Tagebuch

16.06.2017 - 10 Uhr Ortszeit
Ich sitze im Restaurant des Hotels "Mayflower" und genieße das Frühstück, insbesondere den Kaffee.
Die gestrige Anreise war komplikationslos, aber anstrengend und ohne Wecker wäre ich heute vermutlich nicht vor Mittag wach geworden. Das Hotel ist in diesem Jahr 60 geworden, also nur knapp jünger als ich. Na ja, bei uns beiden ist der Zahn der Zeit nicht ganz vorbeigegangen. Es verströmt noch ein wenig den Charme der 70iger Jahre, aber das hatte ich auch kaum anders erwartet. Nach einem Bürgerkrieg von 15 Jahren und einem Krieg mit dem Nachbarland Israel (2006) kann ich hier nicht ein Hotel wie an der Kö in Düsseldorf erwarten. Es ist sauber, das Frühstück ist gut und die Angestellten sehr freundlich......was will ich mehr! Gleich nach dem Frühstück werde ich mal die Dachterrasse mit Pub und Pool aufsuchen.
Die Taxifahrt vom Flughafen war speziell - very good driver, bestärkte mich aber dabei, mir keinen Leihwagen zu nehmen. Mit dem Fahrer konnte ich mich nett unterhalten. Er hat 5 Kinder. Ein Sohn ist Arzt in Kanada und eine Tochter ist in Berlin mit einem Deutschen verheiratet. Da gibt es genügend Anknüpfungspunkte für ein Gespräch.

Über den FB-Messanger habe ich Kontakt mit Charbel aufgenommen. Er muss bis 19 Uhr arbeiten und wir wollen uns anschließend treffen. Ich gehe mal davon aus, dass wir in der Nähe der Hamra Street ein nettes Lokal finden, wo wir bis nach Mitternacht bei warmen Temperaturen draußen sitzen können.

 

 

Lt. Infoseite des Auswärtigen Amtes hätte ich mir am Flughafen ein Visum besorgen müssen. Das war aber nicht der Fall. Ich bekam eine kostenfreie Aufenthaltsgenehmigung. Das soll aber nicht heißen, dass das immer so sein muss.......also bitte vorher erkundigen.
Vor dem Bürgerkrieg verzeichnete der Libanon 2 Mio. Touristen jährlich mit erwarteten Zuwachsraten von über 10%. Das hat sich nicht erfüllt und das Land war am Boden. Ich vermute mal, dass sich das wieder ändern soll. Bei der Einreise wurde ich nach meiner Handynummer gefragt und heute morgen gab es einen Willkommensgruß vom Tourismusministerium per SMS mit einer Telefonnummer, falls es Probleme geben sollte.

Vom Hotel "Mayflower" bis zum Strand sind es etwa 15 Gehminuten. Da mir seit einigen Tagen das Gehen mal wieder besonders schwer fällt, benötige ich 3* so lange.
Dann gibt es eine leichte Belohnung: Salat, Cola light und ein frisch gepresster Saft.

18.06.2017: Spaziergang zum Meer. Zwischen Leid und Luxus - zwischen Kirche und Koran - zwiespältige Eindrücke

Am fühen Abend habe ich die  Ruhe am  kleinen Pool auf dem Hoteldach genossen. Das Becken ist kleiner, als das Bild vermuten lässt, vielleicht 18 m².
Temperaturen in Beirut: ca. 27-28 Grad (gefühlt 30 Grad) und nachts 23-34 Grad. Das sind für mich jeweils 5 Grad zu viel.

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© Erhard Krull