18.5.08 Hotel***** direkt am Donauufer – Donau adieu!!
Ich komme heute morgen recht spät los, denn es sind ja auf der Hauptstraße nur ca. 60 km bis nach Silistra. Aber ich muss ja wieder wie gestern die Nebenstrecke (teilweise gestrichelt rot) nehmen. Was mich wundert, ist, dass dieser Weg bis nach Silistra regelmäßig durch Fahrradwegweiser gekennzeichnet ist. Das hat mich dazu verleitet, wie gestern den gestrichelten Weg zu nehmen. War die Route gestern schon nicht so gut, war sie heute echt grenzwertig. Teilweise sind die Schlaglöcher in der lehmigen Erde so groß, dass sich Frösche darin tummeln. Das spricht dafür, dass diese Löcher nicht erst seit dem letzten Regen voll Wasser sind. Solch ein Wasser zieht natürlich auch Mücken und ähnliches Viehzeug an ……………..und das alles bei weit über 30 Grad – ich vermute mal 33-34 Grad, sehr oft gibt es überhaupt keine Schattenmöglichkeiten zum Ausruhen. Auf der schlechten Wegstrecke gib es viele Hügel, die ich schieben muss und ein verschwitzter Mensch zieht nun mal Mücken an. Teilweise muss ich bergab schieben, so schlecht ist die Strecke. Das ist eine Strecke für sehr gute Räder (mein Dank an Karl Amerika) und gute Nerven. Die Hauptstraße ist nicht so sehr befahren, dass sie nicht zu nutzen gewesen wäre. --- allerdings ohne einige schöne Ausblicke. 10 km vor Silistra fahre auch ich wieder die Hauptstraße und diese führt an einem sehr schönen Biosphärenreservat vorbei.
Für das heiße Wetter habe ich zu wenig zum trinken mit, denn die eingezeichneten Restaurants haben heute zu. Ich stehe wahrscheinlich manchmal kurz vorm dehydrieren. Als endlich ganz unerwartet ein offenes Geschäft kommt, bunkere ich an Flüssigkeit, was nur eben geht. Ich habe heiße Tage noch nie gut verkrafte können, aber heute ist es besonders schlimm. Wie immer an heißen Tagen, kann ich tagsüber nichts essen und dadurch schwinden meine Kräfte noch mehr. Nach 50 km (bis dahin habe ich netto 4,5 Stunden gebraucht) kommt ein langer, steiler Anstieg in praller Sonne, ohne irgendeine Schattenmöglichkeit. Ich schiebe 10 Meter, dann heißt es wieder pause machen, dann 5 Meter, dann mal 15 Meter. Mein Kreislauf ist auch nicht mehr voll auf der Höhe. Schließlich ist dieser Anstieg geschafft und eine Asphaltstrecke, die dann beginnt, verschafft mir etwas Fahrtwind zum Kühlen. Ich nutze bis Silistra Bar und bis zum Abend habe ich ca. 8 Liter Flüssigkeit zu mir genommen.
Ich will es nicht glauben. In Silistra angekommen gibt es dort anscheinend nur zwei 5*****-Sterne Hotels. Ich esse auf der Terasse eine Sraßenrestaurants (Suppe, Salat, Hühnerfleisch und 1 Bier für 5 Euro) und frage nach kleineren Hotels. Die scheint es dort nicht zu geben. Die Bedienung verweist mich an eines der beider *****-Hotels. Ich überlegen nac Rumänien überzusetzen, weil dort eine preiswertere Übernachtungsmöglichkeit eingezeichnet sind, aber das würde mir sowohl heute abend, als auch morgen früh jeweils mehr als 2 Stunden beim Grenzübertritt kosten. Also entscheide ich mich hier zu bleiben und nehme das Hotel direkt am Fluss. Ich sehe wohl etwas abgebrannt aus, denn zuerst wird mir die Preisliste gezeigt (70 Euro – DZ 95 Euro für 2 Personen). Es ist schon ein tolles Zimmer was ich habe – Balkon direkt zum Fluss. Zuerst genieße ich ein ausgiebiges Wannenbad in einem tollen Bad. Dann mache ich ein Foto von der untergehenden Sonne (Foto folgt – wie immer) Zu den Daten des Tages 87 km, davon bestimmt 10-12 auf Hotelsuche und 15 mehr dadurch, dass ich auf die Hauptstraße verzichtet habe. Ich habe noch einmal ein Storchennest und einen Storch alleine gesehen. Die dritte lebende Schlange, die ich auf dieser Tour sehe (neben hunderten überfahrenen auf den Landstraßen), muss dies mit dem Leben bezahlen. Es tat mir leid, aber auf einer der grausamen Abfahrtsstrecken auf lehmiger und teilweise wassergefüllter Erdlöcher musste ich so auf mich selber aufpassen, dass ich die Schlange zu spät gesehen habe und mittig überfahren habe –sorry, tut mir leid. Dann habe ich in der Einöde noch deine wilde Schildkröte gesehen (ca. 15-20 cm. Durchmesser)
Ich will mal auf meinen alternden Körper achten. Eigentlich wollte ich morgen das Schwarze Meer erreichen. Ich bin aber jetzt zu dem Entschluss gekommen, bei diesen Temperaturen 2 Tage zu fahren. Das wäre mir noch vor 10 Jahren sicherlich nicht eingefallen, aber in diesem Jahr bin ich nicht einen Tag an meiner absoluten Leistungsgrenze gewesen und so möchte ich es bis Istanbul auch beibehalten, denn ich liege sehr gut in der Zeit – insbesondere deshalb, weil ich bis heute 33 Tage ohne einen Pausentag gefahren bin. Mein Körper freut sich schon auf die freien Tage am Meer. Morgen früh werde ich also die Donau verlassen und mich durch das Binnenland bis zur Schwarzmeerküste durchkämpfen, die ich hoffentlich Dienstag bis zum frühen Nachmittag erreichen werde.
Am späten Abend treffe ich das Schweizer Paar, welches ich vor 4 oder 5 Tagen an der Grenze Bulgarien/Rumänien getroffen habe, im Hotel wieder. Wir haben und aus 7:30 Uhr zum Frühstück verabredet. Dann muss ich jetzt aber in die Kiste -- es wird bald 2 Uhr.Jetzt sind fast alle vorbereiteten Texte online und am Dienstag melde ich mich von der Küste, falls nichts besonderes passiert.
Hier noch der Ausblick vom heutigen Hotel (über das Frühstück äußere ich mich morgen):