„Lieber, Gott, bitte mach einen Vogel aus mir, damit ich von hier weg fliegen kann, weit, weit weg....‘‘ Forrest Gump

 Killing Fields

Eine der ersten Lügen der Bibel (1. Moses 1.31): Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag.
Wenn es diesen gütigen Gott wirklich gäbe, was macht er denn seit Jahrhunderten/Jahrtausenden? Hält er Winterschlaf, bohrt er sich in der Nase, während sich seine Finger lakierenden Engel einige Soaps über Caesar, Inquisition, Hexenverbrennung, das dritte Reich, die Killing Fields, Aleppo, sicherer Herkunftsländer Flüchtlingslager in Bulgarien, den IS usw. anschauen?

Nach dem Besuch des Kriegsopfermuseums in Saigon, dem Genozid-Museum in Phnom Penh und dem Landminenmuseum in Siem Reap habe ich ein Killing Fields in der Nähe der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh aufgesucht. Ich habe mir einen Audioguide gegönnt, weil ich zusätzlich zu meinem schwach ausgeprägten Allgemeinwissen über die Greueltaten des Pol Pot-Regimes weitere Einzelheiten wissen möchte.

Völlig erschüttert verlasse ich die Gedenkstätte mit Tränen in den Augen. Ich kenne das von meinen Radtouren. Einige Male habe ich gleich zu Beginn des ersten Tages einer Radtour das russ. Kriegsgefangenenlager in Stukenbrock aufgesucht. Auf meiner Radtour nach Russland war es das frühere KZ Stutthof. Auf meiner Fahrt nach Sizilien bin ich ganz zufällig an dem Flughafen vorbeigekommen, auf dem gerade die US-Bomber Richtung Belgrad starteten und leer wieder landeten.

Mein Fazit: Meinen Glauben habe ich verloren. Ohne missionierende Religionen würde es auf dieser Erde friedfertiger sein. Mein Wunsch wird sich nicht erfüllen.
Ein glaubwürdiger Gott ist nicht denkbar – ein denkbarer Gott ist nicht glaubwürdig!

Über meinen Besuch des Killing Fields am Stadtrand von Phnom Penh berichte ich auf meinem Blog www.regenbogenjimmy.de und dann die Seite „Killing Fields“
 

 

 

 

 

 
 

 

Killing fields
Das ist erst 40 Jahre her.
Insgesamt fielen den Roten Khmer 1-2 Mio. Menschen zum Opfer (1975 bis 1979).
Den Film „Killing fields“ habe ich Mitte der 80iger Jahre im Kino angesehen. Ich habe es noch genau vor Augen, wie geschockt und mit Tränen in den Augen ich den Kinosaal verlassen habe.
 

Die Killing Fields sind eine Reihe von etwas mehr als dreihundert Stätten in Kambodscha an denen bei politisch motivierten Massenmorden Schätzungen nach mindestens 200.000 Menschen durch die Roten Khmer umgebracht wurden. Der Massenmord der Roten Khmer an der eigenen Bevölkerung wurde von 1975 bis 1979 begangen. Die Gesamtzahl der Opfer der Roten Khmer dürfte sich im Bereich von ein bis zwei Millionen Menschen bewegen.

 

Die bekannteste Stätte der Killing Fields befindet sich in Choueng Ek  in der Nähe von Phnom Penh, auf der bis zu 17.000, (andere Zahlen gehen von 20.000 aus) Menschen umgebracht wurden. Besonders einprägsam sind die Bilder tausender Totenschädel und anderer menschlicher Überreste, welche die Felder Kambodschas übersäten. Die Totenschädel werden heute zum Teil in einem Stupa aufbewahrt, der zum Gedächtnis an die Toten auf dem Gelände in Choeung Ek errichtet wurde.
Weitere Tatorte befinden sich unter anderem in der Nähe der Stadt Battambang. Eigentlich wollte ich aktuell dort sein, musste aber diesen Teil absagen und die Reise etwas umstricken.
 

Um Munition zu sparen, wurden die Todgeweihten, die in der Regel nach einem langen Folter-Märtyrium aus dem Gefängnis kamen (siehe Seite "Genozid-Museum)  in diesem Exekutionszentrum nicht erschossen, sondern mit Macheten, Eisenstangen, Äxten, oder anderen Gerätschaften erschlagen. Kinder wurden gegen Bäume geschlagen, bis sie tot waren. Das war die effektivste und preiswerteste Art, die Kinder zu ermorden. Der erste Mensch, der nach den Masskern an diese Stelle kam, wunderte sich, dass an einem Dicken Baum Haare, Blut und Gehirn klebten. Erst als die Gräber geöffnet wurden, fand man eine Erklärung. Die Toten wurden in Massengräbern verscharrt, die auch heute noch deutlich sichtbar auf dem Gelände vorhanden sind. Die mesiten der Gräber zeigten sich als Hügel in der Langschaft, verursacht durch die Verwesungsgase. Bis auf 40 Massengräber wurden in Choueng Ek die Gräber geöffnet und die Leichen obduziert und in dem Stupa würdevoll beerdigt. 8000 Menschen fanden in diesem Gebäude ihre letzte Ruhe und zwar mit Schädel und großen Knochen. Die kleineren Knochen verbleiben im Boden.  Durch starken Regen und Erosion kommen immer wieder  Kleidung und Knochenreste aus dem Boden, die von den Mitarbeitern der Gedenkstätte alle zwei bis drei Monate eingesammelt und ebenfalls im Stupa beigesetzt werden.

Da teilweise mehr Leute (zuletzt 300) pro Tag ankamen, als getötet werden konnten, wurden die Leute temporär in einem „Warteraum“ eingesperrt. Damit die auf ihren Tod wartenden Leute die Schreie der Sterbenden nicht hören konnten, wurde die Anlage mit Musik beschallt.

 

 

 

 

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© Erhard Krull