Beim "Public Viewing" zur Handball-Handball WM 2007 hatten wir alle viel Spaß
Den folgenden Text habe ich der Homepage der Lebenshilfe Herford
entnommen:
Die Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung
Kreisvereinigung Herford e.V. ist eine Gemeinschaft von Betroffenen, von Eltern,
Freunden und Förderern zur Vertretung der Interessen von Menschen mit geistiger
Behinderung.
Der gemeinnützige Verein hat heute 300 Mitglieder und ist als Mitglied der
Bundesvereinigung und des Landesverbandes der Lebenshilfe und des Deutschen
Paritätischen Wohlfahrtsverbandes überregional organisiert. Auf kommunaler Ebene
vertritt die Lebenshilfe Kreisvereinigung Herford e.V. die Interessen von
Menschen mit geistiger Behinderung aktiv im Behindertenbeirat der Stadt Herford
und des Kreises Herford und im Kreissozial- und Gesundheitsausschuß.
Es ist normal verschieden zu sein
Das Verständnis der Lebenshilfe geht vom Grundsatz der Selbsthilfe aus.
Menschen mit geistiger Behinderung sollen alle Chancen erhalten, ihr Leben so
selbst bestimmt wie möglich zu gestalten.
Das betrifft alle Lebensabschnitte - von der Kindheit bis in das Alter- und
alle Lebensbereiche: Familie, Arbeit, Wohnen, Sport und Freizeit.
Geistige Behinderung ist ein Ausdruck der Vielgestaltigkeit menschlichen
Lebens. Der Wert dieses Lebens ist in keinster Weise herabgesetzt.
Frühberatung und Frühförderung ist Lebenshilfe
Die Frühberatungs- und Frühförderstelle der Lebenshilfe richtet sich an
Familien, deren Kind (0 - 6 Jahre) in seiner körperlichen, kognitiven,
sprachlichen, emotionalen und sozialen Entwicklung Unterstützung bedarf.
Ziel der Frühförderung ist es, das Kind in seiner Persönlichkeit zu erkennen
und gemeinsam mit den Eltern in allen Lebensbereichen zu fördern.
Die Frühförderung bietet u.a. Beratung und Hilfestellung,
Entwicklungsdiagnostik und Entwicklungsförderung. Sie arbeitet ganzheitlich und
familienorientiert im interdisziplinären Team.
Familienentlastung ist Lebenshilfe
Die Lebenshilfe unterstützt Familien, deren behinderte Angehörige zu Hause
wohnen. Der Familienentlastende Dienst (FED) der Lebenshilfe bietet Beratung,
Betreuung und Freizeitmaßnahmen für behinderte Kinder, Jugendliche und
Erwachsene an. Der FED führt Einzel- und Gruppenbetreuungen durch.
Einzelbetreuungen werden auch in der häuslichen Umgebung angeboten. Die
Gruppenangebote reichen von Kegeln, über Kino, Disco, Kochen bis zu ausgewählten
Einzelveranstaltungen wie Theater- und Kirmesbesuche.
Die Leistungen des FED werden, bei Vorliegen der gesetzlichen Kriterien für
Menschen mit geistiger Behinderung, die in der Familie leben, nach dem
Bundessozialhilfegesetz oder über die "Verhinderungspflege" nach dem
Pflegeversicherungsgesetz abgerechnet.
Arbeit ist Lebenshilfe
Für alle Menschen ist die Arbeit eine Quelle der Selbstbestätigung, der
Definition, der sozialen Kontakte und der Integration in die Gesellschaft.
Die Rehabilitation und die Integration behinderter Menschen in das
Arbeitsleben, die wegen Art oder Schwere der Behinderung nicht oder noch nicht
wieder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein können, ist der
gesellschaftliche Auftrag der Herforder Werkstätten gGmbH.
Als anerkannte Werkstatt für behinderte Menschen nach § 142 SGB IX
beschäftigt die Herforder Werkstätten gGmbH im Füllenbruch-Betrieb 350 Menschen
mit geistiger Behinderung. Im Industrieservice Radewig sind 120 Menschen und im
Industrieservice Königstraße 65 Menschen mit psychischen Erkrankungen
beschäftigt.
Die Metallservice Vlotho gGmbH ist ein Integrationsunternehmen nach § 132 SGB
IX, das schwerbehinderte Menschen tariflich entlohnt und unter den Bedingungen
des allgemeinen Arbeitsmarktes beschäftigt.
Berufliche Integration ist Lebenshilfe
Zur Lebenshilfe Herford gehört auch der Integrationsfachdienst, der
Arbeitsplätze auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelt und die behinderten
MitarbeiterInnen in der ersten Zeit im neuen Unternehmen begleitet
(Arbeitsassistenz).
Wohnen ist Lebenshilfe
Die Lebenshilfe Kreisvereinigung Herford e.V. ist alleinige Gesellschafterin
der Lebenshilfe Wohnen Herford gGmbH
Die Lösung vom Elternhaus ist für jeden Menschen ein wichtiger Prozess auf
dem Weg in ein eigenständiges Leben. Die Lebenshilfe setzt sich dafür ein, dass
jeder Mensch mit geistiger Behinderung so selbständig und selbstbestimmt wie
möglich, seinen individuellen Bedürfnissen entsprechend, wohnen kann.
Die Lebenshilfe ist, über die Lebenshilfe Wohnen gGmbH Herford, Träger von
gegenwärtig 7 Wohneinrichtungen in Herford, Bad Salzuflen und Hiddenhausen mit
differenzierten Betreuungs- und Pflegeangeboten für 140 Menschen mit geistiger
Behinderung. Die unterschiedlichen Wohnformen, von der Wohngruppe mit 3
Bewohnern über die Wohnhäuser mit 6 bis 12 Bewohnern bis zum Wohnheim, in dem 36
Menschen ein Zuhause finden, orientieren sich an der Art und Schwere der
Behinderung. In zwei Trainingswohnungen werden die Bewohner auf ein Leben und
Wohnen außerhalb der Lebenshilfe-Einrichtungen vorbereitet.
Freizeit und Bildung ist Lebenshilfe
Die Lebenshilfe Kreisvereinigung Herford e.V. bietet über die Abteilung
Freizeit und Bildung weiterhin zahlreiche und vielfältige
Freizeitveranstaltungen für Menschen mit geistiger Behinderung und deren
Angehörige an.
Freizeitwochenenden und familienpädagogische Nachmittage und Wochenenden für
Menschen mit geistiger Behinderung und ihre Angehörigen gehören zum Angebot.
Die Lebenshilfe fördert die Erwachsenenbildung für Menschen mit geistiger
Behinderung. Kochen, Musik, Sprache, Malen, Theater, Tanz und Voltigieren sind
Freizeitaktivitäten, die große Freude bereiten.
Sport ist Lebenshilfe
Sportangebote werden über die Abteilung Behindertensport der Lebenshilfe
Kreisvereinigung Herford e.V. angeboten.
Beratung ist Lebenshilfe
Die Lebenshilfe berät und unterstützt Eltern bei ihrer Sorge für ihr
behindertes Kind und führt Informationsveranstaltungen, Vorträge, Seminare und
Gesprächskreise für Angehörige durch.
Mütter von Menschen mit geistiger
Behinderung treffen sich regelmäßig zum Stammtisch.
Spendenkonto: Sparkasse Herford 9076 · BLZ 494 501 20
Lebenshilfe Herford e.V.
Adresse:
Ackerstraße 31 32051 Herford Telefon:
0 52 21 / 9 15 3 - 0
Telefax:
0 52 21 / 9 15 3 - 160
E-Mail
info@lebenshilfe-herford.de
Foto: Yvonne freut sich bei den Bezirkssportkegelmeisterschaften 2005 im westfälischen Versmold.
aus dem Herforder Wochenanzeiger vom 1.12.2007:
17:35h, Samstag 01.12.2007 31. Weihnachts-Basar der Lebenshilfe Herford
"Alle Jahre wieder..." - und immer wieder besonders!
Herford. Traditionsgemäß lädt die Lebenshilfe Kreisvereinigung Herford e.V. am 1. Adventswochenende zum Weihnachtsbasar ein, der in diesem Jahr wieder im Festzelt vor der Münsterkirche stattfindet. Der Basar ist am Samstag, 1. Dezember, von 9 bis 19 Uhr und am Sonntag, 2. Dezember, von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Zur Eröffnung des Basars wird am Samstag um 9 Uhr die Füllenbruch-Combo weihnachtlich musizieren. Schirmherr des traditionellen Weihnachtsbasars ist der Bürgermeister der Stadt Herford, Bruno Wollbrink.
Im Mittelpunkt des Basars werden auch in diesem Jahr die vielseitigen Geschenkartikel stehen, die von geistig behinderten und psychisch erkrankten Beschäftigten der Herforder Werkstätten hergestellt wurden. Ebenso trägt der Förderkreis der Angehörigen mit einer Vielzahl handgefertigter, kreativer Artikel zum Basargeschehen bei. Das ist Lebenshilfe-Tradition - selbstgestrickte Socken, Körnerkissen, Adventsgestecke und viele weihnachtliche Geschenkideen... Eine reichhaltige Auswahl schöner und nützlicher Dinge rund um die Weihnachtszeit wird zum Verkauf angeboten. Die Tombola mit attraktiven Preisen, von vielen Unternehmen der heimischen Wirtschaft und Angehörigen gespendet, sorgt wieder für Spannung und glückliche Gewinner. In der durchgehend geöffneten, weihnachtlichen Kaffeestube werden an beiden Tagen alkoholfreier Punsch, Kaffee und selbstgebackene Plätzchen angeboten.
Der Erlös des Weihnachtsbasars kommt Menschen mit geistigen Behinderungen und psychischen Erkrankungen zugute, die in den Einrichtungen der Lebenshilfe arbeiten bzw. wohnen. In diesem Jahr wird der Erlös dafür eingesetzt, Menschen mit Behinderung ein breiteres Spektrum der Freizeitgestaltung anzubieten und ihnen diese finanziell zu ermöglichen. Die Lebenshilfe "Mittendrin" in der Tribenstraße 12 in Herford ist ein zentraler Standort des Austausches und der Begegnung. Hier wird Gemeinschaft erfahren - gerne auch zwischen behinderten und nicht behinderten Menschen. Dabei entstehen immer wieder neue Impulse für verschiedenste Freizeit-Angebote. Freizeitangebote, die insbesondere Menschen mit geistiger Behinderung fördern und so manches Mal auch schlummernde Talente entdecken lassen. Nach wie vor ist die Lebenshilfe eine Selbsthilfevereinigung und somit auf die finanzielle Unterstützung von außen angewiesen. "Gemeinsam kommen wir weiter" heißt das Motto des diesjährigen Weihnachtsbasars. So hofft Vorstandsvorsitzende Christl Windgassen wieder auf viele Besucher, deren Unterstützung, sowie den gemeinsamen Austausch in weihnachtlicher Atmosphäre. Diese wunderbare Basartradition, die vor 31 Jahren begann, ist zu einem festen Bestandteil der Herforder Weihnachtszeit geworden
Foto oben: Christoph bei unserer Jahresfahrt an den Emmer-Stausee 2005
Herford. In den Außenwohngruppen der Lebenshilfe Wohnen gGmbH in Herford leben insgesamt 14 erwachsene Menschen mit einer geistigen oder schwerstmehrfachen Behinderung. Da die Bewohner selbst nicht mobil sind und das Angebot der öffentlichen Verkehrsmittel nur eingeschränkt, bzw. von einigen Bewohnern nicht genutzt werden kann, wurde dringend ein Fahrzeug mit 9 Sitzplätzen benötigt, um am gesellschaftlichen Leben in der Umgebung teilnehmen zu können.
Die Aktion Mensch stimmte dem Förderantrag der Lebenshilfe Wohnen gGmbH Herford zu und bezuschusste den neuen VW-Transporter für die Außenwohngruppen mit 24623,48 Euro. Mit großer Freude die Bewohner der Außenwohngruppen - gemeinsam mit Ihren Betreuern - den neuen VW-Transporter entgegen. Mit Selters und alkoholfreiem Sekt stießen sie auf "Allzeit gute Fahrt!" an und freuen sich über ihre hinzugewonnene Unabhängigkeit. Für die Umsetzung der regelmäßigen, wöchentlichen Freizeitangebote, wie gemeinsamer Kinoabend, Discobesuch oder Besuche der anderen Wohnhäuser mit einer Gruppe bis zu 6 Bewohnern, ist das Fahrzeug nun häufig im Einsatz. Auch Arztbesuche und die Umsetzung von Ferienmaßnahmen lassen sich jetzt einfacher koordinieren. Aktive Integration der Bewohner in ihrem jeweiligen Umfeld und die Unterstützung bei der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, wie die Teilnahme an Vereinsaktivitäten, Gemeindeveranstaltungen und kirchlichen Veranstaltungen können nun leichter ermöglicht werden.
25.02.2008 in der NW:
„Irgendwann ging’s dann ganz allein“ 10 Jahre Ambulant Unterstütztes Wohnen der Lebenshilfe Herford
Herford. Vier Menschen waren es, die vor zehn Jahren den Anfang gemacht im „Ambulant Unterstützten Wohnen“ (AUW) der Lebenshilfe Herford gemacht haben. Mittlerweile sind es 32. Am Samstag wurde das Jubiläum bei einem Frühstück in der Beratungsstelle an der Tribenstraße gebührend gefeiert. Auch, weil einige kaum noch oder gar keine Betreuung mehr benötigen.
Susanne Möhle (37) war eine von zwei Frauen der ersten Stunde. Sie arbeitet in den Herforder Werkstätten und wohnt in Sundern, „anfangs mit der Hilfe meiner gesetzlichen Betreuerin“ sagt sie. Aber Susanne Möhle wurde von Monat zu Monat und von Jahr zu Jahr immer selbstständiger. „Viele Menschen mit einer geistigen Behinderung können allein und selbstständig leben, auf dem Wohnungsmarkt eine eigene Wohnung suchen, die ihnen gefällt und die sie sich leisten können“, erklärt die Leiterin des Ambulant Betreuten Wohnens, Kerstin Schmilgun-Nettingsmeier. Einmal im Monat trifft man sich in der Beratungsstelle zum gemeinsamen Frühstück, das von der Herforder Tafel unterstützt wird.
Susanne Möhle: „Nach einer Zeit, ich weiß nicht mehr genau wann, meinte meine gesetzliche Betreuerin zu mir, ,das klappt ja alles ganz toll, ich glaube, Du brauchst mich bald gar nicht mehr‘. Seit dem lebe ich mit meinem Freund in Sundern. Irgendwann ging’s dann ganz von allein.“ Susanne Möhle ist glücklich über ihre Selbstständigkeit. „Du kannst kommen und gehen, wann Du willst. Das ist toll. Mein Freund findet das auch.“ Susanne Möhle dreht sich zu ihm um und lächelt. Er war ebenfalls einmal Mitarbeiter der Werkstätten und hat vor einiger Zeit den Sprung in den „ersten Arbeitsmarkt“ geschafft.
„Mit mehr oder weniger Unterstützung können so Menschen mit einer geistigen Behinderung ein weitestgehend normales, selbstbestimmtes Leben führen“, erklärt Kerstin Schmilgun-Nettingsmeier.
Das Wort „Betreuung“ wurde bei der Benennung dieser Form der Begleitung von Menschen mit geistiger Behinderung absichtlich nicht gewählt. Damit soll eine klare Trennung zum betreuten Leben in einem Wohnheim gezogen werden.
„Manchmal braucht
man auch nur
jemanden zum Quatschen“
Zurzeit werden die 32 Klienten im gesamten Kreis Herford von sechs Mitarbeitern der Lebenshilfe unterstützt. Kerstin Schmilgun-Nettingsmeier: „Je nachdem, welche Hilfen sie brauchen, gehen die Mitarbeiter mit zur Sparkasse, begleiten bei Amtsbesuchen, gehen mit einkaufen, leiten zum richtigen Putzen an oder finden gemeinsam Freizeitbeschäftigungen.“
Das Paar der ersten Stunde sind Helga Wolter und Bernd Steffener. Sie zogen am 16. Februar 1998 in die Tribenstraße 12 in eine gemütliche Dachgeschosswohnung ein. „Mitten in der Innenstadt, das kommt uns sehr gelegen“, sagt Helga Wolter. Hilfe brauchen sie nur noch beim Kleidungskauf, beim Transport der Wocheneinkäufe mit dem Auto oder beim Lesen und Ausfüllen von Post und Anträgen. Diese Unterstützung reicht den beiden aber nur fast. Helga Wolter: „Zum Quatschen braucht man hin und wieder auch mal jemanden, wenn man sich mit dem Freund gestritten hat zum Beispiel.“ Aber das komme so gut wie nie vor.