Die Vision wird historisch Die zweitälteste Kirmes Deutschlands kehrt zurück zu den Wurzeln
Herford. Die Stadt hat drei große Kirmessen im Jahr: die zu Ostern, die anlässlich der Vision und die City-Kirmes. Zwei waren auf der Kiewiese und dort hatte sich die Vision überlebt. Jetzt hat die Stadtmarketingagentur Pro Herford in Zusammenarbeit mit den Schaustellern ein Konzept erarbeitet, bei dem Kommerz und Kultur in Einklang gebracht werden. Die Vision wird vom 19. bis 22. Juni rund um die Münsterkirche, auf dem Rathaus- und dem Stephansplatz stattfinden.
„Die Vision ist mehr als Kirmes“, sagte Frank Hölscher, Prokurist der Pro Herford. Als Veranstalter hat die Stadtmarketingagentur den Anspruch, Außergewöhnliches zu bieten. Unter dem Motto „Kirmes – Kirche – Kultur“ will sie die historischen Wurzeln der Kirmes wieder sichtbar machen. Wie in den vergangenen Jahren wird es ein Visionsspiel geben, dass an der Marienkirche beginnt und mit dem Bettlerbesuch bei der Äbtissin vor der Münsterkirche endet. Doch das wird nicht das einzige Schauspiel bleiben. Die Jugendtheatergruppe des Stadttheaters und Mitglieder der Landesarbeitsgemeinschaft Spiel und Theater spielen an allen Tagen historische Szenen nach. Beratend beteiligt war Stadtarchivar Christoph Laue.
Bei den schauspielerischen Darbietung wird nicht nur die frühmittelalterliche Zeit dargestellt, es wird auch auf Herfords hanseatische Vergangenheit angespielt. Das Ganze wird sich auf einer Bühne abspielen, die auf dem Rathausplatz aufgebaut wird. Dort soll auch ein Biergarten entstehen. „Wir wollen den Besucher nicht nur Action, sondern vor allem eine Atmosphäre bieten, in der sie sich wohl fühlen“, sagt Willi Parpalioni, stellvertretender Vorsitzender des mitteldeutschen Schaustellervereins. Die Fahrgeschäfte werden hauptsächlich historische Schätzchen aus den 1920er Jahren sein. Bisher habe er das Fest der Vision als dreiteilig erlebt, sagt Johannes Beer, Pfarrer der Gemeinde Herford Mitte. „Jetzt werden die Teile Schauspiel, Umzug und Kirmes zusammengeführt. Und der ökumenische Gottesdienst unter freiem Himmel ist ein schöner Abschluss des Umzuges.“
An den Visionstagen wird in Herford viel los sein: Der ostdeutsche Spezialitätenmarkt wird stattfinden, der Umzug anlässlich des 175-jährigen Bestehens des Königin-Mathilde-Gymnasiums und zur Einstimmung am Donnerstag oder Freitag vorher die Übertragung des Viertelfinales der Fußball-Europameisterschaft. Die wird ab 20.45 Uhr auf einer großen Leinwand in der Markthalle gezeigt. Die Pro Herford erwartet zu dieser Veranstaltung mehr als 1.000 Zuschauer. ¦ Kommentar, 3. Lokalseite