Meknes, die kleinste der 4 alten Königsstädte

Meknès ist eine Stadt im nördlichen Marokko mit rund 600.000 Einwohnern. Sie liegt in der Region Fès-Meknès am Fuße des Mittleren Atlasgebirges. Ihr Name leitet sich vom Berberstamm der Miknasa ab, der den Ort ursprünglich besiedelte

Ein Abend der Gastfreundschaft, der zeigt, wie Völkerverständigung auch funktionieren kann.
Das Recht am eigenen Bild -- natürlich respektiere ich das, auch wenn es sehr schade ist. Das Foto ist deshalb geschnitten, was der kleinen Begebenheit allerdings keinen Abbruch tut:
Nach einer längeren Zugfahrt komme ich in der alten Königsstadt Meknes an. Das Riad-Hotel liegt in der Medina, zwischen den unzähligen Souks. Ich habe nach der Fahrt Hunger und suche mir in der Nähe ein völlig unscheinbares, urmarokkanische Restaurant aus, welches von einer Berberfamilie betrieben wird. Ein Tisch ist besetzt mit lauter lustigen, jungen Menschen. Ansonsten ist es leer.
Ich suche mir einen Tisch im hinteren Teil des Restaurants und bestelle. Da kommt eine der jungen Damen auf mich zu und fragt, ob ich nicht an deren Feier teilnehmen möchte. Sie feiern einen Doppelgeburtstag (20 und 23 Jahre) eines jungen Ehepaares. Die Frau (20 .Geb.) hat sich hübsch gemacht, wunderschön "aufgebrezelt". Es ist stimmungsvoll und ich werde mitgerissen. "Happy Birthday" und die Arme in die Höhe! Es macht Spaß in der Mitte von Menschen, die alle meine Enkel sein könnten. Viele Fotos werden gemacht.
Und eines frage ich immer, wenn ich Personen fotografiere: "darf ich ein Foto veröffentlichen". "Klar, natürlich......" Aber dann kommt ein Veto des  männl. Geburtstagskindes: "Nein, ich möchte nicht, dass meine Frau (Geb.-Frau) auf einem öffentlich zugänglichen Bild erscheint." Schade, denn die Fotos zeigen eine ausgelassene Stimmung (auch ohne Alkohol). Der Mann versucht mir das später zu erklären. Er zeigt mir ein Bild in voller Kampfmontur. Er arbeitet bei einer Spezialeinheit der Polizei und möchte deshalb nicht, dass irgendwo ein öffentliches Bild seiner Frau existiert. Privat für mich als Erinnerung: kein Problem. Ob ich traurig wäre, fragt eine junge Frau. Nein, natürlich nicht. Ich habe ja extra gefragt und wollte eine Antwort, wie immer die auch aussieht.
An diesen Abend werde ich gerne zurückdenken!

Foto: Gegen Abend verziehen sich die meisten Wolken. Foto von der Dachterrasse des Riad Atika in Meknes

19.03.2018

Königliche Unterkunft

Vor gut 400 Jahren hat eine königliche Familie hier ein für damalige Verhältnisse grandioses Gebäude errichte, in dem die gesamte Königsfamilie wohnte. Gäste durften grundsätzlich nicht in dem Bereich wohnen, in dem der königliche Clan wohnte. Deshalb wurde für diese ein besonderer Trakt errichtet.
Das Gebäude innerhalb der Medina befindet sich seit dieser Zeit von Generation zu Generation im Besitz dieser königlichen Dynastie. Seit sieben Jahren wird der früherer Gästetrakt (ca. 15 Zimmer) als Hotel genutzt. Die Räume und der Innentrakt sind einfach klasse, gediegen und verströmen den Zauber von 1001 Nacht. Die Dachterrasse ist auf mehreren Ebenen verteilt und sehr verwinkelt. Überall gibt es gemütliche Plätze zum Entspannen mit Blick über die Altstadt, zur Neustadt und das nahe Rifgebirge.
Heute ist es größtenteils stark bewölkt. Mir wird gesagt, dass es seit Jahren nicht mehr so einen wettertechnisch schlechten März gab, wobei der Februar sonnig und trocken war. In den wenigen Minuten, in denen die Sonne zwischen den Wolken durchblinzelte, habe ich einige Fotos von der Dachterrasse aus gemacht. Es gibt in der gesamten Medina nur zwei Terrassen, die höher liegen.
Ich lese „Der kretische Gast“ (eines meiner nächsten Ziele, so ich gesund bleibe) und die Ruhe wird nur von den sporadischen Lautsprecherrufen der Moscheen unterbrochen.
Zum Wetter: Lt. Google soll es im März durchschnittlich 9 Tage geben, an denen es regnet. Diese neun Tage hatte ich bereits Mitte des Monats erreicht. Dazu sollte ich aber anmerken, dass es nur an zwei Tag fast durchgängig regnete. Meistens ist es windig, ziemlich wolkig mit wenigen Schauern.
Die Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad sind ganz nach meinem Geschmack und deshalb habe ich am Wetter nichts auszusetzen.

 

Die Frage, ob es in Marokko Kabelfernsehen gibt, möchte ich mit diesem und den folgenden Bildern beantworten.

Abendstimmung

In der Medina gibt es stimmungsvolle Ecken.
Sie gehört seit 1986 zum Weltkulturerbe!

Das kleine, neugierige  Kamelkind
Ja, ich weiß, ich bin ein Prinzipienreiter.....oder wie sich meine lieben Kolleginnen Ivonne J. und Natascha F. immer ausdrücken: Ein absoluter Sturkopf.
Zu meinen Prinzipien gehört auch, dass ich weder die Schlangenbeschwörer (die wild lebenden Schlagen werden im Rif-Gebirge gefangen, ggf. die Giftzähne entfernt), noch die tanzenden Äffchen (ebenfalls im Rif gefangen) fotografiere. Eine bei Touristen beliebte Tour in die Sahara oder auch nur an den Stadtrand von Marrakesch schenke ich mir. Ich möchte auch kein Kamel reiten. Diese Art von Unterhaltung möchte ich nicht unterstützen. Deshalb beschränke ich mich auf das Foto eines Kamelsattels im unscheinbaren Musee de Meknes.
Ach ja, jetzt fehlt noch das mit dem Kamelkind:
 
Neugieriges Kamelkind
Das Kamelkind fragt den Kamelvater:
“Du, Papi, warum haben wir eigentlich zwei Höcker auf dem Rücken?”
Darauf der Kamelvater:
“Damit speichern wir Nahrung und Wasser, wenn wir durch die Wüste ziehen.”
Kamelkind:
“Und warum haben wir so lange Augenwimpern?”
Kamelvater:
“Damit uns der Wind nicht den Sand in die Augen bläst, wenn wir durch die Wüste ziehen.”
Kamelkind:
“Und warum können wir unsere Nasenlöcher verschließen?”
Kamelvater:
“Damit uns der Wind nicht Sand in die Nase bläst, wenn wir durch die Wüste ziehen.”
Kamelkind:
“Und warum haben wir so dicke Polster unter den Zehen unserer Hufe?
Kamelvater:
“Damit wir nicht im Sand einsinken, wenn wir durch die Wüste ziehen.”
Kamelkind:
“Und was machen wir dann im Zoo?”
(unbekannt)

In knapp 9 Monaten ist es wieder so weit und ich beteilige mich schon jetzt an der Diskussion: Das "Pferdekarussell" auf dem Herforder Weihnachtsmarkt lehne ich ebenso ab. Nützt leider nichts.
 

Riad Atika

Blick von der Dachterrasse

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© Erhard Krull