Danzig

Am 08.01.2019 bekam ich einen Anruf von Jolanta, die im Hansebüro der Stadt Danzig arbeitet. Anfang April gibt es dort eine Fahrrad-Tourismusbörse und es werden 30.000 Besucher erwartet.
Das ist ein schöner Anlass, nach kurzer Zeit mal wieder in die Hansestadt an der Mottlau zu fahren. Ich hoffe, dass das schöne Appartement direkt am Fischmarkt wieder zu haben ist. 

Das mit der Buchung am Fischmarkt hat nicht mehr geklappt. Aber ich bin völlig zufrieden mit dem Appartement nur 300 Meter entfernt.

 

 

Morgen nennt man den Tag, an dem die meisten Fastenkuren beginnen
(Gustav Knuth)

04.04.2019
4:00 Uhr aufstehen. Das ist so gar nicht mein Ding. Aber es klappte pünktlich. Als Belohnung gab es 7 Stunden später ein fürstliche Frühstück in der Nähe des Krantores direkt am Ufer der Mottlau. Die Sonne scheint und für Anfang April hat sie schon eine gewisse Kraft. Ich kann gut draußen sitzen und abends merke ich, dass mein Gesicht nicht mehr ganz so bleich ist.
Das Appartement ist super und liegt völlig zentral, ca. 200 Meter vom Krantor und somit auch vom Fluss.
Schlaf- und Wohnbereich getrennt, kleiner Balkon
Einrichtung: alles, was man braucht
Maria: nette, aufmerksame Gastgeberin 
Bewertung bei booking.com: 9,9 von 10

Das Mottlau-Ufer: Hier gibt es einen Reigen von Sehenswürdigkeiten und Fotomotiven, wie rechts das Krantor:

Bereits in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts (1363) wurde ein doppelturmiger Torvorgängerbau mit Holzkonstruktion errichtet, der die Rechtstadt zum Fluss Mottlau abschloss und bereits als Hebewerk (Werktor, pol. brama warowna) des Flusshafens fungierte und 1367 als caranum in einem lateinischen Text Erwähnung fand. Durch einen Brand um 1442 großteils zerstört, wurde es 1442–1444 neu errichtet und erhielt seine bekannte Gestalt.

1945 brannte die hölzerne Konstruktion des Krantors ab und die steinernen Elemente wurden stark beschädigt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude nach Plänen von Stanisław Bobiński 1957–1959 rekonstruiert und dient seit dem 20. Juli 1962 als Teil des Nationalen Maritimen Museums. Mit dem Trierer Alten Krahnen von 1413 gehört das Krantor zu den ältesten Hebeeinrichtungen dieser Art im (ehemals) deutschsprachigen Raum.

Bild unten:

Kinderkarussell auf dem Fischmarkt. Hier legen die Fischkutter an. Bekanntes Fischrestaurant am Platz.

 

Ich warte in der wärmenden Sonne darauf, dass ich das Zimmer beziehen kann. Nur 50 Meter entfernt suche ich einen kleinen Park auf. 
Ich mag keine Tauben, aber wie man sieht, haben da manche Menschen eine andere Auffassung. Unter Berücksichtigung der Persönlichkeitsrechte habe ich den Kopf geschnitten.
Ich hatte ja Zeit und Muße und habe die Tauben beobachtet, wie diese langsam Frühlingsgefühle bekamen. Jeweils eine große Taube (ich vermute mal das Männchen) lief hinter einer kleine Taube her und gurrte und bekam einen dicken Hals. Sah echt witzig aus, wie zig große Tauben zig kleine Tauben für sich zu gewinnen versuchten. Manchmal versuchte auch eine andere Taube sich dazwischenzudrängen, irgendwie alles fast menschlich.

Danziger Fischsuppe
 

So langsam wird es Abend. Gegen 18 Uhr liegt Neptun schon im Schatten, während die Häuser im Hintergrund von der abendlichen Sonne angestrahlt werden.
Bis zum Brunnen habe ich 300 Meter Fußweg.

In der Nähe finde ich ein recht gutes Restaurant. Wie so oft, wenn ich in Danzig bin, gibt es eine Danziger Fischsuppe mit viel Einlage, dazu einen polnischen Sauerkrauteintopf mit Wurst und 1/2 Liter polnisches Bier. Wenn ich im Ausland bin, esse ich regelmäßig die heimischen Speisen und trinke das dortige Bier. 

05.04.2019
8:30 Uhr (Vorbereitung des Tages)
Draußen scheint wieder die Sonne von einem blauen, wolkenlosen Himmel. Da ich im Dez. (siehe Link "Weihnachtsmärkte") mehrere Museen besucht hatte, habe ich mir bei diesem Urlaub nur das Bernsteinmuseum im Folterturm vorgenommen. Ich will mich mehr auf kulinarische Dinge konzentrieren. Ich darf ja nicht abnehmen ;-)
Wenn mich vor Tagen jemand gefragt hätte, wo die Kaschubei liegt, hätte ich hilflos mit den Achseln gezuckt. Unweit meiner Wohnung gibt es ein kaschubisch eingerichtetes uriges Restaurant mit preiswertem kaschubischem Essen. 
Als ich mittags das Restaurant betrete, habe ich ein Deja-vu: Genau dieses Restaurant hatte mir Jolanta Murawska aus dem Danziger Bürgermeisterbüro und dort zuständig für die internationalen Hanseangelegenheiten, im letzten Dezember gezeigt.
Auflösung: Die Kaschubei ist ein Landstrich in Pommerellen, westlich von Danzig und Gdingen

                                                  Foto unter: Kaschubische Roulade (gefüllt mit Sauerkraut)


Wer durch des Argwohns Brille schaut,
sieht Raupen selbst im Sauerkraut.
(W. Busch)

 

 

Foto rechts: Der Eigentümer hatte auf der einen Seite kein Glück und auf der anderen Seite noch Pech. Das Boot liegt am Ufer der Mottlau, gegenüber dem Krantor.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 








Foto unter: Riesenrad zu jeder Tageszeit ein schönes Fotomotiv

Im Glanz der untergehenden Sonne das Riesenrad.......



Das Leben ist wie ein Riesenrad.
Mal ist man ganz oben, mal ganz unten.
Am Ende kommt es aber darauf an,
die Fahrt einfach zu genießen.

 

 

 

 

 

........und die Philharmonie

Der eigentliche Grund meines Besuches der Stadt Danzig war ein kleiner Lichtbildervortrag über meine Fahrradtouren durch Europa (von Mitte der 80iger Jahre bis 2011).
Zuerst war ich geschockt: Nur 3 gelangweilte Besucher auf den Stühlen vor der Bühne. Dann wurde es aber rasant besser. Viele Besucher setzten sich und weitere schauten sich den Vortrag im Stehen an. Nach knapp 30 Minuten wurde ich mit Applaus verabschiedet. Das war ein schönes Erlebnis, allerdings war der Zeitrahmen wesentlich zu kurz bemessen.
Der Vortrag gehörte zum Rahmenprogramm eine Tourismusmesse mit Schwerpunkt Radfahren (Foto links)

Foto unten: Bühne mit dem Bildschirm und der Musikgruppe vor mir.



Heute war wieder ein sonniger Tag, der in einem der beider Danziger Brauhäuser seinen Abschluss fand. Neben dem obligatorischen Bier gab es eine herzhafte Fischsuppe und Heringsröllchen kaschubische Art. Ich war heute nicht allein. Thomas aus Ostfriesland, Jolanta aus Danzig und eine Dame, deren Name mir entfallen ist, aus Breslau. 

07.04.2018
Nach einem Stadtbummel am Ufer der Mottlau trafen wir uns in einer Bäckerei und es gab ein zweites Frühstück, bei dem ich mehr Durst als Hunger hatte.
Die Bahnfahrt zum Strand dauerte 45 Minuten und das Starndcafe war schon recht gefüllt.
Ich wollte es nicht glauben, aber am 7.4. bei 15 Grad Außentemperatur waren zwei junge Frauen im Wasser. Sie schwammen minutenlang und die eine legte dann in nassen Badeklamotten noch einen Langlauf am Strand hin.....chapeau!
Heute Abend geht es wieder in das kaschubische Restaurant Mestwin in der Nähe des Krantores.

Do widzenia!
Am 08.04. war kaltes und manchmal nieseliges Wetter. Ein Temperatursturz von fast 10 Grad. Also habe ich gut gegessen und viel geruht. Um 3 Uhr morgen früh schellt der Wecker. Ich habe eine weitere Einladung nach Gdansk erhalten und falls die Gesundheit mitspielt, werde ich im Herbst noch einmal fliegen.....falls die Gesundheit mitspielt ;-)

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Erhard Krull