Koh Kong, Grenznest an der thailändischen Grenze

 

 

 

Koh Kong
12 Kilometer hinter Koh Kong liegt die thailändische Grenze. Ich habe vor, hier 3 Tage zu bleiben, bevor es auf die letzten 3 Etappen in Thailand weiter geht. Die Busfahrt von Sihanoukville bis zur Grenzstadt dauerte 5 Stunden.
Koh Kong war bis vor 20 Jahren ein berüchtigtes Nest, welches an gefährliche Städte im Wilden Westen erinnert. Die Stadt war auf dem Landweg schlecht zu erreichen (Bau der Straße 2002). Die Brücke über den Fluß nach Thailand gab es noch nicht. Selbst für kambodschanische Verhältnisse konnte man getrost von einer sehr abgelegenen Stadt sprechen. Es boten sich eher Wasserwege an, um diese Stadt zu erreichen. Immer wieder gab es bis 1998 Überfaälle der Roten Khmer, die sich nach der Niederlage 1979 (siehe meine Seite „Killing Fields“) in unzugängliche Gebiete im Grenzgebiet zu Thailand zurückgezogen hatten. Es blühte Schmuggel, Glücksspiel (in Thailand ist Glücksspiel mit Geldgewinnen verboten und die Grenze ist nah), Prostitution (auch für südostasiatische Verhältnisse erschreckend hohe HIV-Rate), illegale Landrodungen, Raubüberfälle usw. In einem Blog habe ich gelesen, dass die einzigen Touristen Holzfäller, Banditen, Glücksspieler und Prostituierte waren. Wer mit geschützten Tieren und Tropenholz sein Geld verdiente, spielsüchtig war oder sonstwie mit dem Gesetz auf Kriegsfuß stand, den zog es hierhin und den störten die gelegentlichen Gefechte zwischen Regierungstruppen und Roten Khmer auch nicht so sehr. Andere zogen es vor, diese Stadt zu meiden.
In den letzten Jahren ist es besser geworden, aber seit heute kann ich bestätigen: es ist ein Provinznest, in dem nichts los ist.

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© Erhard Krull