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Einer von vier Menschen ist ein Chinese.
Falls dein Vater; deine Mutter
und deine Schwester es nicht sind;
dann bist du einer.

11:02h, Sonntag 03.02.2008 aus Herforder Wochenanzeiger
Warum Bünyamin und Benjamin sich nerven

Familienseminar auf Langeoog


Kreis Herford. In der ersten Osterferienwoche lädt das AWO Familienbildungswerk Alleinerziehende, Familien mit mehr als zwei Kindern und Migrantenfamilien zu einem Familienbildungsurlaub zum Thema Kommunikation auf Langeoog ein. Inhaltlich geht es in dieser Woche um das Verstehen und Verstanden werden, wobei auch Fragen der interkulturellen Kommunikation behandelt werden.#99Denn wer sich auskennt mit den Verwicklungen, die entstehen können, wenn sich Menschen unterschiedlicher Kulturen begegnen, kann lösungsorientiert reagieren. Von anderen Kommunikationsseminaren unterscheidet sich die Osterwoche dadurch, dass Kinder erwünscht sind - während der Seminarzeiten wird für mitreisende Kinder eine kompetente Betreuung mit Spiel und Spaß angeboten. Das Seminar findet vom 15. bis 22. März im dann frisch renovierten und umgebauten Schullandheim Kajüte statt, eine Anreise mit dem Reisebus ab Herford und Bielefeld wird vom Familienbildungswerk organisiert. Infos beim AWO Familienbildungswerk im Kreis Herford, Telefon 0 52 24 / 9 12 34 18

Dein Christ ist ein Jude.
Dein Auto ein Japaner.
Deine Pizza italienisch.
Deine Demokratie griechisch.
Dein Kaffee brasilianisch.
Dein Urlaub türkisch.
Deine Zahlen arabisch.
Deine Schrift lateinisch.
Und Dein Nachbar nur ein Ausländer?????????????????

19:45h, Montag 21.01.2008
Jahreshauptversammlung des SPD Ortsvereins Mindener Straße

Herford - Soziale Stadt


Herford. Auf der Jahreshauptversammlung des SPD Ortsvereins Mindener Straße hat Bürgermeister Bruno Wollbrink ein wichtiges Ziel auf dem Weg der Stadt Herford zur "Sozialen Stadt" beschrieben. " Nur wenn sich alle gesellschaftlichen Gruppen aktiv einsetzen, wird es gelingen die Integration der Menschen mit Migrationshintergrund in unserer Stadt zu verwirklichen".


10:44h, Mittwoch 12.03.2008 aus Herforder Wochenanzeiger
Sprachförderung von migrantischen Kindern:

Chance auf eine bessere Zukunft




Herford. Der Lions Club Herford Radewiga hat eine größere Spende aus den Teilerlösen des Glückskalenders 2007 dem `Verein für soziale Arbeit und Beratung e.V.` für die
fördernde Projektarbeit im "Mobi" zur Verfügung gestellt. Der offene Treff `Mobi` des Stadtteils `Kleines Feld´ hat jeden Mittwoch und Donnerstag (außerhalb der Ferien) von 15 Uhr bis 17.30 Uhr für Kinder von fünf- bis zwölf Jahren geöffnet. Dieses, für Kinder, kostenlose Angebot hat. das Ziel,
finanziell-, bildungs- und sozialbenachteiligten Kindern eine sinnvolle
Freizeitbeschäftigung zu bieten und sie in Kleingruppen spielerisch zu fördern.
Die Grundversorgung ist durch die Stadt Herford jährlich abgedeckt. Durch weitere
finanzielle Unterstützung kann der `Verein für soziale Arbeit und Beratung e.V. (VAB)`
im Mobilheim Projekte umsetzen, die individuell an Ereignisse, Ideen und an die
Entwicklung der Kinder angepasst sind. Hierzu zählen die Sprachförderung von migrantischen Kindern aus dem Stadtteil und auch die individuelle Förderung der Motorik, welche in großen Gruppen nicht möglich sind.
Das Mobilheim hat acht Kinder mit migrantischer Herkunft und Sprachdefiziten. Die
erste Gruppe (vier Kinder und ein Pädagoge mit anerkanntem Sprachzertifikat -Andrè
Blumenstein) beginnt am 2. April und endet am 19. Juni, die zweite Gruppe beginnt direkt
nach den Sommerferien. Förderinhalte des Kurses werden Wortschatz, Grammatik und Aussprache sein.

Psychomotorische Förderung

Die Gruppe,  fünf Kinder im Grundschulalter und ein Pädagoge mit psychomotorischer
Ausbildung, beginnt am 2. April und geht bis zum 7. Mai, immer mittwochs und donnerstags.
Die Förderinhalte sind zum einen die Bewegung (Geschicklichkeit, Gleichgewicht,
Körperkoordination, Ausdauer) und zum anderen die geistig-seelischen Fähigkeiten
(Selbstbewusstsein, Lern- und Experimentierfreude).


14:02h, Samstag 11.08.2007 aus Herforder Wochenanzeiger
Integrationskonzept für Herford

Miteinander in der sozialen Stadt


Herford. Für die Stadt Herford stellt die Integration von Migrantinnen und Migranten eine zentrale kommunale Herausforderung dar und hat im Rahmen der politischen Bewertung von Stadtentwicklungszielen eine hohe Priorität erhalten. Der Sozialausschuss der Stadt Herford hat am 22. Juni 2006 den Beschluss gefasst, dass ein Integrationskonzept, als integrativer Bestandteil der Stadtentwicklung, unter Beteiligung von Kommunalpolitik, Verwaltung, Migrationsfachdiensten und Migrant/innen erarbeitet werden soll. Daraufhin hat Bürgermeister Bruno Wollbrink am 25. Januar 2007 eine Arbeitsgruppe eingeladen und einen entsprechenden Arbeitsauftrag erteilt. An der Erarbeitung des Integrationskonzeptes haben mitgewirkt: Vertreter/innen der Herforder Ratsfraktionen (CDU, SPD, Bündnis90/Die Grünen, FDP), Vertreter/innen der Migrationsfachdienste und freie Träger (AWO, Caritas, Diakonisches Werk, Deutsches Rotes Kreuz und Verein für Soziale Arbeit), Bürger/innen mit Migerationshintergrund, Vertreter der Kreispolizeibehörde, Schulleitung der Herforder Grundschulen, Vertreter/innen aus den Dezernaten/Bereichen Ausländerbehörde, Bildung, Jugend u. Soziales, Stadtplanung, Kultur und Sport. Die Arbeitsgruppe hat sich unter externer Moderation zwischen dem 25. Januar 2007 und dem 13. Juni 2007 fünf Mal getroffen und das nun vorliegende Grundsatzpapier erarbeitet. Dabei lag die Konzentration in den Handlungsfeldern Schule, Jugendhilfe, Bildung und Sprache, Arbeit und Beschäftigung, Wohnen und Leben im Alter, Gesundheit und Sport sowie Kultur und Religion. Aufgrund der Kürze, in der das vorliegende Konzept erstellt worden ist, war es nur möglich zunächst grundsätzliche Aussagen zu den einzelnen Handlungsfeldern zu erarbeiten. Es wurden Leit- und Wirkungsziele sowie Projektideen und Maßnahmen erarbeitet. In der Umsetzungsphase muss eine Vertiefung der Projektideen und vorgeschlagenen Maßnahmen erfolgen, um in ständiger Überprüfung mit den Wirkungszielen, den Erfolg, bzw. Misserfolg zu messen. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe haben abschließend den Wunsch formuliert, nach Verabschiedung des vorliegenden Integrationskonzeptes einen weiteren Arbeitsauftrag zu erhalten. Es soll ein Vorschlag erarbeitet werden, wie in der Stadt Herford die Einrichtung einer Integrationskonferenz umgesetzt werden kann. Diese Konferenz könnte auf der Grundlage des Integrationskonzeptes, unter Berücksichtigung von Ergebnissen des Kreisprojektes "KOMM IN"und des Stadtentwicklungsprogramms, im Dialog mit der Kommunalpolitik fachliche Vorschläge für die zukünftige Umsetzung von Maßnahmen und Projektideen machen

Zur Einstimmung zum Thema vielleicht die folgende Geschichte?...

Eine ältere Dame steht im Selbstbedienungsrestaurant in der Schlange und holt sich eine Terrine Erbsensuppe. Am Tisch stellt sie fest, daß die Wurst fehlt. Sie stellt die Terrine ab und reklamiert an der Theke. Selbstverständlich bekommt sie einen Teller mit der fehlenden Wurst. Wieder zurück, sieht sie, daß an ihrem Tisch ein Schwarzer sitzt und ihre Erbsensuppe probiert. Die alte Dame überlegt: 'Was tun?' Weil sie sich keinesfalls in den Verdacht der Ausländerfeindlichkeit bringen will, setzt sie sich zu dem Schwarzen an den Tisch. Sie zerteilt die Wurst in kleine Stücke, die sie je zur Hälfte dem jungen Farbigen in die Suppenterrine und sich in den Teller füllt. Dann holt sie sich noch einen zweiten Löffel und eine Kelle, füllt sich Suppe in ihren Teller, und beide essen gemeinsam den Erbseneintopf. Der junge Mann lacht, steht zwischendurch auf und besorgt zwei Glas Bier. Man prostet sich zu, und nach einem gemeinsamen Kaffee verabschiedet der junge Mann sich höflich. Ein wenig trauert die alte Dame ihm nach. Sie will jetzt auch gehen und langt nach ihrer Handtasche. Doch die ist verschwunden! Um Himmels willen. Ein Dieb? Nach verzweifelter Suche findet sich endlich die Tasche - am Nachbartisch. Und da steht auch die Terrine mit ihrer Erbsensuppe. Und langsam beginnt die alte Dame zu begreifen...

oder noch ne Geschichte?

Ein Schwarzer kommt in den Himmel und fragt den himmlischen Vater: "Sag mal, lieber Gott, warum habe ich eigentlich krause Haar mit auf die Welt bekommen?" "Damit du im Urwald nicht in den Lianen hängenbleibst!" sagt der liebe Gott lächelnd. "Und warum", sagt der Schwarze, "hast du mir so lange Beine mitgegeben?" "Damit du besser durch das hohe Savannengras laufen kannst." "Und warum ist meine Haut so schwarz?" "Damit die Sonne Afrikas dich nicht verbrennen kann!" "Okay", sagt der Schwarze, "dann habe ich noch eine Frage: Warum hast du mich eigentlich in Hoyerswerda zur Welt kommen lassen?"



Unsere neue Geschäftsstelle liegt in einem Problemviertel
unserer Stadt -- und das ist auch gut so! Der überwiegende Teil des Vorstandes hatte sich in einer "Kampfabstimmung" (gegen vereinzelte Widerstände im Verein) für diesen Standort entschieden -- dafür an dieser Stelle zuerst einmal meinen Dank, denn das war nicht selbstverständlich.

Bürgermeister, Verwaltung und Politik sind begeistert, dass wir diesen Standort gewählt haben, um das Quartier aufzuwerten.
Nach der Schließung des Schleckermarktes, des letzten Geschäftes vor Ort, bieten sich für uns ungeahnte Möglichkeiten.
Wir haben mit Detlef Zielowski einen Juristen, der seit 24 Jahren im Immobilienbereich beschäftigt ist und Anfang der 90iger Jahre nach der Grenzöffnung in 3 oder 4* völlig herabgewirtschaftete Stadtteile im Münsterland in Zusammenarbeit mit der AWO in erheblichem Umfang aufwerten konnte. Detlef, Du bist nicht nur ein Pfund an fundierten Praxiserfahrungen, sondern eine ganze Tonne davon.
Am Tag der offenen Tür haben wir bei den Politikern offene Türen eingerannt. Einer der Hauptvermieter im Viertel ist die stadteigene Wohnungsbaugesellschaft mbH, die im gesamten Stadtgebiet über 4000 Wohnungen hat. Gerade in Bereich der Nordstadt sind enorme Leerstände zu verzeichnen.
Unser Vorschlag am Tag der offenen Tür:
Wir könnten mit unserem Know how Sportangebote und ggf. weiterführende Dinge im Schleckermarkt anbieten, wenn dieser ohne große Kosten für den Verein zur Verfügung gestellt werden kann.
Der Bürgermeister regte an, einen runden Tisch einzurichten, wenn wir ein Konzept erstellen.
Die Ideen sprudeln aktuell. Detlef ist mit seinem Wissen aus der Praxis hier nicht wegzudenken. Ich glaube, dass könnte eine tolle Sache werden und ich werde an dieser Stelle weiter berichten.
Hier erst einmal ein Pressebericht zur gestrigen Veranstaltung:

     
 

Dienstag, 15. Januar 2008
Tag der offenen Tür
Mein Text an der Herforder Wochenanzeiger wurde 1:1 übernommen, selbst mit meinem Rechtschreibfehler in der Überschrift, sorry. Hier der Text aus der Online Ausgabe , der morgen oder am WE in der Printausgabe erscheint:


15:37h, Dienstag 15.01.2008
Gesundheits- und Behindertensportgemeinschaft Herford e.V.

Tag der offener Tür in neuer Geschäftsstelle




Herford. Die Gesundheits- und Behindertensportgemeinschaft Herford e.V. (GBSG) eröffnete ihre neue barrierefreie Geschäftsstelle in der Magdeburger Straße mit einem Tag der offenen Tür. Der Besucherandrang übertraf alle Erwartungen.
Neben einer Vielzahl von Mitgliedern und interessierten Gästen konnten auch mit einigen Politikern und Mitarbeitern der Verwaltung Ideen für ein Engagement des Vereins in der Herforder Nordstadt diskutiert werden.
Integration von zugewanderten Menschen ist auch in Herford ein gesellschaftspolitisches Thema von größter Bedeutung und es wird angesichts der demografischen Entwicklung sicher noch an Bedeutung zunehmen. Die GBSG möchte hier eine Mauer aufbrechen -- „Integrieren statt ignorieren“ und zwar durch Sport.
Der Sportverein bietet mit seinen weitreichenden individuellen und sozialen Möglichkeiten ein wichtiges Handlungsfeld für eine langfristige Integration, denn im Sport haben individuelle Bedürfnisse und kulturübergreifende gemeinsame Interessen gleichermaßen ihren Platz. Auch wenn der Sport nicht per se integrativ wirkt, kann er dennoch einen wichtigen Beitrag zum Abbau von Sprachbarrieren, kulturellen Vorbehalten und zur Gewaltprävention leisten.
Im Sportverein wird Integration täglich gelebt und erfahren.
Stefen Paul, Hans-Joachim Zedler, Bruno Wollbrink und Walter Schulte sagten ihre Unterstützung zu.
Ab dem 22.1 ist die Geschäftsstelle telefonisch erreichbar (05221/109010)
Öffungszeiten:
dienstags 17:00 Uhr bis 19:00 Uhr
donnerstags: 9:00 Uhr bis 11:00 Uhr
neue Anschrift: Magdeburger Str. 19


Eintrag von Regenbogenjimmy, 17:04, Permalink  

nachfolgend das Foto der Gesprächsrunde mit dem Bürgermeister:


Aus China:
Solange du dem anderen sein Anderssein nicht verzeihen kannst, bist du noch weit ab vom Weg zur Weisheit.


Fachdienst für
Migration und Integration

Migration und Integration -
(welt) weit ein Thema mit vielen
offenen Fragen und Problemen.


Wir arbeiten daran! Beratung für Zuwanderer und sonstige
Interessierte zum Thema Migration.
Unterstützung und Begleitung im
„Dschungel" des sozialen
Sicherungssystems Deutschland,
Information und Orientierung hinsichtlich
örtlicher Integrationsangebote (wie z. B.
soziale/kulturelle Gruppenangebote usw.)
Ansprechpartner in Migrationsfragen für
Institutionen und Behörden

Zusätzliche Angebote: Frauengesprächskreise
Veranstaltungen/Aktionen -
Dialog der Kulturen und Religionen

 Wir
...beraten...
       ...helfen...
              
 
  
 

Tel.:    05221 / 167 334  

Sprechzeiten:  
Montag 09:00 - 12:00 Uhr
Mitwoch 15:00 - 17:00 Uhr
Donnerstag  16:00 - 18:00 Uhr
und nach Vereinbarung
                   
Migrationsdienst Bünde 
 


Tel.:    05223 / 56 19  
Fünfhausenstraße 19  
32257 Bünde  

Sprechzeiten:  
Dienstag 09:00 - 11:00 Uhr
Donnerstag 14:00 - 17:00 Uhr
und nach Vereinbarung

aus dem Nachbarkreis im Lippischen Wochenanzeiger:

11:25h, Mittwoch 23.01.2008
Sabine Beine Integrationsbeauftragte beim Kreis Lippe

Migranten als Zukunftsthema


Kreis Lippe. Landrat Friedel Heuwinkel hat jetzt die Leiterin des Fach­ge­bietes Ausländer- und Staatsangehörigkeitsangelegenhei­ten, Sabine Beine, zur Integrationsbeauftragten des Kreises Lippe bestellt. "Nicht zuletzt durch den Nationalen Inte­grationsplan der Bundesregierung ist deutlich geworden, dass die Inte­gration von Migranten ein wichtiges Zukunftsthema auch für die regionale Entwicklung vor Ort ist", unterstrich Landrat Friedel Heuwinkel bei der Er­nennung im Detmolder Kreis­haus. Deswegen soll Sabine Beine nun die weitere Vernetzung der Integrationsarbeit von Kom­mu­nen, freien Trägern und Migrantenselbst­organi­sa­tio­nen im Kreisgebiet vorantreiben. Die Bestellung erfolgt zunächst für die Wahlzeit des Kreis­tages.

Die Handlungsfelder einer Integra­tions­beauftragten liegen sowohl innerhalb als auch außerhalb der Kreisverwaltung. "Dabei fungiert Sabine Beine zukünftig als koordinierende Stelle zwischen den Interessen von Migranten, Verbänden und Organisationen, der öffentlichen Verwaltung und den politi­schen Gremien", so der Landrat weiter. "Meine Aufgabe ist es, den bestehenden Arbeitskreis "Integration" zu betreuen bzw. weiter auszubauen und die Integration der Migranten im Kreis Lippe durch Öffentlichkeitsarbeit und Initiierung von Projek­ten zu fördern", erläutert Sabine Beine ihren Auftrag. In Kooperation mit Partnern aus allen gesellschaftlichen Bereich­en möchte sie das gegenseitige Verständnis zwischen der Mehrheitsgesellschaft und den Migranten vertiefen, Konzepte für die weitere Integrationsarbeit im Kreis Lippe erarbeiten und die bereits bestehende Integrationsarbeit im Kreis Lippe in Zusammenarbeit mit den kreisangehörigen Städten und Gemeinden koordinieren.

Im Kreis Lippe leben derzeit über 20.000 Ausländer, was einem Anteil von 5,75 Prozent der Gesamt­einwohner entspricht. Dazu kom­men rund 40.000 Aussiedler aus dem Gebiet der ehemaligen UdSSR. Insgesamt liegt der Anteil der Migranten in Lippe mit rund 16 Prozent deutlich über dem Landes­durchschnitt von 13 Prozent. Als Leiterin des Fachgebietes Aus­länder- und Staatsange­hörig­keitsangelegenheiten hat Sa­bine Beine bereits wesentliche Auf­gaben einer Integrations­beauf­tragten wahrgenommen.

In Kürze wird der Kreis Lippe auch seinen Bericht über das Projekt "Vielfalt in Lippe" vorlegen. Mit diesem Projekt hat der Kreis Lippe in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Lippe neue Maßnahmen zur Integration von Migranten angestoßen.

Weitere Informationen zur Integration von Migranten in Lippe gibt es auch auf der Homepage von Vielfalt in Lippe.Bildtext Integrationsbeauftragte beim Kreis Lippe: Landrat Frie­del überreicht Sabine Beine die Ernennungsurkunde.






Der Bürgertreff Nordstern ist.......



eine Einrichtung des Diakonischen Werk Herford eine Begegnungszentrum für die Bewohner des Stadtteils ein Anlaufpunkt für die verschiedensten Anlässe

Im Bürgertreff Nordstern werden verschiedene aktivitäten Angeboten: Sprechstunde des Jugendmigrationsdienst, des Diakonischen Werkes Herford, durch Herrn Lindemann, jeden Montag ab 15 Uhr Deutsch – Russischer Chor, Lydia Wingert, jeden Montag und Donnerstag ab 18 Uhr Offener Bereich: Raum für Begegnungen, Gespräche, Spiele, jeden Montag von 16 bis 20 Uhr Deutsch Sprachkurs für Migrantinnen, In Via, Frau Killmer, jeden Montag und Donnerstag von 10 bis 12 Uhr Bibelgesprächskreis, Herr Hellweg, alle 14 Tage, dienstags von 19 bis 21 Uhr Seniorenclub der AWO, durch Frau Steinmann, jeden Dienstag von 15 bis 17 Uhr Offener Bereich: Raum für Begegnungen, Gespräche, Spiele, jeden Mittwoch von 16 bis 20 Uhr Geselliges Frühstücksangebot jeden Freitag von 10 bis 13 Uhr Nähgruppe für Frauen, Frau Levynska, jeden Freitag von 16 bis 19 Uhr Treff für Junge Erwachsene am Wochenende, in den Abendstunden ( Fr, Sa und So ),

sowie am Montag Abend von 20 Uhr bis 23 UhrJeden ersten Mittwoch im Monat: Geselliger Nachmittag mit frisch gebackenen Waffeln von 16 bis 18 Uhr Alle zwei Monate gemeinsame Ausflüge



Fast alle Angebote sind kostenlos und offen für alle. Für das Frühstücksangebot wird ein Kostenbeitrag von 3,00 € für ein umfangreiches Frühstücksbüffet mit Getränken erhoben.

Für das Angebot „Geselliger Nachmittag mit frisch gebackenen Waffeln“ wird ebenfalls ein Kostenbeitrag von 3,00 € erhoben. Die Gäste können sich unbegrenzt satt essen und trinken.

Für die Ausflüge werden die Kosten ebenfalls umgelegt. Bedürftige werden finanziell unterstützt.

Geplante Angebote:



1.      Erzählcafe

2.      Gedächnistraining

3.      Seniorengymnastik

 

Wir arbeiten generationsübergreifend und vor allem kultur- und religionsübergreifend.

Gerade aber für die älteren Menschen hier im Stadtteil Nordstadt ist es besonders wichtig aus ihrer Isolation heraus zu kommen, um Kontakte zu knüpfen und Kontakte zu pflegen.

Dabei versuchen wir durch unsere Angebote das besonders die älteren Menschen psychisch und auch physisch fit bleiben, um ihre Kompetenzen erhalten. Zusätzlich sollen sie aber auch Unterstützung finden, denn mit zunehmendem Alter, nehmen auch leider die Anforderungen an ältere Menschen zu.

So wollen wir ein soziales Netz im Stadtteil entstehen lassen.

Der Bürgertreffpunkt Nordstern soll ein Teil davon sein, in Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden, der Stadt Herford, den Wohnbaugesellschaften und vor allem den Bewohnern.

 

Neue Menschen aus der Nachbarschaft kennen lernen.

Die Menschen zusammen führen.

Vorurteile und Begegnungsängste abbauen.

Nachbarschaftshilfen fördern.

 

Das „Team“ des Bürgertreffpunktes Nordstern setzt sich aus einem hauptamtlichen Sozialarbeiter des Diakonischen Werk Herford, Honorarkräften und ehrenamtlichen Gruppenleitern zusammen.

 

Die Einrichtung wird finanziert durch Mittel des Diakonischen Werk Herford, der Stadt Herford, sowie den Wohnbaugesellschaften WWS ( Wohn und Wirtschaftsservice ), Wohnungsgenossenschaft und Gagfah.

 




Diakonisches Werk Herford  

Bürgertreff Nordstern

Magdeburger Str. 21

32049 Herford

Telefon 05221 - 174655

Wiedereröffnung des "Nordstern" nach der Renovierung direkt neben unserer Geschäftsstelle -- wenn das keine Chance ist.
Gestern zur Wiedereröffnung ist fast der gesamte Vorstand der GBSG aufgelaufen und es hat interessante Gespräche gegeben, wie sich unser Verein mit einbringen kann.
Außerdem kann möglicherweise ein Raum von uns mit benutzt werden.
Hier der heutige (29.1.2008) Artikel der NW zur Wiedereröffnung des Stadtteiltreffs:

Nordstern als Knoten im Quartiers-NetzwerkBürgertreff in der Nordstadt nach Umbau wieder eröffnet
Herford (rab). Bis in den späten Freitagabend hinein hatten die Sozialarbeiter Andreas Winter, Ute Junghans und viele ehrenamtliche Helfer aus dem Quartier um den Magdeburger Platz gearbeitet, damit der Bürgertreff Nordstern in neuem Glanz erstrahlt.

Seit April 2004 war die ehemalige Kneipe „Nordstern“ mit Bundesmitteln als Stadtteiltreff betrieben worden. Schon früh hatte die Stadt beschlossen, nach dem absehbaren Auslaufen dieser Förderung den Bürgertreff als Keimzelle eines eigenen Stadtteilmanagements zu erhalten.

Nach den jetzt beendeten Umbauarbeiten erstrahlt der Treffpunkt in neuem Glanz. Der jetzt wiedereröffnete Treff wird in Kooperation von Diakonischem Werk des Kirchenkreises Herford, Stadt Herford und dem Wohn- und Wirtschaftsservice betrieben. Die Wohnungsbaugesellschaften Woge und Gagfah unterstützen die Einrichtung. Zahlreiche Spender wie das Möbelhaus Zumbansen oder die Sparkasse unterstützten die Umbauarbeiten mit Geld- oder Sachspenden.

Zugeschnitten ist das Angebot in den Räumen Magdeburger Straße 21 vor allem auf Senioren und Menschen mit Migrationshintergrund. Zur Zeit gehören dazu die Beratung des Jugendmigrationsdienstes, Sprachkurse, Nähgruppe, Seniorenclub der AWO und ein Bibelgesprächskreis.

Mit den neuen, hellen Räumen hat der Treff, der neben dem Café auch Raum für selbst organisierte Angebote bietet, an Attraktivität gewonnen. Schon gibt es Anfragen von Gruppen, die die Räume nutzen möchten, etwa von einer kurdischen Frauengruppe oder einer Kochgruppe.

„Das Sich-Treffen muss gelebt werden“, sagte Bürgermeister Bruno Wollbrink in seiner Rede zur Eröffnung. Er hoffe, dass sich der Nordstern zu einem Ort der Kommunikation mit einer positiven Ausstrahlung entwickeln werde. Die Zeichen dafür stehen gut.


© 2008 Neue Westfälische
Herforder Kreisanzeiger, Dienstag 29. Januar 2008


Spätaussiedlerprogramm der Diakonie Herford:

Unser Beratungsangebot umfasst folgende Schwerpunkte:

• Informationen über behördliche Zuständigkeiten und Antragstellungen

• Beratung bei persönlichen und familiären Fragen und Problemen

• bedarfsorientierte Einzelfallbegleitung von Neuzuwanderern (sog. Case-Management)

• Vermittlung von Integrationskursen und anderen Sprachkursangeboten

• Sozialpädagogische Begleitung von Migrantinnen und Migranten, die am Integrationskurs teilnehmen

• Hilfestellung bei der Anerkennung von Schul- und Berufsabschlüssen

• Überprüfung und Unterstützung bei der Durchsetzung von Rechts- und Leistungsansprüchen, wie z.B. in aufenthaltsrechtlichen Angelegenheiten oder beim Arbeitslosengeld II

• Beratung bei lebenspraktischen Angelegenheiten, wie Wohnungssuche, Einschulung von Kindern, Betreuungsangebote für Kinder, Gesundheitsversorgung, Rentenansprüche, Freizeitgestaltung, wirtschaftliche Fragen (Schulden) etc.

• Vermittlung an weitere Fachdienste oder andere Organisationen

Die Beratung ist kostenlos und unterliegt der Schweigepflicht.


17:02h, Donnerstag 11.10.2007 im Herforder Wochenanzeiger

1. Stadtgespräch der SPD-Ratsfraktion zum Thema Integration:

Bessere Chancen durch gute Deutschkenntnisse


Herford. Ein Viertel aller Herforder haben ihre Wurzeln in anderen Ländern. In 10 Jahren wird es ein Drittel sein. "Viele dieser Menschen sind inzwischen gut integriert, aber wir wollen auch nicht verhehlen, dass es besonders bei den Jugendlichen viel Frust gibt, weil sie nicht einmal eine Praktikumsstelle bekommen, geschweige denn einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz. Integration ist heute ein Thema, mit dem sich die Kommunalpolitik befassen muss", stellte SPD-Fraktionschefin Christa Jahnke-Horstmann fest, die das 1. Herforder Stadtgespräch ihrer Fraktion in der Albert-Schweitzer Schule moderierte.Die Zeiten seien vorbei, in denen von Zuwanderern gefordert wurde, sich total an die deutsche Gesellschaft anzupassen; aber es sei ebenso wenig zeitgemäß, an eine multikulturelle Gesellschaft zu glauben. Integration sei heute ein wechselseitiger Prozess zwischen Aufnahmeland und Migranten, leitete Jahnke-Horstmann die Diskussion ein. Der Dreh- und Angelpunkt einer gelungenen Integration seien gute deutsche Sprachkenntnisse, befanden übereinstimmend alle Experten auf dem Podium. Integration funktioniere, wenn Sprachkurse in die Arbeitsplatzsuche oder Praktika eingebunden sind, berichtete Iris Wolter, Leiterin der Fachdienste für Migration und Integration der Arbeiterwohlfahrt, von ihren Erfahrungen. Ältere Migranten seien allerdings überdurchschnittlich oft arbeitslos, hätten nach wie vor schlechte Sprachkenntnisse und seien schwer zu erreichen. Ähnlich sieht es Michael Lindemann vom Jugendmigrationsdienst des Diakonischen Werks. Ausländer mit Sprachproblemen fänden nicht genug Unterstützung: Ein sechsmonatiger Sprachkurs reiche bei Weitem nicht aus, eine sprachliche Basis für Integration zu schaffen. Besonders problematisch wertete er die Situation junger Aussiedler, die oft keinen oder nur schlechte Schulabschlüsse hätten, damit keine Chance in Ausbildung und Beruf bekämen und deren Frust sich häufig in erhöhter Gewaltbereitschaft ausdrücke.Stamatios Mavroudis von der Integrationsagentur des Diakonischen Werks betonte, Integration sei ein langer, schwieriger Weg, koste Zeit und Geld. Es müsse aber unbedingt verhindert werden, dass sich Migranten in ihre Muttersprache zurückziehen, sonst sei Integration nur schwer möglich. Auf einen ungewöhnlichen bisherigen Lebensweg blickt Sini?a Kontin. Er ist gebürtiger Herforder und fand in seinem Elternhaus gute Rahmenbedingungen für seine Entwicklung. Heute arbeitet er als Diplom-Ingenieur an der Universität Karlsruhe.Integration müsse als wechselseitiger Prozess verstanden werden. Darauf basiere auch das Integrationskonzept der Stadt Herford, das der Rat jetzt einstimmig beschlossen habe, sagte Sozialdezernentin Jutta Decarli. Deutschland sei heute anerkanntermaßen ein Einwanderungsland und müsse diese Tatsache als Chance nutzen. Für die kommenden Jahre wünschten sich die Podiumsteilnehmer, dass überparteilich am Integrationskonzept festgehalten und weitergearbeitet werde, dass in Zukunft vielleicht sogar Migranten im Rat der Stadt mitarbeiten, dass Kinder aus Zuwandererfamilien bessere Schulabschlüsse und damit bessere Chancen im Leben hätten. Als nächstes müsse nun die vom Rat beschlossene Integrationskonferenz eine Prioritätenliste aufstellen, damit abzusehen sei, wie viel Geld für konkrete Projekte zur Integration benötigt werde. "Das Integrationskonzept der Stadt darf jetzt nicht in der Schublade verschwinden" sagte Christa Jahnke-Horstmann abschließend. Dem ersten Stadtgespräch der SPD-Ratsfraktion sollten regelmäßig weitere folgen. Nächster Termin ist der 7.November. Dann wird es um Bürgerbeteiligung gehen. "Wir möchten zu aktuellen Themen informieren, mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutieren und sie an Entscheidungen, die wir für Herford auf dem Weg zur sozialen Stadt treffen wollen, beteiligen", so Christa Jahnke Horstmann.






Lippischer Wochenanzeiger (aus unserem Nachbarkreis):

08:54h, Freitag 01.02.2008
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Fremde.Heimat.Lippe.“

„Unschuldig im Gefängnis“ - Vortrag zu Abschiebehaft


Detmold. Mit Kabelbindern gefesselt, ins Flugzeug gesetzt und in eine ungewisse Zukunft geflogen – diese Bilder von unserem Umgang mit Abschiebehäftlingen sind bekannt. Was geschieht vorher, wie erleben die Abschiebehäftlinge die Zeit im Gefängnis, wie kümmert man sich um sie? Frank Gockel vom Verein „Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren“ und Flüchtlingsberater berichtete über seine Arbeit. Sein Vortrag „Unschuldig im Gefängnis“ fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Fremde.Heimat.Lippe.“ der Lippischen Landeskirche und des Diakonischen Werks am Dienstagabend im Gemeindehaus der Marktkirche statt.

„Die Leute verstehen es nicht. Sie verstehen nicht, dass man, ohne eine Straftat begangen zu haben inhaftiert werden kann.“ So schilderte Frank Gockel die Erfahrung, die er bei der ersten Kontaktaufnahme mit Abschiebehäftlingen immer wieder macht.

Die Fragen, die sie dann an die Besucher vom Verein Hilfe für Menschen in Abschiebehaft haben, sind immer gleich: „Was ist passiert? Wieso bin ich hier? Wie komme ich hier wieder raus?“.

Frank Gockel kennt diese Fragen seit 12 Jahren. Damals trat er dem Verein bei. „Das ist ein bunter Haufen von Menschen zwischen 17 und 70 Jahren aus dem karitativen und kirchlichen Bereich sowie aus dem linken politischen Spektrum“, erzählte er. „Wir haben nirgendwo Berührungsängste, aber als Kegelverein würde das sicher nicht funktionieren“, fügte er lächelnd hinzu.

Mit 13 weiteren Helfern besucht er regelmäßig die Häftlinge in der Abschiebehaftanstalt Büren, die Haftanstalt in NRW, in die die Männer eingewiesen werden. Die für Frauen ist in Neuss. „In Büren sind zur Zeit etwa 150 Häftlinge, es waren aber auch schon mal 500“, sagte Gockel.

Die Mitglieder des Vereins dürften keine Rechtsberatung erteilen, aber man kümmere sich um alltägliche Probleme. Für die Gefangenen sei es wichtig, einfach mal eine Stunde aus dem Alltag des Gefängnisses zu kommen, ergänzt Gockel. Besuche finden nämlich auf dem Gelände in einem Besucherhaus statt. Man sei von der Gefängnisleitung und dem Wachpersonal nicht immer gern gesehen, aber: „Da wir nichts Gesetzwidriges machen, kann man uns auch nicht einfach so rausboxen.“

Üblicherweise würden die Häftlinge zunächst für drei Monate eingewiesen. Seien die Häftlinge innerhalb dieser Zeit nicht abgeschoben worden, gebe es einen Verlängerungsantrag der Behörde. Die Rechtssprechung dazu sei besonders am Amtsgericht Paderborn katastrophal, so Gockel. Der zuständige Richter habe lediglich vier Freilassungen bei insgesamt etwa 10.000 Fällen angeordnet.

Aus Angst vor Abschiebung gebe es Selbstverletzungen wie Verbrennungen und Verstümmelungen, Selbstmordversuche und viele psychische Probleme unter den Häftlingen. Wenn sie abgeschoben würden, sei ihre Zukunft oft ungewiss, so Gockel. So seien von 14 Gefangenen, die nach Guinea abgeschoben wurden, drei verstorben, vier im Gefängnis gelandet, und von sieben fehle jede Spur, wie eine Recherche vor Ort ergeben habe. „Das ist nicht einfach zu verkraften. Es tut weh, wenn einer gehen muss, und noch mehr weh, wenn man anschließend nichts mehr von ihm hört“, sagte Frank Gockel. „Jugendliche müssen raus, Schwangere, Alleinerziehende, alte Leute, Schwerbehinderte, psychisch Schwerstkranke oder HIV-Kranke im Endstadium“, so Frank Gockel zu den dringendsten Forderungen zur Abschiebehaft. Langfristig sei klar: „Abschiebehaft ist Unrecht und gehört abgeschafft.“ Jeder könne helfen, beispielsweise durch Telefonkarten-Partnerschaften oder durch Geldspenden für Anwaltskosten, Reisegelder, Kleidung und Hilfe in besonderen Härtefällen.

Auskunft über Telefon 070022997711, oder auf der Homepage ‚gegenAbschiedehaft’. Foto: Pfarrer Dieter Bökemeier, der Flüchtlingsbeauftragte der Lippischen Landeskirche, im Gespräch mit Frank Gockel, Vorsitzender des Vereins „Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren“. (v.l.)



19:23h, Donnerstag 04.10.2007 aus Herforder Wochenanzeiger
Ausländerbehörde hätten Handlungsspielraum gehabt

Bündnisgrüne kritisieren Abschiebung von Moussa Yacoubou


Herford.
Auf grundsätzliche Kritik der Ratsfraktion Bündnis90/DIE GRÜNEN ist das Verfahren der Herforder Ausländerbehörde bei der kürzlich erfolgten Abschiebung der 18jährigen Togoerin Moussa Yacoubou und ihres Kindes gestoßen. „Die bisherigen Stellungnahmen der Ausländerbehörde machen deutlich: Die Ausländerbehörde hätte sehr wohl Handlungsalternativen gehabt ? sie wollte sie aber nicht nutzen“, heißt es in einer Stellungnahme der Grünen. Vor diesem Hintergrund sei auch von Bürgermeister Bruno Wollbrink ein klares Wort in dieser Angelegenheit zu erwarten: Bisher verstecke er sich hinter den Stellungnahmen der Ausländerbehörde, ohne selbst eindeutig Position zu beziehen. Im Zentrum der grünen Kritik steht die Aussage der Ausländerbehörde, das gewählte Verfahren einer kurzfristigen Ankündigung und eines sofortigen Vollzugs der Abschiebung ohne Vorbereitungszeit für die Betroffenen sei „sinnvoll“, um die Erreichbarkeit und damit den Erfolg der Abschiebung sicher zu stellen. „Die Ausländerbehörde kann aber nicht belegen, dass das angewandte Verfahren wirklich zwingend geboten bzw. ein anderes, humanes Verfahren des Umgangs mit Frau Yacoubou nicht möglich gewesen wäre“, so die Grünen. Vor diesem Hintergrund und für künftige vergleichbare Fälle fordern die Grünen eine andere Abwägung ? bei der das bei Inländern selbstverständliche rechtsstaatliche Prinzip, ausreichend Zeit zur Vorbereitung auf behördliche Maßnahmen zu geben, beachtet werde. Gerade in diesem Falle wäre dies wichtiger gewesen als das Beharren der Ausländerbehörde an einer schnellen Durchführung der Abschiebung. Eine solche Vorgehensweise widerspreche keinesfalls dem geltenden Recht und Gesetz. Die Aussage der Ausländerbehörde, die Aufenthaltsbeendigung sei „so human wie möglich vorbereitet und umgesetzt worden“, stieß im Übrigen auf heftige Kritik der Grünen: „Diese Äußerung ist aus unserer Sicht inhaltlich wie sprachlich nicht akzeptabel, zumal sie die notwendige Sensibilität für Situation und Gefühle der Betroffenen vermissen lässt.“ Die Grünen erwarten, dass der Bürgermeister künftig eine aktivere Rolle bei der Begleitung der Tätigkeit der Ausländerbehörde spielt: „Er sollte sich frühzeitig über alle anstehenden Abschiebeverfahren informieren lassen, um eine Nutzung von rechtlichen und verfahrensmäßigen Handlungsspielräumen sicher zu stellen.“ Dabei bestehe auch die Möglichkeit, sich von in der Flüchtlingsarbeit erfahrenen Personen beraten zu lassen.


Schicksal einer 18jährigen Togoerin aus Herforder Wochenanzeiger

Überraschungs-Coup, oder reguläre Abschiebung?


Herford (jan). "Lamie"- hinter diesem Namen verbirgt sich ein schicksalhaftes Leben, einer jungen Togoerin, die vor zwei Wochen aus Herford wieder in ihre Heimat abgeschoben wurde. Nach bewegenden Stationen eines recht kurzen Deutschlandaufenthaltes ging sie seit August zur Gesamtschule Friedenstal mit dem Ausblick auf ein ganz normales Leben. Doch das sollte leider nur ein Traum bleiben: Mittlerweile ist sie mit ihrem einjährigen Sohn Ikbal wieder zurück in ihrer Heimat Togo. Mit 16 Jahren wurde das junge Mädchen zwangsverheiratet und laut Aussagen der Vormünderin Brigitte Gärtner-Coulybali von ihrem Mann in Hamburg eingesperrt, vergewaltigt und geschlagen. In dieser Zeit wurde sie schwanger. Über mehrere Zwischenstationen landete sie letztendlich mit ihrem kleinen Sohn Ikbal in Herford, wo sie seit August die Gesamtschule Friedensthal besuchte. "Untergebracht war sie zunächst in Herford, musste dann aber erneut die Unterkunft nach Bielefeld wechseln, da sie von ihrem Mann verfolgt wurde, der sie vermutlich prostituieren wollte", so Brigitte Gärtner-Coulibali. Unbeschreiblich furchtbare Stationen im Leben eines jungen 16jährigen Mädchens! Umso positiver war die Entwicklung, die Lamie seit August 2007 in der Gesamtschule Friedensthal machte. "Sie wurde unsagbar schnell integriert. Sie wirkte aufgeschlossen, interessiert und sogar fröhlich", berichtet Lehrer Detlev Paul. Unter vollster Unterstützung ihrer Mitschüler lernte sie erstaunlich schnell Deutsch und hielt am 5. September diesen Jahres im Geschichtsunterricht ein Referat über ihr Heimatland Togo. Zu diesem Zeitpunkt konnte sie laut Aussage ihrer Vormünderin noch nicht im Entferntesten ahnen, dass sie noch am selbigen Tage, genau dorthin wieder zurück reisen sollte. "Drei Stunden nachdem sie referiert hat, erschien Lamie bei der Ausländerbehörde, um sich Versorgungs-Gutscheine abzuholen. Dort erfuhr sie von der plötzlichen geplanten Abschiebung, die schon einige Stunden später konkret umgesetzt wurde.", informiert Gärtner-Coulibali, "Das bedeutete für Lamie: Koffer packen, Kind wickeln, ab in den Bulli zum Frankfurter Flughafen." Dr. Winfried Eisenberg, Vorsitzender des Kinderschutzbundes in Herford beurteilt die Lage wie folgt: "Meiner Meinung nach ist sowohl dieser Überraschungs-Coup, als auch eine Ablehnung des Asylantrages völlig menschenunwürdig, da es hier sowohl um die Zukunft des junges Mädchens, als auch um die ihres Kindes geht!" Eine völlig andere Sicht der Situation von Hamdiatou Moussa Yacoubou, wie Lamie offiziell hieß, vermittelt Jürgen Nienaber von der Herforder Ausländerbehörde: "Der Asylantrag wurde bereits im Januar 2006 abgelehnt. Lamie wusste also seit anderthalb Jahren, dass sie wieder in ihre Heimat Togo zurückkehren muss". Das Verfahren habe sich aufgrund der zu beschaffenden Formulare in diesem Fall immens verzögert. "Von einer Nacht und Nebelaktion kann in diesem Fall nicht im Geringsten die Rede sein", so Nienaber. Er persönlich habe Lamie mit ihrem kleinen Sohn Ikbal nach Bielefeld zur Zentralen Ausländerbehörde gefahren. Während des Transfers habe Lamie noch freudig mit ihrem Sohn gespielt und von ihrer Familie in Togo erzählt.#99So die unterschiedliche Darstellung der Situation von Lamie und ihrem einjährigen Sohn. Fakt ist, das Lamie seit zwei Wochen wieder in Togo ist, und seitdem kein Kontakt besteht. Alle Beteiligten, sowohl die Vormünderin Brigitte Gärtner-Coulibaly, Lehrer Detlev Paul und ihre ehemaligen Mitschüler hoffen, dass sich das bald ändert und das Lamie eine Möglichkeit findet, ein Lebenszeichen von sich zu geben.


aus Herforder Wochenanzeiger
11:38h, Samstag 29.09.2007
Moschee-Besuch der Ratsfraktion von Bündnis90/Die Grünen

Integration beginnt mit Gleichberechtigung


Herford. Die Ratsfraktion von Bündnis90/Die Grünen hat die kürzlich errichtete Moschee und das Türkische Begegnungszentrum an der Bielefelder Straße 62/Ecke Westring besucht. Auch einige Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung der Umweltpartei zu einer Besichtigung der umgebauten Räume und zum Gespräch mit Vorstand und Mitgliedern des Moschee-Vereins.Themen des Gesprächs waren vor allem die Chancen von Zuwandererkindern im Bildungswesen sowie die gegenwärtige Bedeutung des muttersprachlichen Unterrichts innerhalb des schulischen Stundenplans. Kritisch wurde in diesem Zusammenhang vor allem auf die Schulformempfehlungen nach dem vierten Schuljahr hingewiesen: "Wir haben den Eindruck, dass man uns nicht zutraut, unsere Kinder auch in weiterführenden Schulen ausreichend zu unterstützen", betonte Selma Basuslu, eine der GesprächsteilnehmerInnen. Mehr LehrerInnen mit Migrationshintergrund könnten dabei einen Beitrag zur Verbesserung der Chancen von Migrantenkindern darstellen.#99Auch über die ausreichende Verfügbarkeit von nahe gelegenen Kindergartenplätzen und die Bedeutung und Qualität der Integrationskurse wurde engagiert diskutiert. Der Vorsitzende des Seniorenbeirats der Stadt Herford, Volker Stumpf, sprach die besondere Problematik älterer Zuwanderer in der Gesellschaft an. Und Dr. Klaus Kirchhoff stellte den Deutsch-Türkischen Freundschaftskreis vor, der Kinder und Jugendliche türkischer Herkunft in ihrer schulischen und beruflichen Entwicklung unterstützen will. An dem Gespräch beteiligten sich auch der scheidende Imam der türkischen Migranten, Ahmet Yilmaz, der frühere Vorsitzende des Ausländerbeirates, Ali Isik und die grüne stellvertretende Bürgermeisterin Angela Schmalhorst. Die VertreterInnen der Türkischen Migranten und der Grünen vereinbarten, künftig die Kontakte zu intensivieren. "Integration beginnt dort, wo Gleichberechtigung und gegenseitiger Kontakt möglich ist", betonte Ali Isik in seinem Schlusswort.


Hier mal etwas aus dem Nachbarkreis Gütersloh:
aus Gütersloh-direkt:

14:25h, Samstag 02.02.2008
Veranstaltungen rund um den Internationalen Frauentag:

Fremde Schwestern kennen lernen




Gütersloh.
Beim diesjährigen Frauentag in Gütersloh soll vor allem eines im Mittelpunkt stehen: Das Internationale. „In Gütersloh wohnen 8952 Menschen mit Zuwanderungsgeschichte aus über 100 verschiedenen Nationen. Fast die Hälfte davon sind Frauen“, sagt Gleichstellungsbeauftragte Inge Trame. „Fremde Schwester“ lautet denn auch das Motto der diesjährigen Veranstaltungsreihe. Fremde Kulturen kennen lernen und aufeinander zugehen: Dazu gibt es in Gütersloh die Gelegenheit in 14 Veranstaltungen rund um den Internationalen Frauentag am 8. März, zu denen die Gleichstellungsstelle der Stadt Gütersloh ganz herzlich einlädt.

Dabei kann jede das Medium, die Musik oder die kulturelle Begegnung wählen, die sie möchte. Internationale Kontakte lassen sich zum Beispiel sehr gut beim gemeinsamen Kochen knüpfen. „In fremde Töpfe schauen...“ ist der Titel einer Veranstaltung am 25. Februar, von 9 bis 12 Uhr, in der VHS-Küche in der Hohenzollernstraße 43, bei der man gemeinsam in Töpfen rühren kann. Dabei lernt man landestypische Gerichte kennen und zum Essen gibt es noch Musik, Geschichten über Bräuche und Sitten sowie Einblicke ins Leben der anderen. 

Im „Lila Salon“ werden am 22. Februar, von 15.30 bis 17.30 Uhr im Parkbad alle erwartet, die Spaß an Liedern über Heldinnen haben. Das geht von Film-Heldinnen bis zu Brechts Anti-Heldinnen. Ein temporeicher und abwechslungsreicher Nachmittag ist auf jeden Fall versprochen. Und auch wenn eine Vielzahl von Frauen diesen Termin schon längst in ihrem Terminkalender hat: Am 4. März, um 9 Uhr, lädt die Gleichstellungsstelle der Stadt Gütersloh wieder ein zum Internationalen Frauenfrühstück im Parkbad. Mit anregenden Gesprächen, Musik und den Spezialitäten aus vielen Ländern.

Mit diesen und weiteren Veranstaltungen will die Gleichstellungsstelle zum einen an die Geschichte erinnern und zum anderen auf die aktuelle Situation der Frauen hinweisen. Der Frauentag geht zurück auf Streiks von 1858 und 1908, bei denen Tabak- und Textilarbeiterinnen in den USA um ihre Rechte kämpften und für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen als Arbeiterinnen. Seit 1911 gibt es den Frauentag auch in Deutschland. Damals kämpften Frauen noch um ihre Rechte als Bürgerinnen.

Gleichstellungsbeauftragte Inge Trame ist der Meinung, dass wir heute frauenpolitisch in einer widersprüchlichen und unübersichtlichen Zeit leben. „Wir haben die bestausgebildete Frauengeneration aller Zeiten, aber weder in Gremienmacht noch im Geldbeutel zahlt sich der weibliche Bildungsvorsprung aus“, so Trame. Auch die Rollenverteilung hat noch Aufholbedarf. Trame verweist darauf, dass 80 Prozent der jungen Frauen heutzutage Beruf und Familie vereinbaren, aber dass nur 40 Prozent der jungen Männer sich eine partnerschaftliche Aufgabenverteilung in der Familie vorstellen können. 
Diese und andere Themen nehmen die Aktionswochen rund um den internationalen Frauentag ebenfalls in den Blick. Das Faltblatt mit den Veranstaltungen von Lesungen über Vorträge, Feste, Ausstellungen, Stadtführung bis hin zum Gottesdienst liegen an den bekannten Stellen aus.


Die Frauenberatungsstelle für Opfer von Menschenhandel hat ihren Sitz in Herford und wurde 1997 gegründet. Sie ist für den Raum Ostwestfalen zuständig.

Ihr Name „Nadeschda“ kommt aus dem Russischen und heißt „Hoffnung“. Die besonderen Lebenssituationen von Menschenhandel betroffener Frauen machen eine umfassende Sozialberatung und individuelle Betreuungsangebote notwendig, um Notsituationen zu bewältigen und langfristig die Situation der von Frauenhandel Betroffenen zu verbessern.

Dazu gehört u.a.:
  
 
 
 



 



Sichere dezentrale Unterbringung: In einem sicheren Umfeld kann eine betroffene Frau Vertrauen aufbauen, Abstand zur erlebten Gewalt finden und so evtl. bereit sein, gegen Menschenhändler auszusagen und der Belastung eines Prozesses standzuhalten.
Die Beratungsstelle hat daher ein umfangreiches Unterbringungsnetz aufgebaut, um die psychische und physische Genesung der Opfer zu gewährleisten. Dies ist eine wichtige Maßnahme des Opferschutzes. Versorgung mit Lebensmitteln, Bekleidung und Hygieneartikeln: Dank vieler Spenden ist es der Beratungsstelle auch möglich Kindersachen, Kinderwagen und Babyzubehör bereit zu stellen. Psychische Betreuung im Rahmen des Opferschutzes: Die Beratungsstelle vermittelt diese, um die Auswirkungen von körperlicher Gewalt, Bedrohung und Einschüchterung zu lindern. Soziale und medizinische Betreuung: Viele Frauen und Mädchen sind in einem schlechten gesundheitlichen Zustand (Unterleibserkrankungen, Pilzinfektionen, HIV-Infektion). Zudem sind häufig ungewollte Schwangerschaften durch Zwangsprostitution und Vergewaltigung zu verzeichnen. Die Beratungsstelle hilft in allen Fällen konkret und unbürokratisch. Hilfen zum Lebensunterhalt: Die Beratungsstelle hilft im Umgang mit Ämtern und Behörden, um z.B. Aufenthaltsstatus und Leistungsansprüche der Betroffenen zu klären. Begleitung der Opfer bei Strafprozessen: Die Beratungsstelle begleitet Opferzeuginnen in Menschenhandelsverfahren vor Gericht. Sie sind in diesen Situationen einer besonderen Belastung und Druck ausgesetzt.
Zudem erschweren Prozessstrategien, Einschüchterungsversuche und mangelnde Sensibilität/Fürsorge im Umgang mit Opferzeuginnen den Auftritt vor Gericht.
Eine ehrenamtlich tätige Prozessbegleitgruppe unterstützt diese Aufgabe.
Die Beratungsstelle setzt sich für das Wohl, die Würde und den Schutz der Opferzeuginnen ein. Wiedereingliederung und Prävention: Die Beratungsstelle hilft bei der Beantragung von gültigen Ausweisdokumenten, die den Betroffenen in der Regel fehlen. Ebenso wird die von den meisten Frauen gewünschte schnellstmögliche Ausreise begleitet. Um eine sichere Rückkehr der Frauen in ihre Heimatländer zu gewährleisten, werden dort Kontakte zu Frauenprojekten oder Kirchengruppen aufgenommen.
Um die Präventionsarbeit in den Herkunftsländern zu unterstützen, beteiligt sich die Beratungsstelle an internationalen Netzwerken. Dazu gehören Kooperationen in Polen, Tschechien, Litauen, Weißrussland und der Ukraine und anderen Ländern in Osteuropa. Politische und Lobbyarbeit: Die Beratungstelle setzt sich für eine Verbesserung der rechtlichen Situation von Opfern von Menschenhandel - z.B. für ein Bleiberecht der Opferzeuginnen - ein. Sie ist daher Mitglied in regionalen und bundesweiten Bündnissen und beteiligt sich an Kampagnen. Sollten Sie weitere Informationen benötigen, so nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.
Nadeschda
Frauenberatungsstelle für Opfer von Menschenhandel
Bielefelder Straße 25
32051 Herford
Tel.: 05221 / 840200
Fax: 05221 / 840201



Lokales aus der NW vom 01.03.2008

Herforder Serben bangen um die Heimat
Kosovos Unabhängigkeit: „Wir lassen uns das nicht gefallen, die Kriegsgefahr wächst“


Herford. Mitte Februar hat das Kosovo die Unabhängigkeit erklärt. „Wir wollten es nicht glauben“, sagen Lazlo Dolic und Dragan Stanojevic. Beide leben seit mehr als 30 Jahren in Deutschland und lange in Herford, fühlen sich aber noch immer in erster Linie als Serben.

Das Kosovo sei nie unabhängig, sondern immer eine Provinz Serbiens gewesen. Der jetzigen Unabhängigkeit trauen sie nicht: „Das Kosovo ist abhängig von Albanien und wird dazu benutzt, den Islam in aggressiver Weise auszudehnen“, sind sie überzeugt. Im Kosovo liege die Identität der Serben, dort habe der christliche Glaube eine wichtige Bedeutung. „Die Serben, nicht die Kosovaren, haben 1.400 Kirchen in der Region gebaut. Davon werden jetzt sicherlich viele, zu viele zerstört“, sagt Lazlo Dolic. Und leiser, nachdenklicher fügt er hinzu: „Ein Teil von mir ist Kosovo.“

Nicht nur die Serben, die noch im Kosovo leben, haben Angst. Dragan Stanojevic befürchtet nicht nur die Zerstörung der serbischen, christlichen Kultur, sondern eine Ausweitung des islamistischen Terrors „in spätestens 20 Jahren“.

Die beiden Serben sprechen für etwa 200 Landsleute, die im Kreis Herford leben. Immer wieder betonen sie, dass sie nichts gegen Kosovo-Albaner haben. „Die spielen schließlich auch in unserem Fußballverein.“ Dennoch ist das Verhältnis zwischen den beiden Volksgruppen nicht ungetrübt. „Ich hasse keinen Albaner, aber ich muss sie auch nicht lieben“, findet Dolic deutliche Worte. Doch beide wollen den Kosovo-Albanern größtmögliche Autonomie zusichern. „Natürlich sollen sie ihre Sprache und ihren Glauben behalten, aber ich bin gegen eine kosovarische Armee und Polizei.

Die Unabhängigkeit sehen sie vor allem als taktischen Zug der USA, denn „deren größter Stützpunkt liegt im Kosovo.“ Und weil beide der Ansicht sind, dass die Kosovaren die Serben aus der Heimat vertreiben werden, sind sie auch sicher: „Es wird Krieg geben, denn was jetzt passiert, lassen sich die Serben nicht gefallen.“


© 2008 Neue Westfälische
Herforder Kreisanzeiger, Samstag 01. März 2008


ebenfalls NW vom 01.03.2008
Ein neuer Staat macht Angst
Junge Roma sind besorgt wegen Kosovo-Unruhen / Angst vor Abschiebung


Herford. Am 17. Februar erklärte die südserbische Provinz Kosovo ihre Unabhängigkeit von Serbien. Seither blicken die jugendlichen Roma, die sich regelmäßig im Jugendzentrum Tott treffen, mit gemischten Gefühlen auf den Balkan. In die Sorge, dass vor allem ältere Familienmitglieder in die Unruheprovinz abgeschoben werden könnten, mischt sich die Gewissheit eines weiteren Krieges.

Die Stimmung im Keller des Jugendzentrums hat sich verändert. Berichteten die Jugendlichen vor einiger Zeit in der NW noch offen von ihren Erfahrungen als Langzeitgeduldete, wollen sie jetzt unerkannt bleiben: „Keine Nachnamen und schon gar kein Foto, bitte!“ heißt es in der Runde. „Sie verstehen die – die Albaner . . .“ Die Auto-Konvois, die am Tag der Unabhängigkeitserklärung mit ihren albanischen, nicht kosovarischen, Flaggen auch in Herford unterwegs gewesen seien, haben Eindruck gemacht und Ängste geschürt.

Ihre Informationen aus dem Kosovo bekommen sie aus dem serbischen Digital-Fernsehen und von deutschen Sendern. Für die Jugendlichen ist das unabhängige Kosovo nicht selbstständig, sondern eine de-facto-Provinz Albaniens. Die Unabhängigkeitserklärung ist für sie ein Versuch Albaniens, seinen Einfluss auf dem Balkan auszuweiten, eine Einschätzung, die auch von zwei Mazedoniern in der Runde geteilt wird. Für die Jugendlichen war die serbische Zentralregierung einziger Garant für die Sicherheit der nach dem Krieg im Kosovo verbliebenen Minderheiten Roma, Serben oder Christen. Sie befürchten, dass die Selbstständigkeit früher oder später zu neuen Vertreibungen mit dem Ziel eines rein albanischen Staates führen werde. Den von Russland gestützten Versuchen Serbiens, diese Entwicklung aufzuhalten oder rückgängig zu machen, stehen sie positiv gegenüber, auch wenn das einen neuen Krieg bedeuten könnte, da für sie Serbien der einzige Garant für die Sicherheit von Minderheiten ist. Roma hätten auch in Jugoslawien und später in Serbien immer am Rand der Gesellschaft gelebt. „Aber da war wenigstens das Leben sicher“, sagt Shaban. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Tott sind größtenteils in Deutschland geboren oder als Säuglinge gekommen und haben seit der Novellierung des Ausländergesetzes bis auf Ausnahmen inzwischen einen gesicherten Aufenthaltstatus, sind nicht selbst unmittelbar von einer Abschiebung bedroht.

Anders sieht das jedoch bei Eltern oder Großeltern aus, etwa wenn sie den geforderten Arbeitsplatz nicht nachweisen können. Ihre Abschiebung ist weiterhin nur „ausgesetzt“. Der neue Staat könnte also eine neue Abschiebewelle auslösen, eine Einschätzung, die von Flüchtlingsunterstützungsgruppen geteilt wird. So erklärte Elisabeth Reinhardt vom Bielefelder Flüchtlingsrat, dass die Ausländerbehörden bisher Schwierigkeiten mit den Abschiebungen gehabt hätten, da die UNO-Übergangsverwaltung die Rückkehr der Roma-Flüchtling in den Kosovo abgelehnt habe, weil niemand für ihre Sicherheit garantierten konnte. Hier befürchtet Reinhardt, dass die „EU-Staaten für ihr Entgegenkommen in der Unabhängigkeitsfrage Entgegenkommen von der albanischen Regierung einfordern werden.“

„Was soll ich im Kosovo?“ fragt Bardül. Sofern die Familien dort überhaupt etwas besessen hatten, ist der Besitz während der Vertreibung verloren gegangen oder von Angehörigen der albanischen Mehrheit übernommen worden. „Wovon sollen wir leben?“ ist eine berechtigte Frage, denn von ursprünglich 150.000 Roma leben nach UN-Angaben nur noch 30.000 unter katastrophalen Umständen in Enklaven.

Die Unabhängigkeit löst nicht nur Ängste aus, sondern hat auch ganz praktische Folgen. Als Reaktion auf die Anerkennung hat Serbien bis auf Weiteres Botschaft und Konsulate geschlossen, was es für die Roma derzeit unmöglich macht, an Dokumente oder Bescheinigungen zu kommen, und die sind ständig gefragt, wenn es etwa um die Verlängerung von Aufenthaltserlaubnissen geht.


© 2008 Neue Westfälische
Herforder Kreisanzeiger, Samstag 01. März 2008

aus "Herfoder Wochenanzeiger"

17:53h, Dienstag 04.03.2008

Ausbildung zum Integrationslotsen in Melle

Fremde Kulturen annehmen und akzeptieren


  Melle. Die Integration in die deutsche Gesellschaft ist für viele Migranten eine schwierige Aufgabe. Eine andere Kultur zu akzeptieren und anzunehmen, dabei die eigenen Sitten und Traditionen zu bewahren, kann zu Problemen und Schwierigkeiten führen.  Ehrenamtlich arbeitende Integrationslotsen sollen in Melle Menschen mit Migrationshintergrund durch „schwierige Gewässer“ lotsen. Sie werden zum Beispiel in der Schule Eltern mit Migrationshintergund bei Gesprächen mit Lehrern zur Seite stehen, bei dem Umgang mit der Pflegeversicherung helfen oder überall dort, wo die zukünftigen Integrationslotsen aufgrund ihrer Feldkompetenz Einsatzgebiete sehen und erschließen möchten.  Das erste Informationstreffen zur Ausbildung zum Integrationslotsen findet am Dienstag, 11. März 2008 um 18.30 Uhr im Jugend- und Kulturzentrum „Altes Stahlwerk“, Buersche Straße 10, 49324 Melle, unter der Leitung von Erdmute Wobker statt. Finanziert wird die Ausbildung von der VHS- Osnabrücker Land in Zusammenarbeit mit dem Integrationsbeauftragten des Landkreises Werner Hülsmann. Zu der Frage, wie die Eigenschaften eines zukünftigen Integrationslotsen sein sollten, teilt die Kursleiterin Erdmute Wobker Folgendes mit: „Integrationslotsen sollten Lust und Zeit haben, sich ehrenamtlich zu engagieren. Sie können selbst einen Migrationshintergrund haben oder sollten neugierig sein auf die Werte und Normen anderer Kulturen. Sie sollten möglichst vorurteilsfrei denken oder zumindest bereit sein, ihre Vorurteile zu hinterfragen.“  Weitere erhältlich oder bei Gerda Bäumer, Tel.: 05422/965-248, bei Sebastian Cordes, Jugend- und Kulturzentrum „Altes Stahlwerk“ 05422/928786 sowie Erdmute Wobker, Reflexions-Werkstatt, 05422/703103. Diese Stellen nehmen auch Anmeldungen zur Teilnahme am Informationsabend bis Montag, 10. März entgegen. 


NW vom 12.03.2008
Das Netz in der Nordstadt

Sieben Partner kümmern sich um alte Leute


Herford. Die Menschen werden immer älter, auch in der Nordstadt. Rund ein Viertel der Bewohner sind über 60. Wer in den Hochhäusern rund um den Magdeburger Platz wohnt, will dort bleiben, wegen der vertrauten Nachbarschaft und der günstigen Mieten. Der Wohnwert wird jetzt durch ein Netzwerk gesichert.

Das besteht aus sieben Partnern. Die in der Nordstadt engagierten Pflege- und Sozialdienste sowie Wohnungsunternehmen haben gestern mit der Stadt eine Kooperationsvereinbarung betroffen. Darin werden die Aufgaben festgehalten: Das Diakonische Werk ist für das Quartiersmanagement zuständig. Es betreibt mit dem renovierten Stadtteilzentrum „Nordstern“ die Anlaufstelle. Ältere Leute können sich hier über Unterstützungsangebote informieren und erste Hilfen bekommen.

Wer gepflegt werden muss, wird von der Diakoniestation Herford II betreut. „Eigentlich bräuchten wir die klassische Gemeindeschwester mit dem sozialen Rundblick“, sagt Gerd Meyer von der Diakoniestation. „Maßarbeit“ sieht sich in der Nachfolge. Die soziale Agentur für Arbeit bietet hauswirtschaftliche und begleitende Dienste an. „Wir sollten nach einem Jahr prüfen, was die Betreuung bewirkt hat“, empfiehlt Geschäftsführer Reiner Welz.

Die Sozialdezernentin Jutta Decarli sieht den Vorteil der Zusammenarbeit darin, dass das „Wohnen im Bestand“ gesichert wird: „Das ist allemal besser als neu zu bauen.“

Als Vermieter sind die Wohnungsunternehmen Ansprechpartner für die Senioren, die so lange wie möglich selbstbestimmt in ihren Wohnungen bleiben wollen. Soweit machbar, sollen sie für Gehbehinderte besser zugänglich werden. Das Gagfah M Immobilien-Management (201 Wohnungen) und die Wohnungsgenossenschaft Herford-Stadt (56) fördern die Zusammenarbeit jährlich mit je 1.000 Euro.

Der Wohn- und Wirtschaftsservice Herford (WWS), mit 432 größter Wohnungsgeber, engagiert sich mit jährlich 5.000 Euro und stellt die Räume für den Nordstern kostenlos zur Verfügung.

Für Bürgermeister Bruno Wollbrink ist die Kooperation ein weiterer Baustein für die „sozialere Stadt“. Die ersten beiden wurden durch Partnerschaften in den (Senioren-)Wohngebieten „Im Großen Vorwerk“ und Kastanie-Allee gesetzt. Weiter geht es im Zentrum, dann kommt der Herforder Westen an die Reihe.


© 2008 Neue Westfälische
Herforder Kreisanzeiger, Mittwoch 12. März 2008