donaublick. Ich entscheide mich für die 23 Euro-Variante. Sie ist sehr schön und den Donaublick habe ich beim Abendessen von der Terrasse. Das Hotel-Restaurant ist sehr empfehlenswert (Familienhotel **). Das Essen war auch gut. Suppe, Salat, Chicken Wings und 2 Bier für 7 Euro. Ich habe gut gegessen, weil ich bei der Hitze tagsüber kaum Nahrung zu mir nehme. Ich benötige aber noch Kräfte für die kommenden 2 Tage. Am Schwarzen Meer selber ist das dann nicht mehr so entscheidend, weil es nur noch 4 kleine Etappen in ca. 10 Tagen sind. 30 km habe ich ein Schweizer Paar getroffen. Sie fahren mit dem Rad von Triest ebenfalls nach Istanbul und fliegen 1 Woche nach mir zurück nach Mitteleuropa. Ich habe heute 2 belegte Storchennester gesehen und am frühen Abend bemerkt, wie viele ich im Laufe der Tour offenbar übersehen habe. Ein Bauer mähte eine Wiese und im Schlepptau seiner Maschine suchten mindestens 10 Störche im feuchten Grund nach Würmern.
Kurzer Nachtrag zur Übernachtung: Ich weiß, ich manchmal ein Prinzipienreiter bin. Also, das einzige Manko der letzten Übernachtung: Ich musste nach dem Frühstück die 2. und jede weitere bestellte Tasse Kaffee bezahlen. Mir geht es hier sicher nicht um die 35 Cent für eine Tasse Kaffee, aber ich meine, wenn ich Ü/F bezahle, gehört eine zweite und ggf. eine dritte Tasse Kaffee zum guten Ton. Aber alles in allem möchte ich die Unterkunft am Ufer der Donau sehr empfehlen.