Angkor (Wat) 23.01.2016

Die Tempelanlagen Angkor, ca. 8 Kilometer von Siem Reap entfernt, sind schon etwas ganz besonderes.und der Eintrittspreis gepfeffert (1 Tag 20$, 3 Tage 40 $, 1 Woche 60 $). Es ist sehr warm, gut 30 Grad und bis zum Frühen Nachmittag scheint die Sonne. Ich genieße es, wenn das TUK-TUK durch den Fahrtwind etwas Erfrischung bringt.
Unsere erste Station ist die Tempelanlage Ankor Wat. Das muss je schon was sein: Bild auf der Nationalflagge, auf Geldscheinen und Briefmarken.
Vor weit über 1000 Jahren wurden im Gebiet des heutigen Kambodscha Wassersysteme angelegt, die es ermöglichten mehrere Reisernten im Jahr einzufahren. Die Nahrungsüberschüsse brachten dem Khmer-Reich Reichtum und Wohlstand. Es wurden Städte gebaut und Tempelanlagen errichtet, später renoviert.
Die bedeutendste Tempelanlage im Gebiet Angkor ist die Anlage Angkor Wat. Dieser Tempel dürfte so 900 Jahre alt sein, der Tempey  Bayon ca. 850, andere sind älter.
4 oder 5 dieser Tempel habe ich besucht.Im späten 13. Jahrhundert wandelte sich Angkor Wat vor dem Hintergrund der durch Jayavarman VII. initiierten religiösen Revolution nach und nach von einer hinduistischen Kultstätte in eine des Buddhismus. Vor 500 Jahren verwahrloste Angkor Wat im Gegensatz zu anderen Tempeln etwas, etwas, wurde aber nie vollständig verlassen. Der gute Erhaltenszustand ist darauf zurückzuführen, dass wegen des umgebenen Wassers der Urwald nicht so stark vordringen konnte, wie bei anderen Tempeln in der Gegend (siehe Fotos).Der Tempel ist ein Nationalsymbol und beeinflusst auch die internationalen Beziehungen zu Thailand, Frankreich und den Vereinigten Staaten. Angkor Wat ist seit ihrer ersten Version von ungefähr 1863 auf der Nationalflagge Kambodschas abgebildet. So war es auch das kulturelle Erbe Angkor Wats und Angkors insgesamt, welche die Franzosen dazu motivierte, Indochina zu kolonisieren (1863).
Was hatten die Franzosen in Südostasien verloren, was später die Amerikaner??? Was hatten andere europäische Staaten z.B. in Afrika oder Asien zu suchen???. Ich erinnere an den Völkermord der Belgier in Afrika, das Ausbeuten des indischen Subkontinents durch die Engländer, die Morde deutscher Kolonialherren im heutigen Tansania und im heutigen Namibia, usw., usw.. Es ging um Macht, Geld und Einfluss. Da hat sich auch heutzutage in den armen Ländern nicht

viel dran geändert. Okay, es sind keine Kolonien mehr, aber es sind die reichen Staaten, die ihren Schrott dort abladen, die bestechlichen Machthabern die Fischereirechte abkaufen und die Meere durch große Trawler überfischen, wodurch den heimischen Fischern der Broterwerb genommen wird. Wir bereichern uns an Waffenverkäufen. Wir lassen in Südostasien für billiges Geld nähen, damit das T-Shirt z.B. bei KIK nich 2,10 € kostet, sondern nur 1,99 €. Der durchschnittliche Monatslohn hier in Kambodscha beträgt ca. 30-35 Euro.

 

 

 

Die Natur holt sich die von Menschen geschaffenen Bauwerke zurück

 

 

Farbenprächtige Gewänder buddhistischer Mönche

 

 

Auf den Wegen unter hohen Bäumen, die Schatten spenden, spielen Minenopfer mir amputierten Gliedmaßen fernöstliche Weisen.
Die Instrumente werden z.B. an den "Armstümpfen" befestigt.
Da in Kambodscha meistens in Dollar bezahlt wird, man aber Wechselgeld unter 1 $ in kambodschanischen Geldscheinen zrückbekommt, gebe ich kleine Spenden.
Über den Besuch des Landminenmuseums berichte ich an anderer Stelle.

 

 

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© Erhard Krull