Amalfiküste/Italien

20.04.2019
So ein Mist! Als ich gegen 20 Uhr das Handyfoto vorm Flughafen in Napoli aufnahm, war ich noch guter Dinge und auf dem Weg den Autovermieter zu suchen. Meine Lieblingstochter hatte zu Hause über Check24 einen Anbieter herausgesucht und auf alles geachtet: Tank voll zu voll, Versicherung für alles, ohne Selbstbeteiligung, im Flughafenterminal, usw. und mir den Link zum Buchen geschickt. 
Als wir das Auto abholen wollten, kam das böse Erwachen:
Vanessa war als Fahrerin registriert und ich wollte mit meiner Kreditkarte zahlen. Das ging aber nicht. Nach den Geschäftsedingungen (nicht einmal klein gedruckt) muss es die Kreditkarte des Fahrers sein, von der der Preis (440 €) abgebucht und die Kaution (2000 €) geblockt wird. 
Fazit: Es war 21 Uhr und wir bekamen den PKW nicht und einen anderen mit mir als Fahrer und dann mit meiner Kreditkarte war auch nicht möglich. In Minori wartete der Vermieter auf uns und wir waren 65 Kilometer entfernt.
Also: 440 Euro futsch (vielleicht versuchen wir morgen über Kulanz etwas zu erreichen) und ab zum Taxistand. Dort wurde verhandelt: 145 Euro. Als wir gegen 22:30 Uhr ankamen, hatte sich der Preis auf sagenhafte und mir völlig unverständliche Art und Weise auf 200 € erhöht. 
Ärgerlich, aber ich ja will einen stressfreien  Urlaub mit meiner Tochter verbringen. 
Von Vincenco (der bestätigte, dass ein Preis von 130-145 Euro wohl okay gewesen wäre) wurden wir mit unserem Appartement vertraut gemacht. Es ist großzügig geschnitten und ein Balkon mit Blick auf die alte Kirche von Minori lädt morgen zum Frühstück ein. Ach nein, morgen ist ja Ostersonntag und die Geschäfte haben 2 Tage zu. Uns wird etwas einfallen.

 

21.04.2019
Es ist bewölkt, trocken und recht warm (20 oder 21 Grad). Hin und wieder fallen wenige Tropfen vom Himmel.
Was also tun? 
Die Geschäfte haben am Ostersonntag zu, die Restaurants aber nicht. Hier, genau hier wurde die berühmte neapolitanische Pizza erfunden. Vielleicht nicht direkt hier, aber bestimmt in der Gegend.
Also eine Pizza mit Blick auf's Mittelmeer!
Restaurant: Midnight Sun Bar







Sie sehen krank aus.
Ich verschreibe Ihnen eine Pizza

(Dr. Oetker)
 

Ich mag keine Tauben, überhaupt nicht! Na ja, vielleicht bis auf die weißen Friedenstauben, die ja sehr, sehr selten und sehr, sehr müde geworden sind.
In den Löchern und Fenstern ohne Glas der nahen Kirche fühlen sich zig Tauben pudelwohl.


Eric Cantona hat mal sinngemäßg gesagt:


Mit Rassisten diskutieren, das ist, wie mit einer Taube Schach spielen:
Egal wie gut du bist, egal wie sehr du dich anstrengst, am Ende wird die Taube aufs Spielfeld kacken, alles umschmeißen und umherstolzieren, als hätte sie gewonnen.

 

Während die Altstadt der östlich gelegenen Stadt Maiori 1954 durch ein Unwetter (Fluss Rheginna trat über die Ufer) völlig zerstört wurde und modern wieder aufgebaut wurde, hat das Dorf Minori das Unwetter unbeschadet überstanden und den Charme und Flair des Alten behalten.
Heute haben hier sowohl ein hochwertiger kleiner Pastabetrieb hier ihren Satz, als auch Sal de Riso dem wohl berühmtesten Konditor der Amalfiküste, der mittlerweile national ausgezeichnet wurde und Zulieferer vieler bekannter Hotels und Restaurants ist. Die Vielfalt an Desserts die an der Bar an der Promenade zu geniessen sind ist beeindruckend und macht Minori damit für einen Geheimtipp für die Liebhaber der Süsswaren. Eine weitere Besonderheit ist die ausgegrabene römische Luxusvilla aus dem 1. Jahrhundert, die im Antiquarium zu besichtigen ist und an den Einfluss des römischen Imperiums erinnert. Eine gemütliche Atmosphäre mit einem Strand, der nach Süden ausgerichtet ist und lange von der Sonne bestrahlt werden sind ein weiterer Vorteil. Minori hat nur 3000 Einwohner. Für mich ein gemütlicher Ort, der zum Relaxen und Essen einlädt.

 

Für alle diejenigen, die nicht wissen, warum heute Feiertag ist, hier eine kleine Erläuterung vom Atheisten Jimmy:

Am Gründonnerstag feiert das Christentum das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. Am folgenden Karfreitag wird des Todes Jesu am Kreuz gedacht, am Karsamstag ist Grabesruhe, und am dritten Tag, dem Ostersonntag, wird schließlich die Auferweckung Jesu von den Toten gefeiert.

Hier in der nahen Kirche scheint viel los zu sein. Die Glocken bimmeln in regelmäßigen Abständen

 

 

22.04.2019
Bis zum frühen Ostermontagnachmittag bewölkt, dann regnerisch, um 20 Grad
Zu Hause scheint noch die Sonne bei über 20 Grad und ab morgen Nachmittag wird sie sich hier auch zeigen. 
Der Tag ist unspektakulär: Essen, trinken, schlafen, lesen, daddeln

Das Lokal (Pub Birilla) wurde im Netz empfohlen. Es liegt in der Nähe des Marktplatzes, gut 200 Meter vom Strand entfernt. Während es gestern landestypisch eine Pizza mit geschnittenem Parmesan, Cocktailtomaten und Rucola gab, habe ich heute (ebenfalls landestypisch) eine Pizza mit Parmaschinken probiert. 
Bei einzelnen Restaurants, so auch hier, kann man bei genauem Lesen der Speisekarte feststellen, dass pro Person 1 Euro Servicegebühr berechnet wird. 
Also Pizza 5 € + 1 € Service.
Für eine Touristenstadt ist das preiswert und es bestätigt sich: Minori ist nicht so touristisch überlaufen wie die anderen Orte. Preis/Leistung ist in den meisten Restaurants völlig okay.
Zum Schinken: Prosciutto di Parma (Parmaschinken) ist ein bekannter Schinken aus Italien. Namensgebend ist die Region Parma, in welcher der Ort Langhirano liegt – hier wurde der Schinken erfunden. Für seine Herstellung gibt es einige Auflagen. So wird er ausschließlich aus Schweinen der Rassen Duroc, Landrance und Large White hergestellt, die aus bestimmten nord- und mittelitalienischen Provinzen stammen müssen. Parmaschinken hat eine milde Würze und eine eher mürbe Konsistenz, die Farbe ist rosa-bräunlich. Der milde Geschmack entsteht, weil bei der Produktion im Vergleich zu anderem Schinken nur wenig Salz verwendet wird. Anschließend wird er luftgetrocknet. Echten Parmaschinken erkennt man an einer fünfzackigen Krone auf der Schwarte – das Zeichen des Erzherzogtums Parma. Die Trocknungszeit beträgt 8-12 Monate.

 

Das Restaurant "Libeccio" ist das erste, welches ich nicht weiter empfehlen möchte.
"Pasta Frutti die Mare" klang irgendwie nach mehr. Es entpuppte sich als Nudeln mit Tomatenstücken und einigen kleinen Muscheln. Für 16 Euro bin ich nicht satt geworden.
Heute mittag haben wir für 2 Pizzen und 2 Cola Zero auch 16 Euro bezahlt ;-)

 

23.04.2019
Antiquarium (Minori)
Ein herrschaftliches Haus der Römer aus dem 1. Jh. wurde hier ausgegraben. Nicht spektakulär, aber einen Besuch wert, wenn man schon im Dorf zwei Wochen wohnt. 
Der Eintritt ist frei.

24.04.2019
Kein wirklich guter Tag. Meine Erschöpfung nimmt trotz Urlaub zu. Ist das schon der Krebs, sind das die Medikamente oder liegt es daran, dass die Temperatur innerhalb eines Tages von ca. 18 Grad auf frühsommerliche knapp 25 Grad gestiegen ist?
Wahrscheinlich von jedem etwas.
Wir haben uns in der Information schlau gemacht, was man ohne Leihwagen (Anfrage nach Kulanz läuft) in der näheren und weiteren Umgebung machen kann. Der Bus verkehrt regelmäßig, ist aber so voll, dass ein Sitzplatz nicht unbedingt sicher ist, Auch die Schiffe sind rappelvoll. Einen Leihwagen bekommt man in der Nachbarstadt Maiori.
Morgen werden wir so oder so die Umgebung erkunden.
Heute: Eis essen, lesen, ausruhen

25.06.2019
Mit dem Ausflugsschiff ging es heute von Minori nach Salerno, vorbei an Maiori und Cetara (Foto links).
Cetara ist noch kleiner als Minori und der Ort scheit schön zu sein. Hier steigen auch viele aus. Das spricht dafür, diesen Ort in den nächsten Tagen zu besuchen.
Zuerst war ich von Salerno enttäuscht. Breite Fußgängerzone mit vielen Geschäften. Dann ging es aber in die eigentliche Altstadt. Die kleinen Gassen gefielen mir und das Mittagessen war sehr gut.
Bootsfahrt: 7 Euro/Person pro Richtung.
Wenn ich bedenke, dass ein Parkplatz in Minori 20 €/Tag kostet, vermisse ich den Leihwagen bisher noch nicht.

Vom Boot aus sieht man das ein oder andere nette Häuschen, oder ist es rechts ein Restaurant?
Hier gibt es tolle Burgen, die als Restaurants ausgebaut sind. Interessant fand ich eine derartige Burg hinter Maiori. Sie diente früher dazu, Seeräuber rechtzeitig zu erkennen.
Besuchen wollte ich das Restaurant, welches sich heute dort befindet, allerdings trotz der einmaligen Lage nicht. Das würde wohl meine finanziellen Möglichkeiten überschreiten.
 

27.04.2019
Bootstour nach Amalfi, der Stadt, die dieser Küste ihren Namen gab.
Der Ort wäre sehr schön, wenn dort nicht so ein Trubel wäre. Ich möchte gar nicht daran denken, wie es hier im Sommer zugeht. 
Schöne enge Gassen, alte Häuser, das mag ich. Aber diese Bus-, Auto und Menschenmassen, sowie die vielen Souvenirläden sind überhaupt nicht mein Ding.
Zwei Stunden früher als ursprünglich geplant, bringt uns das Boot ins beschauliche Minori zurück.

Morgen ist Sonntag und wir werden im Ort bleiben. An Wochenenden ist es voller als an Werktagen.
Montag oder Dienstag werden wir dann mit dem Schiff nach Capri fahren. 
Ab Donnerstag gibt es doch noch den Leihwagen, um einen etwas größeren Bereich bereisen zu können. Da am Samstag das Flugzeug erst am Abend abhebt, wir aber um 10 Uhr das Appartement verlassen müssen, ist noch ein Besuch der Ausgrabungen von Pompeji geplant. 
So zwei Wochen gehen schnell rum. 
Meine Lieblingstochter liest schon das 3. Buch, während ich etwas langsamer bin und mein erstes heute beendet habe (Remarque). Es folgt ein Krimi, welchen ich zu Weihnachten bekommen hatte ;-)

 

 

28.04.
Bewölkt, etwas Regen, kalt.........................Lesetag und gut gegessen


29.04.
Das Boot nach Cetara fährt nicht, wegen der rauhen See.
Ab nachmittags Fieberschub durch Medikamente.

 

30.04
Fahrt mit dem Boot nach Cetara. Ein ganz netter Ort.
Für Morgen haben wir eine Bootsfahrt nach Capri gebucht.
Heute waren nur wenige Möglichekeiten, Fotos im Sonnenschein zu machen.

 

Am Meer,
für einen Moment die Sorgen vergessen. Am Strand sitzen, die verwinkelten Gassen des Fischerdorfes betrachten oder einfach die Augen schließen und den Wellen zuhören und sich auf das Fischgericht, den Salat und ein Glas Rotwein oder Bier am Abend freuen.......das ist Leben!

01.05.2019
Am Tag der Arbeit machten wir uns einen faulen Tag auf einem Boot von Minori bis Capri.
Dem Kapitän zolle ich meinen Respekt. Einige Passagiere hielten den Atem an. Dies geht wohl nur, wenn es keine Wellen gibt.
Mit unserem Schiffchen durchfuhren wie dieses "Tor". Zu beiden Seiten waren vielleicht 10-15 cm Platz.
Eine Meisterleistung!

Der Hafen von Capri
Die blaue Grotte haben wir uns geschenkt. In einem Reiseführer steht, dass das ein ziemlicher Nepp sein soll. Die Fahrten zu den Grotten werden recht günstig angeboten....und keiner sagt, dass man vor den Grotten in kleinere Boote umsteigen muss und die kleinen Boote sind der teure Spaß.
Heute ist es mir wieder aufgefallen und in Cetara auch: Einige Bedienungen sind ausgesprochen unhöflich und unaufmerksam. Gerade jetzt, wo es noch nicht so voll wie im Sommer ist, ist mir das unverständlich. Ein wenig Freundlichkeit kostet doch nichts!
Dafür ist uns unser Lieblingsitaliener in Minori richtig ans Herz gewachsen!

 


Die blaue Grotte wurde vor ca. 200 Jahren von einem Fischer entdeckt. 4 Jahre behielt er sein Geheimnis für sich. Es gab dort einfach zu gute Fische.
Schon römische Kaiser besuchten die Insel, wenn es ihnen in Rom zu nervig wurde. Auch heute ist Capri eher eine Insel der Reichen.

 

 

 

02.05.2018
Gestern und heute Abend 40,0 Temperatur.
Obwohl das immer nur abends ist, geht das mittlerweile an die Kondition.
Essen: 01.05. 2 Scheiben Brot 
Essen: 02.05. 15 Uhr: Sachen aus dem Meer (siehe nachfolgendes Foto)
Das ist einfach zu wenig.

03.05.2018
Eigentlich wollten wir um 11:15 Uhr mit dem Boot nach Salerno. Jetzt ist es 11:10. Na ja, vielleicht schaffen wir 13:15 Uhr.
Vor einigen Tagen in Salerno:
Vanessa: "Oh, da ist ja ein toller Laden mit Handtaschen. Da muss ich rein."
Später: Ich glaube, ich kaufe keine. Ich habe ja schon 4 von der Marke und die ich mag kosten 50, 70, 100 und 110 €.
Die für 70 Euro gefällt mir zwar gut, ist mir aber zu teuer"
Gestern: "Dir ging es ja heute beim Autofahren nicht so gut. Wollen wir nicht mit dem Boot nach Salerno?"
Ich: "Nimm keine Rücksicht, wir können uns gerne mit dem Auto noch was anschauen"
Vanessa: "Ja, aber dann könnte ich noch einmal in den Laden mit den Handtaschen"
Ich: "Willst Du die für 70 € doch kaufen"
Sie: "Ich habe mir das im Netz noch einmal angeschaut, die für 100 € ist nicht wirklich schlecht" (In Westfalen ist das das höchste Lob).
Mal schauen, ob wir noch nach Salerno kommen und mit irgendeiner Tasche zurück.
Nach Schuhen und Hüten habe ich dann nicht mehr gefragt.


 

Handyfoto 02.05.2019

 

Tu deinem Leib etwas Gutes , damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen.

 

   

Handyfoto 02.05.2019
Hier haben wir knapp 3 Stunden Pause gemacht und den Wellen zugeschaut. Gut 30 Kilometer südlich von Salerno sieht der Strand viele Kilometer so aus. Feiner Sand und um diese Jahreszeit noch keine Urlauber. Herrlich!

Salerno hat nicht geklappt. Das Wetter wird nicht gerade besser. Es ist bewölkt, windig und max. 14 Grad
Also sollte ich langsam zum Ende kommen (Fortsetzung nur, falls wir morgen Pompeji nicht auch sausen lassen):

04.05.
Dauerregen, also nicht Pompeji
Auf dem abschüssigen Teil einer Brücke hat ein Kleinst-LKW Probleme mit Bremsen und Aquaplaning. Er rutscht seitlich in unseren Leihwagen. Zum Glück sind wir rechtzeitig losgefahren, so dass ich jetzt auf das Boarding warten kann. Zu spät habe ich bemerkt, dass mein Hartschalen-Handkoffen einen Riss hat. Wie es aussieht, ist aber der Laptop, der drin war, okay. Der kleine Koffer befand sich genau auf der Seite des Einschlages.

Das Praktische am Urlaub ist,
dass er einem nicht nur die Kraft gibt,
die Arbeit wieder aufzunehmen,
sondern einen auch derart pleite macht,
dass einem gar nichts anderes übrig bleibt.

 

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© Erhard Krull