Essaouira - Stadt des Windes

Die Medina der Stadt gehört seit 2001 zum Weltkulturerbe.
Essaouira ist eine Hafenstadt und ein Resort an Marokkos Atlantikküste. Die Medina (Altstadt) ist von Befestigungsmauern aus dem 18. Jahrhundert umgeben, die entlang der Küste verlaufen. Sie werden als Skala de la Kasbah bezeichnet und wurden einst von europäischen Ingenieuren entworfen. Die Mauern sind mit alten Messingkanonen gesäumt und bieten Meerblick. Starke Passatwinde sorgen am halbmondförmigen Strand der Stadt für ideale Bedingungen zum Surfen, Windsurfen und Kitesurfen.

 

 

 

Essaouira wird auch "Stadt des Windes" oder "weißblaue Stadt" genannt. Letzteres hat aber definitiv  nichts mit Bayern oder Schalke zu tun.

 

 

05.03.: Nach 3 Stunden Busfahrt mit Supratours (7 €)  habe ich bei starkem Regen und Wind den Atlantik erreicht. Hier soll es vor einigen Tagen noch einen Orkan gegeben haben, erzählt mir mein Sitznachbar, der seit einem Jahr hier wohnt und gerade aus Madrid zurückkommt, um wieder ein 90-Tage Visum zu bekommen (Ausreise/Wiedereinreise). Er hat mir einiges erzählt und das trägt dazu bei, dass ich Rabat und möglicherweise auch Casablanca ausfallen lasse. Ich merke, dass mir in diesem Jahr Großstädte nicht liegen.
Hier ist für die nächsten 3 Tage Regen angesagt. Mal schauen, ob ich trotzden ein Foto hinbekomme.
Morgen mehr.
Das Hotel liegt nicht gerade an der Schlossallee, aber an der Rue Kouwait.
06.03.: total verregnet

Regnerisch.......deshalb mal keine Landschaftsaufnahmen
Foto: Tee der Berber (ohne Nebenwirkung.......vermutlich aber auch ohne Wirkung)

Um ernst zu bleiben, fällt mir da das Zitat eines Medizin-Nobelpreisträgers ein:

"In der heutigen Welt wird fünf mal mehr in Medikamente für die männliche Potenz und Silikon für Frauen investiert als für die Heilung von Azheimerpatienten.

Daraus folgernd haben wir in ein paar Jahren alte Frauen mit grossen Titten und alte Männer mit hartem Penis, aber keiner von denen kann sich daran erinnern wozu das gut ist."

 

07.03.2018
Beim Besuch einer Synagoge in Herford hatte ich mal verstanden, dass Jude nur werden kann, wer eine jüdische Mutter hat. Das muss ich wohl falsch verstanden haben. Hier in Marokko gab es bis in die 50iger, frühen 60iger Jahre jüdische Berber, die über Jahrhunderte friedlich mit den Moslems zusammenlebten. Sie sollen bereits in der Antike zum Judentum konvertiert sein und leben seit den Progromen vor 60 Jahren nunmehr in Jerusalem zum großen Teil unter Beibehaltung ihrer Sprache, ihres Dialektes.
Ich habe dazugelernt (konvertiert/nur jüdische Mutter) und Google half weiter: Man kann auch zum Judentum konvertieren, was allerdings nicht so ganz leicht sein soll. Dann wird auch noch unterschieden zwischen der orthodoxen Glaubensrichtung und den etwas "fortschrittlicheren".

In Marokko ist die Schere zwischen arm und reich enorm.
Seit 4 Tagen regnet es, davon gestern und vorgestern fast ununterbrochen, heute gelegentlich Nieselregen. Durch dieses "Haus" zieht der Wind und die Tücher/Decken die das Dach bilden, können den Regen nicht abhalten. Man ist vor den Blicken geschützt, nicht mehr aber auch nicht weniger.
Bittere Armut begenet mir hier an jeder Ecke.
 

Ich wollte in dieser Wind- und Kitesurfstadt eigentlich schöne Fotos am Strand machen.....Fehlanzeige, da durchgängig schlechtes Wetter. Das Wasser ist braun und aufgewühlt. Trotzdem sind einige Kitesurfer auch bei Nieselregen im Wasser.
Ich habe mich deshalb mehr auf gutes Essen beschränkt. Zu jeder Speise werden Oliven gereicht, die dann jemand am Nachbartisch bekommt. Mein Lieblingsgetränk ist frischer Orangensaft.
Wenn ich schon an einem Ozean bin, gibt es natürlich hauptsächlich Fisch. Zweiml gab es ein Menü mit einer ganzen Dorade (kein Filet). Als Vorspeise jeweils eine Fischsuppe und als Nachspeise Joghurt oder Früchteteller. Ich habe einmal 6,50 € und das andere Mal 7,50 € bezahlt.
Sehr gemütlich war es heute Abend im Restaurant "Alberto d'Arco". Eine angenehme Atmosphäre. Bilder mit Kinobezug und leise Klaviermusik im Hintergrund. Die vegetarische Terrine und die Nachspeise schmeckten ausgezeichnet. Wenn es nicht morgen schon nach Safi weiterginge, hätte ich mein Stammrestaurant gefunden.

Safi- ("Flut") - die blaue Stadt

Heute, am 08.03., nach 2 Stunden im Bus in Safi angekommen. Es besuche ein Lokal, welches ausschließlich von Einheimischen frequentiert wird.
Es gab es keine Speisekarte und nichts war vorbereitet. Ich bestellte Fisch und Gemüse. Alles wurde frisch vom Markt geholt und direkt zubereitet. Das dauerte zwar 2 Stunden, war aber ein ausgezeichnetes Gericht.
Wetter: heiter, stark bewölkt, nur etwas Regen.
Die Medina ist klein, schattig und eng. Die Feuchtigkeit durch den Regen der letzten Tage steckt noch in jeder Ecke.

Foto: Hotel "Le Cheval blanc" mit einer schönen Dachterrasse
 

09.03.
Eine großartige Verbesserung des Wetters kann ich nicht feststellen, deshalb werden Bilder von dieser 450.000 Einwohnerstadt nachgereicht,
Etwas Geschichlichesaus Wiki:

Bereits der Geograph Idrisi (12. Jh.) und der Gelehrte Ibn Khaldoun (14. Jh.) berichteten von Asfi/Safi als einer wichtigen Hafenstadt. Nachdem bereits im Jahre 1253 die Genuesen einen Stützpunkt in Safi errichtet hatten, dessen weitere Geschichte jedoch im Dunkeln liegt, gründeten Mitte des 15. Jahrhunderts die Portugiesen eine Handelsniederlassung für Sklaven, Gold und Elfenbein als Zwischenstation auf ihrem Weg nach Schwarzafrika und Indien. Von 1508 bis 1541 war die Stadt fest in portugiesischer Hand und wurde von einer ca. 3 km langen geböschten Mauer umgeben. Aufgrund wiederholter Angriffe der Berber in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts mussten die Portugiesen den Ort jedoch wieder aufgeben. Als Handelsstadt war Safi jedoch weiterhin von Bedeutung; im 17. und 18. Jahrhundert bestanden rege Kontakte nach Europa

 

Blick von der Dachterrasse Richtung Altstadt. Zur anderen Seite schlagen hohe Wellen an die Küste. Es ist recht windig.

Foto: Safi, 10.03.2018
Wiki:
Heyerdahl versuchte 1969 mit dem nach dem Vorbild ägyptischer Reliefs und Wandmalereien und als Grabbeigabe gefundener Tonmodelle entworfenen Papyrusboot Ra von Safi in Marokko aus im Äquatorialstrom und im Nordostpassat Amerika zu erreichen.

Er ließ das Boot zwar von versierten afrikanischen Schilfbootbauern aus dem Volk der Buduma vom Tschadsee bauen, nahm dabei aber vielerlei Probleme in Kauf: Am Tschadsee waren Boote weitaus kleiner, wurden bloß für Tagesfahrten genutzt und dann ins Trockene gebracht. Zum Aufstellen, damit sie gut trockneten, waren diese Boote achtern rechtwinkelig abgeschnitten. Der bogenförmige Achtersteven der ägyptischen Vorlagen wurde von den Buduma für „Zierrat“ gehalten und nur widerwillig angebaut. Weitere Konstruktionsmängel, etwa das unterdimensionierte Doppelruder, die Steuerung, die während der Überfahrt mehrfach brach, ungeeignete Verzurrung des Schilfs und das zusehends absinkende und damit bremsende Heck führten letztlich zum Abbruch der Reise.[19][20] Es sollte sich zeigen, dass der bogenförmige Achtersteven der ägyptischen Vorbilder keineswegs zur Zierde angebaut wurde, auch hatte das auf ägyptischen Abbildungen zu sehende Seil von der Spitze des Bogens zum Heck nicht den Sinn, den Bogen des Hecks auszuformen, sondern ein Absinken des Hecks zu verhindern. Da die Buduma dieses Seil an dem von ihnen für überflüssige gehaltenen Achtersteven aber nicht anbrachten, sackte das Heck überhaupt erst ab. 960 Kilometer vor dem Ziel Barbados war das Fahrzeug – im Gegensatz zu den in Fachkreisen vorhergesagten „rund 14 Tagen“ – noch immer schwimmfähig und hatte hinreichend Proviant in Reserve, war aber wegen der Konstruktionsmängel dabei, sich aufzulösen.

 

Nach den Erfahrungen aus dem ersten Experiment ließ Heyerdahl die etwas kleinere Ra II von Anden-Indianern vom Titicaca-See bauen, weil er inzwischen zur Überzeugung gekommen war, dass deren Schiffbautechnik der ägyptischen näher sei als die aus dem Inneren Afrikas.

Ra II stach am 17. Mai 1970, wieder von Safi aus, in See und erreichte Barbados am 12. Juli. Während der Expeditionen dokumentierte die Mannschaft im Auftrag der UNO durch regelmäßige Sammlung von Proben die Meeresverschmutzung, auf die Heyerdahl bereits nach der Reise der Ra aufmerksam gemacht hatte. Dies hatte eine Resolution der UNO zur Folge.

 

 

 

Foto: Die Wände der Medina blättern. Aber die Wandmalereien habe trotzdem, oder gerade deshalb einen besonderen Charme

10.03.2018, 12 Uhr
Safi ist bekannt für seine handwerklichen Keramikwerkstätten. Ich werde gleich einmal über den Keramikmarkt schlendern und vielleicht noch eine Produktionsstätte aufsuchen.
Ansonsten soll der Strand ganz gut sein. Das Wetter spielt dafür aber heute nicht mit.
Gestern habe ich erfahren, dass morgen (Sonntag) kein Bus nach El Jadida fährt. Ich müsste warten, bis ein Großraumtaxi mit 8 Personen voll ist. Das ist mir zu heikel. Ich habe deshalb die letzte Stunde damit verbracht, die Reise ohne Stornierungskosten umzustricken. Ergebnis: Ich bleibe bis Montag hier und anschl.nicht drei, sondern 4 Tage in El Jadida. Wegen des starken Windes und des dadurch aufgewühlten Wassers fahren seit einigen Tagen keine Fischerboote raus, also sind die Fische im Restaurant ausnahmsweise nicht fangfrisch.
Heute morgen hatte ich angenehme Gesprächspartner im Hotel. Ein älteres frz. Ehepaar (wohnt seit einigen Jahren in Polen) und zwei deutsche Studentinnen, die mit dem Auto unterwegs sind und jetzt gerade weiterfahren wollen.
Die frz. Rentnerin hat schon in einigen Ländern gewohnt, mit ihren Eltern viele Jahre in Brasilien und ein Jahr in Safi. Als Frankreich sich als Kolonilmacht zurückzog, hat die Familie das Land verlassen. Jetzt schaut sie sich ihr früheres Haus, ihre frühere Schule usw. an. Beruflich hatte sie einige Jahre in München und Portugal zu tun. Jetzt haben beide ein Haus in Polen gekauft und möchten dort gemeinsam alt werden.
Die beiden jungen Frauen haben (u.a. geschlechtsbedingt) so einiges erzählen können. Man sollte als Frau nicht unbegleitet in ein Männercafe gehen ;-)
 

14:00 Uhr
Es regnet und ich komme dazu, einige Fotos auf den PC zu laden.
Hier sind die Keramikgefäße sehr schön vor dem Wandbild drapiert.

Nicht schön, dafür aber bunt!

Farben sind die Muntermacher im grauen Alltag

Ob die Kühlkette immer eingehalten wird? So ganz überzeugt bin ich nicht davon.

Heute Mittag war ich etwas leichtsinnig. Entgegen meiner festen Überzeugung, dass ich keinen Salat essen sollte, habe ich mich beim Beilagensalat doch dazu hinreißen lassen. Ich ärgere mich im nachhinein........aber es wird wohl gut gehen ;-)

11.03.
Erst eine Immodium akut eingeworfen und dann durch die engen Gassen gegangen. Die Vielzahl von Wandmalereien hat es mir angetan.
Das Wetter ist erstmals so gut, dass ich einige Zeit auf der schönen Dachterrasse verbringe.
Die Stadt ist unsauber, im Gegensatz zu meinem Hotel "Le Cheval blanc".

Wiki:

Bereits der Geograph Idrisi (12. Jh.) und der Gelehrte Ibn Khaldoun (14. Jh.) berichteten von Asfi/Safi als einer wichtigen Hafenstadt. Nachdem bereits im Jahre 1253 die Genuesen einen Stützpunkt in Safi errichtet hatten, dessen weitere Geschichte jedoch im Dunkeln liegt, gründeten Mitte des 15. Jahrhunderts die Portugiesen eine Handelsniederlassung für Sklaven, Gold und Elfenbein als Zwischenstation auf ihrem Weg nach Schwarzafrika und Indien. Von 1508 bis 1541 war die Stadt fest in portugiesischer Hand und wurde von einer ca. 3 km langen geböschten Mauer umgeben. Aufgrund wiederholter Angriffe der Berber in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts mussten die Portugiesen den Ort jedoch wieder aufgeben. Als Handelsstadt war Safi jedoch weiterhin von Bedeutung; im 17. und 18. Jahrhundert bestanden rege Kontakte nach Europa.

 

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