Heute morgen ging es nach einem kräftigen Frühstück los. Ich bekam noch frische Erdbeeren und Kirschen aus dem eigenen Garten geschenkt. Es ist heute noch knapp unter 30 Grad. Diese Marke soll lt. Wetterbericht morgen wieder geknackt werden. Es geht kräftig ins Gebirge und ich muss so manchen Kilometer schieben. Die beiden nachfolgenden Schilder mögen Euch zeigen, dass es nicht der von mir vor Beginn der Tour vermutete Spaziergang entlang des Schwarzen Meeres war. Diese oder ähnliche Schilder begleiteten mich fast den ganzen Tag. Wie hoch ich insgesamt geschoben habe, könnte mein früherer Mathelehrer jetzt sicher ausrechnen. Die Abfahrt bei 7 bis 8% Gefälle war genau 8 Kilometer lang. Am Nachmittag traf ich 2 rumänische Radler (Fotos):
Ich fuhr vor Ihnen weiter, als plötzlich dicke Wolken aufzogen und es zu blitzen und donnern anfing. Hier im Gebirge türmten sich große Wolkenberge und nach links konnte man in 10-15 km Entfernung das Meer unter einem wolkenlosen Himmel sehen. Diese Wolkenberge hatte ich ja die letzten Tage schon öfter gesehen und immer war es trocken geblieben…. Also weiter ins Gebirge! Aber ich hatte mich mal wieder verrechnet. Auf freier Fläche, weit und breit keine ausreichende Unterstellmöglichkeit und ein deftiger Gewitterregen – welch ein Spaß, welche eine Freunde. Nach einer halber Stunde war der Spuk vorbei, der Himmel klarte schnell wieder auf und nach einer weiteren Stunde waren Trikot und Straße wieder trocken.
Nach 82 km kam ich heute in der Altstadt von Nessebar an. Dieser Ort gefällt mir so ausgesprochen gut, dass ich überlege, morgen hier einen Tag frei zu machen. Der antike Ort liegt 35 km nördlich von Burgas und falls ich morgen tatsächlich bleibe, gibt es sicherlich schöne Fotos. Das sehr gute ***-Hotel kostet 25 Euro mit Frühstück.
Bis denne Erhard
Stopp, stopp, stopp! Alles zurück. Ich habe mehrere Bulgaren gefragt, wie weit es von der türkischen Grenze bis nach Istanbul sei. Alle meinten übereinstimmend, dass das wohl längst keine 100 km mehr seien. Heute habe ich mal einen Routenplaner im Internet befragt. Das sind mehr als 250 km, also knapp 2 Etappen mehr, als ich dachte. Für die Etappe zum Treffen mit Rickie und Winnie-Nachfolger habe ich ca. 90 km eingeplant – tatsächlich sind es wohl eher 110 oder 115. Von dort bis zur Grenze hatte ich wieder übereinstimmende Aussagen von Bulgaren, dass dies max. 50 km seien, also von Rickie bis Istanbul max. 150 km. Bis zur Grenze scheinen es mir aber eher gut 80 km zu sein. also: +110 + 85 +250 Das sind in der Summe noch 450 km und somit bei meiner aktuellen Leistung noch 5! Tage. Also ist morgen der Urlaubstag gestrichen und der am Dienstag auch. Es wird mir sonst einfach zu kritisch, falls doch noch etwas passieren sollte. Morgen könnte ich es schaffen Rickie zu erreichen, aber hier ist erst ab 9 Uhr Frühstück und dann werden 110 km bei den gemeldeten Temperaturen von über 30 Grad möglicherweise knapp. Sollte ich das morgen schaffen, hätte ich wenigstens den gesamten Montag als freien Tag. Ich würde dann am Dienstag meine Reise fortsetzen und wäre ohne Panne o.ä. am Do. oder wohl eher am Freitag in Istanbul. Also doch zum Ende kein so leichtes Spiel mehr, wie ich vor einigen Tagen noch gedacht habe, denn Rickie spricht im Gästebucheintag noch von einigen Hügeln.
Heute habe ich auf der Terrasse eines Fischrestaurants mit schönem Meerblick sehr gut gegessen. Die Preise sind in so einem Ort sicherlich nicht mit denen unterwegs zu vergleichen, aber im Vergleich zu den Paradeorten an der Nord- oder Ostsee immer noch günstig. Für eine Fischsuppe, Fischfilets mir kl. Salat und einigen Pommes, sowie 2 gezapften (das ist selten) Zagorka habe ich knapp 14 Euro bezahlt. Auf dem Lande bekommt man komplette Menüs mit 2 Getränken sicherlich für die Hälfte.