Kleine Geschichten aus 3 Jahrzehnten

Eine Dusche in Shirati (Tansania).
Uns zu Ehren wurde eine Ziege geschlachtet.
Festliche Ansprache. "Wir möchten Euch dieses Tier schenken.....Wenn ihr es aber nicht im Flugzeug mitnehmen könnte, können wir es auch hier essen." Das halbe Dorf wusste schon seit Tagen, dass es heute ein Festessen gibt.
Also haben Walter und ich uns für die Variante "sofort essen" entschieden. Auch das Messer, welches uns mit einem Augenzwinkern übergeben wurde, um das arme Tier zu schlachten, haben wir dankend abgelehnt.
Beim Essen hatte ich meine Probleme. Ob ich Suppe möchte. Klaro! Na ja, dann gab es eine Suppe mit sämtlichen Innereien, Bauchspeicherdrüse, Adern und alles mögliche. Ich konnte einfach nicht! Das gebratene Fleisch schmeckte dann allerdings vorzüglich!

Auf meiner Radtour NL-Istanbul (2008) erreichte ich am späten Nachmittag Vukovar. Im Vorfeld hatte ich mich über die fatalen kriegerischen Ereignisse kundig gemacht und das Gräberfeld besucht. Für jeden Toten ein Kreuz!

Ins Internet stellte ich einen Youtube-Clip über die Ereignisse von 1991 ein.
Das führte dazu..................

 

......dass ich aus Deutschland bedroht wurde. Man wisse ja, dass ich bei der nächsten Brücke die Grenze überquere und mit meinem Rad sei ich auch gut zu erkennen.
Etwas Bammel hatte ich dann doch und bin mit einem niederländischen Paar eine andere Strecke gefahren. An einem anderen Grenzübergang trennten wir uns.
Kreigsgreueltaten gab es auf allen Seiten. Wenn ich über Srebenica gefahren wäre, hätte ich über Verbrechen einer anderen Seite berichtet.

In Russe, der fünftgrößten bulgarischen Stadt und das Zentrum Nordbulgariens traf ich auf zwei Rikschafahrer und die Frau/Schwägerin.
Abends gingen wir schön Essen.

Bisher hatte ich noch keinen Tag ohne Radfahren hinter mir und lag recht gut in der Zeit. Deshalb "opferte" ich 2 Stunden und schaute mir die Werkstatt an.
Hier wurden aus alten Materialen Rikschas gebaut. Diese wurden in Russe, an der bulgarischen Küste und angeblich auch auf Malle Fahrern zur Verfügung gestellt. Der Umsatz der Fahrer wurde geteilt.....auf Vertrauensbasis. Wenn ich das noch richtig im Kopf habe, hatte dass Unternehmen (heute würde man wohl "Start-up-Unternehmen" sagen, bisher 17 derarteiger "Taxen" gebaut.
Ach ja, ich habe bei den dreien in einem Hochhaus übernachtet. Das Haus hatte die besten Tage hinter sich. Und wenn der korpulentere der beiden Brüder den Fahrstuhl nutzte, durfte er nur alleine fahren.

Wegen der Klimakatastrophe gibt es für den Nikolaus nicht mehr genügend Schnee, um auf seinem Schlitten zu kommen.
Also wurden die Kinder, die über Weihnachten auf der Kinderstation bleiben mussten, beschenkt. Das hat mir riesig Spaß gemacht.

Für Bewohner eines Altenheimes konnte ich in die Pedale treten. Wir sind gemeinsam über den Herforder Weihnachtsmarkt gefahren.

Anschließend gab es noch eine weitere Spende über 500 € und ich meine es wären insgesamt so in etwas 1300 € zusammengekommen, die ich an Cap Anamur, Ärztenothilfe überweisen konnte.

Mittlerweile kann ich gesundheitsbedingt nicht mehr fahren und das schöne Gefährt wurde einem Wohnheim der Lebenshilfe gespendet.

 

In Tansania habe ich in 3 Urlauben versucht, Kranken, Verletzten, Albinos, HIV-infizierten Schwangeren usw. zu helfen.
In dieser früheren (bis 1916) deutschen Kolonie gibt es für die meisten Menschen keine Krankenversicherung.
Kranke, die kein Geld haben, sterben.

Dieses Foto zeigt einen Mann mit einer furchtbar aussehenden Verletzung.
Ärztliche Behandlungen sind nicht teuer und wir konnten helfen.
Das nächste Bild zeigt das ermutigende Ergebnis.

Das sieht aber schon viel besser aus!

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© Erhard Krull