De gustibus non est disputandum

 

Essen in Vietnam,  Kambodscha und  Thailand

Es gibt Menschen, die diszipliniert auf ihre Figur achten. Und dann gibt es da noch mich.
Ich achte diszipliniert auf gutes Essen.

Vietnam:


No rats, no cats, no dogs.......und noch einige andere Speisen, die ich nicht unbedingt probieren möchte. Da ich kein Vegetarier bin, werde ich häufig auf Fischgerichte zugreifen......dachte ich.

Im späten Frühjahr 2016 hat es im südchinesischen Meer vor der Küste Vietnams eine erhebliche Verseuchung mit Chemikalien einer Stahlfirma gegeben. "Wollt ihr Stahl oder Fisch? Beides geht nicht" soll der Manager gesagt haben. Hunderttausende tote Fische wurden an Land gespült. Es ist nicht bekannt, in welchem Umfang verseuchte Fische in den Verkauf gelangten oder als Tierrfutter weiter verwertet wurde.
Der Vorfall hat der Fischerei, den Händlern, der Gastronomie und der Tourismusbranche insgesamt Schaden zugefügt.

Hier mal ein Zeitungsartikel aus Okt. 2016:
http://www.badische-zeitung.de/panorama/nach-einer-chemiekatastrophe-kaempfen-fischer-und-haendler-ums-ueberleben--128545566.html

Da es hier sehr viele vegane und vegetarische Restaurants mit leckeren Speisen gibt, werde ich wohl häufiger darauf zurückgreifen.

 

 

„Alle freuen sich über den leckeren Fisch, nur nicht Grete, die kämpft mit der Gräte.“

 

Ganz möchte ich auf Fisch dann aber doch nicht verzichten. Ich habe heute Mittag  ein Lokal gefunden, welches in einer Seitenstraße liegt und deshalb nicht so überlaufen ist. Ausgesucht habe ich es mir, weil die Stühle die passende Höhe hatten. Das ist erste Kriterium, nach dem ich bei der Suche nach Restaurants schaue.
Für dieses kleine Fischgericht mit einer Dose Cola Zero habe ich 80.000 Dong bezahlt. Das sind umgerechnet gut 3,50 Euro.
Keine Ahnung, was die kleinen roten Ringe ganz links auf den Citrusscheiben waren. Die waren sowas von scharf....

Bei Wikipedia ist zu lesen:
".....In Vietnam dominieren kleine Straßenstände, wobei je nach Angebot des Koches oder Wünschen des Gastes gekocht wird. Der Gast nimmt auf Hockern auf der Straße oder in einem zur Straße hin offenen Raum Platz. Serviert wird direkt aus der Pfanne oder aus den Sudkesseln, die im Hintergrund brodeln. Die Straßenköche haben jedoch meist nur wenige Gerichte zur Auswahl und schließen, wenn die Zutaten ausgehen. Aufgrund der großen Zahl dieser Stände ergibt sich bis in die späten Abendstunden ein reichhaltiges Angebot, das kaum Wünsche offenlässt.

Es gibt in Vietnam aber auch westlich orientierte Restaurants, jedoch meist nur da, wo viele Touristen unterwegs sind. Die etablierten Restaurants werden fast ausschließlich von Touristen oder den wenigen wohlhabenden Vietnamesen frequentiert. Sie haben in der Regel auch westliche Gerichte im Angebot, die jedoch die gewohnten westlichen Geschmacksvorstellungen nicht immer treffen. Serviert werden auch hybride Gerichte, vor allem sehr reich an raffinierten Gemüse-Kombinationen, mitunter überladen mit massiven Fleischbeilagen, die ansonsten landesuntypisch sind....."

 

beachte: Sehr preiswertes Essen bekommst Du in kleinen Warmküchen alle 20 Meter.  Gute, sättigende Speisen kosten dort 2,50 Euro.
In den Restaurants kostet das Essen etwas mehr. Dabei ist zu beachten, dass es den belebten Straßen im Bacpacker-Viertel zwei Preise gibt: Bis 18 Uhr und ab 18 Uhr. Bei den Speisen liegt der Unterschied bei ca. 25-30%. Bei Coktails habe ich Unterschiede von über 200% gesehen. Hier tobt halt nachts das Leben!

 

 

Frühstück


Das Frühstück ist die in der Regel am Vormittag zu sich genommene erste Mahlzeit des Tages. In Deutschland besteht das Frühstück klassisch aus einem (heißen) Getränk wie Kaffee, Milch, Kakao oder Säften sowie aus Backwaren wie Brot oder Brötchen, belegt mit Süßem wie Marmelade, Honig oder Schokocremes bzw. mit herzhaften Auflagen wie Wurst oder Käse.

 

In einigen Hotels habe ich das Frühstück mit gebucht.
Im Meraki Hotel gibt es Baguettes, 2 Sorten Marmelade, Tee, Kaffee, Fruchsaft, Wasser und man kann aus ca. 10 Gerichten eines aussuchen. Ich esse schon zum Frühstück Pho Bo. Scheint mir sinnvoll, weil ich durch das Schwitzen im Laufe desTages Mineralstoffe und Salze verliere.

 

Foto: Pho Bo... die Nudel sieht man nicht, die liegen auf dem Grund der Terrine. So ein gut gewürzter, großer Teller kostete im Restaurant knapp 60 Dong (2,50 €) 

Pho Bo und Vietnam: Das gehört zusammen wie Frankreich und Crêpes, Italien und Pizza.
Pho ist eine kräftige Suppe mit Nudeln, Rindfleisch, Zwiebeln und verschiedenen Gewürzen. Pho wird in Vietnam zu jeder Tageszeit gegessen.

 

 

 

Als Suppenkasper probiere ich viele verschiedene Suppen. Immer wieder neue, mir bisher unbekannte Gewürze. In Restaurants kosten die Terrinen zwischen 2,50 und max. 4 Euro. Bei den Temperaturen reicht mir das oft als vollwertige Speise.
Hier handelt es sich um eine Gemüsesuppe mit kleinen Rindfleischstücken.

Götterspeise,
denn nur die Götter wissen, welches Meeresgetier neben Nudeln, Brokkoli und Möhren in dieser Suppe verwertet wurde. Ich kannte nur die Shrimps.

An einzelne Gewürze muss ich mich wohl erst noch gewöhnen. Sie sind dem europäischen Gaumen fremd. Dieses kleine rote Teil ganz oben kannte ich von heute Mittag. Ich habe es lieber nicht gegessen, weil ich sonst einen Eimer Bier zum Nachspülen benötigt hätte.

In der Bien Vien Straße, der Hauptstraße des Bachpackerviertels" in der ich übernachte, ist es mir zu laut. Nur eine Nebenstarße weiter finde ich das Lokal "Asian Kitchen" (185/22 Pham Ngu Lao).  Es sieht gemütlich aus und die Stühle sind passend hoch. Mittlerweile habe ich zwei persönliche Ausschlußgründe für einen Restaurantbesuch gefunden:
1. vernünftige Bestuhlung
2. kein aggressiver Versuch einen zum Betreten zu animieren.
Da bleiben nicht viele Restaurants übrig.
Die Bedienung im Asiankitchen war freundlich, nicht aufdringlich und der Preis für die Fischsuppe, einem 1/2 Liter Saigon-Bier und Trinkgeld mit gut 4,50 Euro völlig in Ordnung. 
 

 

 

Essen in Kambodscha

Die Speisen in Kambodscha sind, wie auch schon in Vietnam, sehr stark auch von den Nachbarländern geprägt. Es sind vietnamesiche, thailändische, chinesische, aber auch französische Einflüsse aus der Kolonialzeit nicht zu übersehen.
Die Speisen sind in der Regel nicht ganz so stark gewürzt wie in Vietnam und das kommt meinen mitteleuropäischen Geschmacksnerven sehr entgegen.
Auf eigentlich jeder Speisenkarte gibt es Angebote für Vegetarier. Einige Restaurants weisen auch auf ihre veganen Speisen hin.
In Garküchen gibt es sättigende Gerichte für 2 Dollar, in den Restaurants sind die Preise sehr unterschiedlich. In angesagten Restaurants am Flußufer liegen die Preise nur wenig unter denen in Mitteleuropa. Nur eine Seitenstraße weiter wird man für 5 Euro satt und 1 oder 2 Getränke sind auch im Preis enthalten.

 

Foto oben: Nachdem ich gestern nach der Bootsfahrt mächtig Hunger hatte, wollte ich heute mal preiswerter, aber genauso gut essen. Das ist mir gelungen. Nur 200 Meter unterhalb meines Hotels gibt es ein ganz kleines, familiäres Essensgeschäft - Restaurant wäre zu viel gesagt. Mir war es aufgefallen, weil der Chef ein Trikot von Alemannia Aachen trug. Es gab nur 5 oder 6 Tische. Ich hatte die große vegetarische Suppe (irgendwie sind einige Chickenstücke reingerutscht) noch nicht aufgegessen, als schon der Hauptgang kam. Das Gemüse und Ananas mit Reis schmeckte sehr gut. Dazu gab es 2 Gläser frisch gepressten Saft (je 0,3 Liter) für insgesamt 5,20 Euro. Da ich noch einige Tage hier bin, war ich sicherlich nicht das letzte Mal in diesem "Restaurant".
 

Geklärt

Der Sache werde ich gleich erst einmal auf den Grund gehen. Nicht das ich auf Weißwürste bayrischer Art mit süßem Senf oder auf Schweinebraten mit Rotkohl Hunger hätte. Nein, bei 30 Grad im Schatten schon lieber auf ein leichtes Khmer-Essen mit viel Gemüse und Reis.
Aber mich würde schon interessieren, warum ein kleines, unscheinbares Restaurant, 7000 Kilometer von Bayern entfernt und nicht gerade in einer Touristenhochburg befindlich, diese beiden Speisekarten ganz vorne auf den Tischen liegen hat.
Geklärt: Betreiber kommt aus Bamberg.

 

 

Was war das für eine spicy, lecker Krabben-Gemüsesuppe.
So eine große Schüssel! Bei uns wären das ca. 8 Krabbensüppchen gewesen. Damit die Speise auch nicht kalt wurde, gibt es von unten Hitze durch eine Brennpaste.
„Ein Haar in der Suppe mißfällt uns sehr, selbst wenn es vom Haupt der Geliebten wär.“
(Wilhelm Busch)

 

 

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© Erhard Krull