Kleines Tagebuch

Foto: Gilman Balisi kümmert sich darum, dass die gebauchten Kleidungsstücke (20 Kilo gute Sachen) an die passenden Empfänger kommen. 

 

16.08.2018

Um 2:30 Uhr landet der Flieger in Dar. Die Visa- und Zollformalitäten dauern fast eine Stunde und Fahrer Gilman Balisi wartet schon. Gegen 4 Uhr erreichen wir Hotel Namnani und mit Walter Rausch wird noch etwas gequatscht, bis ich um 5 Uhr todmüde das Moskitonetz entfalte und in einen Tiefschlaf versinke.
Nach 4 Stunden Schlaf werden beim Frühstückstisch werden die ersten Pläne gemacht.
Das Kaufen der lokalen Sim-Karte nimmt viel Zeit in Anspruch – 2 Stunden statt der üblichen 20 Minuten. Im Kalabash essen wir deshalb erst gegen Nachmittag, aber es gibt einen frischen Fisch aus dem Indischen Ozean vom Holzkohlegrill, der ausgezeichnet schmeckt. Für 4 Fischessen (Ennoc ist neben Gilman noch dabei), zahlen wir mit Getränken gut 15 Euro.
Das Foto zeigt Gilman vor der gebrauchten Kleidung, die ich für Bedürftige bestimmt sind. Er teilt die Sachen für einzelne Leute ein.
Während ich am späten Nachmittag wieder in einen Tiefschlaf versinke, breitet Gilman den morgigen Tag vor. Er fährt heute in das einzige „reine“ Krebshospital des Landes, welches wir morgen aufsuchen werden. . Es ist ein kleineres Hospital aus deutschen Kolonialzeiten. Während es vor gut 100 Jahren nur Weißen vorbehalten war, wird heute grundsätzlich jeder bedient, so er denn die Behandlung bezahlen kann. Ein Mann mit einem Krebs am Auge und eine Frau mit Brustkrebs können die Behandlung nicht bezahlen. Gilman wird abklären, was die Behandlung kostet und falls unser Geld reicht, werden wir morgen aushelfen. Ich bat Gilman, den beiden heute noch keine Hoffnung zu machen. Ich kenne die Preise für Krebsbehandlungen zu Hause und habe überhaupt keine Ahnung, wie viele TZ-Schillinge die Operationen kosten würden. Falls wir helfen können, werde ich morgen die Klinik aufsuchen und mit Ärzten und Patienten sprechen. Dabei kann ich auch abklären, ob in der Klinik während der 3 Wochen meine Blutwerte getestet werden können. Das ist 1* wöchentlich erforderlich.
Dann kommt am Nachmittag eine 4-köpfige Familie. Durch den Verkauf der Fotobücher in Herford (bei Tscheche liegen noch einige), können wir dieser bedürftigen Familie für ein Jahr eine Krankenversicherung ermöglichen. Der Jahrespreis bewegt sich im Bereich von 80 Euro. Gerade bei Familien, wo wir von Krankheiten wissen, ist das eine gute Investition. Zwar nur eine reine Basisversicherung, aber immerhin.
Dann habe ich mich schlau gemacht, was mit den gut 700 Brillen geschehen soll, die ich am Montag von Deutschland aus auf die Reise geschickt habe. Gilman kennt im Süden von Tansania einen Dorfvorsteher oder Bürgermeister, der so oft er kann versucht, den Einwohnern seiner Kommune zu helfen. Dort wohnt auch ein Optiker. Der hat sich bereit erklärt, die Gläser durchzumessen und zu kennzeichnen. Alle bedürftigen Bewohner der Stadt können sich dann Brillen ihrer Stärke aussuchen. Falls jemand keine passenden Gläser findet, hat er zumindest ein Gestell und muss nur die Gläser passend nachkaufen. Falls sich das bewährt, wäre das ja auch eine Sache, die ich zukünftig von Deutschland aus intensivieren könnte. Viele Optiker haben hunderte gebrauchte Brillen und sind froh, wenn sie diese loswerden, den sie haben keinen Wert und müssten bei uns entsorgt werden.
Wenn ich zum Ende der 3 Wochen wieder in Dar bin, werde ich wie schon 2012 ein Hospital für HIV.infizierte Schwangere besuchen. Darüber hinaus werde ich dann eine ältere Frau besuchen, bei der Aids ausgebrochen ist. Seit Jahren wird diese Frau vom Herforder Axel Streiberger unterstützt. Bisher hatte Walter Rausch das Geld immer mitgenommen. Dieses Jahr werde ich sie persönlich besuchen.

Wetter: ziemlich wolkig, tags 30 Grad, nachts 20 Grad
Wir sind hier weniger als 1000 Kilometer südlich des Äquators, sind also im "tiefen Winter". Weihnachten sind Tages-und Nachttemperaturen durchaus mehr als 10 Grad höher, 

 

 

 

17.08.2018

Mädchen, du bist doch noch so jung.........
Ich kann sehr, sehr hart sein. Aber heute hatte ich doch etwas Pipi in den Augen. Ich hatte 2012 und 2013 bei meinen letzten Besuchen in Tansania wirklich schreckliche Krankheitsbilder gesehen, aber ich war selten so emotional berührt, wie beim Besuch des Hospitals „Ocean Road“ und der krebskranken Patientin.
In Tansania gibt es Privatkliniken, christliche Krankenhäuser, moslemische Krankenhäuser und staatliche Krankenhäuser.
Das Ocean Road Cancer Institute (ORCI) ist das einzige tansanische Hospital, welches ausschließlich auf Krebskrankheiten spezialisiert ist. Es liegt direkt am Indischen Ozean und es handelt sich um ein staatliches Hospital. Das Hospital wurde 1897 von den damals deutschen Kolonialherren errichtet und war nur für Weiße zugelasssen. Ziemlich heruntergekommen wurde es vor vielen Jahren mit deutscher Hilfe saniert und wird nach meinem aktuellen Wissensstand immer noch aus Deutschland unterstützt.
Auf dem Weg dorthin kreuzte die Kolonne des Staatspräsidenten John Magufuli, der seit 2015 im Amt ist, unseren Weg. Wenige Minuten später erreichen wir das Klinikgelände. Da es in der Suahelisprache keinen Unterschied zwischen den Worten „Mann“ und „Frau“ gibt, hatte Walter Rausch gestern verstanden, dass es zu einem jungen Mann geht. Tatsächlich sollte ich aber ein Mädchen, bzw. eine junge Frau aufsuchen.

Das Krebsgeschwür hat dazu geführt, dass der Patientin das linke Auge operativ entfernt werden musste. Zuerst treffen wir ihre Mutter. Kurz danach die Jungendliche/junge Frau (ich kenne das Alter nicht). Ein wunderbares, herzliches Lachen, als sie ihre Mutter sieht. Aber dann wird sie ernst, sehr sehr ernst und tieftraurig. Wir sprechen über ihre Krankheit. Nach einer Wartezeit von fast 2 Stunden treffen wir uns mit der Krankenschwester, die ihre Krankenakte geholt hat. Sie erklärt, dass die Patientin eine Strahlen- und zusätzlich eine Chemotherapie benötigt. Mir wird klar, dass der Verein für so eine langandauernde Behandlung nicht das Geld haben wird. Die Eltern und Verwandten sind jedenfalls völlig verarmt und können nichts beitragen. Schon die Fahrten der Mutter ins Krankenhaus sind schlecht zu finanzieren. Die Beköstigung der Patientin muss ebenfalls von der Familie getragen werden, die regelmäßig das Essen vorbeibringen.
Dann können wir gemeinsam mit der Patientin den Arzt sprechen. Er hat eine gute Nachricht, zumindest was den finanziellen Aspekt angeht. Es hat einen Antrag bei einer staatlichen Stelle gegeben und der Staat kommt für die Strahlentherapie und die Chemobehandlungen finanziell auf. Bisher kannte ich das nur bei Medikamenten/Behandlungen von HIV, bzw. Aidspatienten. Ich fragte, ob und wie wir helfen könnten. Die Fahrtkosten der Mutter mit dem Bus werden der Patientin psychologisch helfen, zusätzlich benötigt sie ausgewogenes, gutes Essen. Für beides habe die Familie kein Geld. Ich händige 150.000 TS aus (umgerechnet 60 Euro -- siehe Foto). Das ist für europäische Verhältnisse nicht viel, aber hier in Tansania mehr als der Monatslohn eines ungelernten Arbeiters, bzw. einer ungelernten Arbeiterin.
Da ich noch zwei weitere Krebspatienten auf meiner Agenda habe, werde ich die junge Frau sicherlich noch einmal sehen. Mit einem sehr beklemmenden Gefühl verlasse ich das Klinikgelände.
Nach dem verspäteten Mittagessen gegen 16 Uhr im Kalabash bin ich um 17 Uhr wieder im Hotel. Der Tag war für mich anstrengend und gute 2 Stunden hole ich meine nachmittäglichen Tiefschlaf nach.
Ich freue mich, zum Abendessen viele tansanische Freunde zu treffen. Im Restaurant werde ich gleich neben dem Herforder Walter Rausch auch seine „Kinder“ Gilman und Odongo, sowie Agness und Ennoc sehen . Das wird sicher ein schöner Ausklang meines zweiten Tages in Tansania (2018).

Wettter: wolkig, zeitweise heiter, tags 30 Grad, nachts 20 Grad

 

18.08.2016
Schwamm über den Tag. Um Mittag herum sollte der Dreamliner der Air Tansania uns nach Mwanza bringen. Beim „Check In“ wurde uns gesagt, der Flug sei wegen technischer Probleme ausgefallen. Man hatte vergessen, uns zu informieren. „Schön“, dachte ich mir, „besser technische Probleme am Boden als in der Luft.“ Wir wurden dann auf einen Abendflug umgebucht. Ohne Walters perfekten Suaheli-Kenntnisse wäre ich alleine wohl aufgeschmissen gewesen.
Später kam das Gerücht auf, dass der Flug gar nicht wegen technischer Probleme abgesagt worden sei, sondern weil der Präsident ihn für einen Flug benötigte. Das konnte und wollte ich nun wirklich nicht glauben, aber die Frau eines Bekannten hat einen Bekannten, der im Präsidentenpalast arbeitet und dieser Bekannte des Bekannten soll das bestätigt haben. Wie dem auch sei, wir haben den ganzen Tag im Restaurant des Flughafens verbracht.
Nachtrag vom 19.08.: Der Präsident stammt aus der Gegend um Mwanza und eben kam in den Nachrichten, dass seine Schwester hier heute gestorben ist. Ob doch etwas an dem Gerücht dran war?

Wetter: meistens wolkig, 29 Grad, nachts 20 Grad

 

19.08.
Nachdem ich gestern bereits mehrfach mit dem Kopf auf dem Tisch des Flughafenrestaurants eingeschlafen war, habe ich heute auch einen Teil des Tages schlafend verbracht. Irgendwie habe ich die Wirkung meiner Medikamente etwas unterschätzt.
Deshalb heute mal ein Bild vom unserer Frühstücksterrasse und dann morgen wieder etwas mehr Text.
Wetter: wolkig, manchmal heiter, 31 Grad, nachts 21 Grad, schöne Seebrise

20.08.
Geburtstagsfeier am Victoriasee mit
Walter Rausch, Alex L Malekia aus Arusha und 6 weiteren tansanischen Freunden. Wir warten auf's Essen. Der Schreck des Tages ist überwunden. Alex bekam einen Anruf aus Arusha, dass seine 6 jährige Tochter seinem 7 monatigen Sohn Iwan in den Mittelfinger geschnitten, oder diesen abgeschnitten hätte. Über einige Stunden wussten wir nichts Genaues. Dann kam die Entwarnung: Finger genäht, alles okay. Aber die 6-Jährige ist wohl völlig durch den Wind.
 
Einem 58 jährigen Mann werden wir nur mit Medikamenten helfen können. Er benötigt eigentlich eine Operation (linke Hüfte). Da diese für uns nicht bezahlbar ist, werden wir mit Medikamenten helfen. Er besorgt bis Donnerstag das Rezept.
Alex wird für ihn die Medikamente in der Apotheke kaufen. Bisher muss er die Schmerzen unbehandelt aushalten, da das Geld für Medikamente fehlt. 
Das Foto unten zeigt Walter Rausch, der übersetzt und rechts den Kranken.

 

Dieses Foto stammt aus August 2012. Damals war ich u.a. in Musoma am östlichen Ufer des Victoriasees.
Dr. Simba erklärt mir die Gesundheitsprobleme der Albinos. Unter 1400 Menschen lebt durchschnttlich 1 sog. Albino. Sie haben Probleme mit der Haut und mit den Augen. Sie benötigen einen speziellen Hut, Creme und eine Spezialbrille. Für Grace (Mitte), Mutter von 2 Kindern und einem Monatsverdienst von 35 Euro bei 365 Arbeitstagen war nicht daran zu denken, dass sie Geld für ihre eigenen Bedürfnisse übrig hat. Den damaligen Preis für die 3 Dinge habe ich noch im Kopf, als mich heute (21.08.) Elia besucht (siehe unten)

 

 

21.08.2018

Elia ist als Autowäscher tätig. Er bekommt aber kein festes Gehalt, sondern 3000 TZS pro Fahrzeug (1,20 €). Im Durchschnitt würde er 2-3 Fahrzeuge am Tag waschen, noch nie mehr als vier, aber auch schon mal kein einziges. Von durchschnittlich gut 50 € muss er sein Zimmer bezahlen und sein Essen. Er hungert auch manchmal, wenn das Geld nicht reicht. 50 € verdienen übrigens auch die Hotelangestellten in unserer Anlage monatlich.
Nach eigenen Angaben benötigt er 28 € für Creme für 4 Monate und eine Spezialbrille. Nach meinen Kenntnissen über die Preise (siehe oben) scheinen mir die 28 € überhöht. Ich sage ihm vorab schon einmal Creme zu. Diese wird Alex am Donnerstag aus der Apotheke holen. Ich gebe Elia 20.000 TZS mit, damit er einen Augenarzt aufsuchen kann, der die benötigte Brillenstärke bestimmt. Falls die Kosten für die Brille nicht zu hoch sind, werde ich ihm diese sicherlich auch noch ermöglichen können, das habe ich aber noch nicht zugesagt.
Albinos leben in ländlichen Gebieten immer noch gefährlich. Die Fingerknochen sollen Reichtum, Gesundheit, Glück und Potenz bringen. Es gibt dafür einen mafiaähnlichen Markt, denn ein toter Albino ist bis zu 60.000 € wert. In den letzten Jahren sind deshalb in ländlichen Gebieten immer mal wieder Albinos ermordet worden. Mit etwas Glück werden „nur“ die Finger oder die Hände abgehackt. Vor 12 Jahren gab es in der Gegend um den Victoriasee eine regelrechte Mordserie an Albinos. Aktuell ist es wohl wesentlich besser geworden. Niemand kann jedoch sagen, wie viele in abgelegenen Dörfern bereits bei der Geburt getötet werden. In TZ leben schätzungsweise mehr als 36.000 Albinos. Warum es hier überproportional mehr sind, als in anderen Ländern Afrikas, ist nicht bekannt.

 

21.08.2018
Alex ist als Guide unschlagbar. Ich habe heute für die ersten 4 Nächte am Victoriasee bezahlt. Alex Malekia und auch der Herforder Walter Rausch sind hier natürlich bekannt. Alex vehandelt und verhandelt. Am Ende zahlen wir den Preis für Einheimische, der bei knapp 50% unter dem Normalpreis liegt. 
Seinem Baby geht es besser und auch seiner 6 jährigen Tochter.
Aber was haben wir früher gelernt:
Messer, Gabel, Schere, Licht,
dürfen kleine Kinder nicht
 

Ein unbeobachteter Moment und dann eine Schere (siehe Eintrag gestern)

Rückblende I

Es besteht die Möglichkeit, dass Krebspatienten die Behandlung im "Ocean Road Hospital" aus staatlichen Mitteln bezahlt wird. Der Mann mit der schrecklichen Kopfwunde und die Frau mit Brustkrebs werden sich dort vorstellen (Mann) oder haben sich bereits vorgestellt (Frau). Sie müssen noch einen Antrag auf kostenlose Behandlung stellen. Da unsser Verein die Kosten für OP, Chemo- und Strahlentherapie nicht aufbringen kann, habe ich vorerst nur zugesagt, dass beide Patienten je 60 € bekommen , um die Fahrten zum Hospital zu zahlen und zusätzlich noch etwas für gutes Essen zur Verfügung zu haben, weil das Immunsystem dadurch gestärkt wird.
Der Mann bekommt vermutlich noch etwas mehr, da er von MongoroMonoro anreist. Das entscheide ich, sobald ich die Fahrtkosten kenne.
Ich hoffe, dass die Kosten für die eigentlichen Behandlungen vom Staat übernommen werden.

 

 

Rückblende II

Sparen an falscher Stelle

Foto: Auf dem Weg zum Nachbarhotel
Gestern wollte ich mir die benachbarte Hotelanlage anschauen. Ich hatte vor etwas zu trinken und hoffte, einen Platz zu finden, von dem aus ich bessere Sonnenuntergänge fotografieren konnte. Außerdem wollte ich wissen, ob für einen möglicherweise weiteren Urlaub in 2019 diese Hotelanlage vorzuziehen ist.

Am Eingangstor wurde ich von einem "Bewacher" der Anlage abgewiesen. Keine Ahnung warum. Da Alex am Vortag keinerlei Probleme hatte, konnte ich mir absolut nichts vorstellen. Rassismus? Aber die müssten doch Gäste suchen. Ich verstehe das nicht und bitte Alex nachzufragen.
Ergebnis: Der Wachsoldat sprach kein Englisch. Er konnt mich nicht verstehen, also ließ er mich nicht rein. Gut fand ich, dass er sich auf Befragen der Angestellten meldete und sich genau erinnern konnte. Die Frage, warum er nicht höflich versucht habe, mit einer englisch sprechenden Bedienung für Aufklärung zu sorgen, konnte er nicht beantworten. Abweisen war schlicht einfacher. Er sah seinen Fehler ein und Alex sollte ausgerichten, dass den Betreibern und dem "Bewacher" die Sache leid tue.


 

 

 

22.08.2018

Gestern und heute ist es überwiegend wolkig, wobei wir gestern ca. 30 Grad hatten. Heute ist es etwas kühler und der frische Seewind gefällt mir. Jetzt bleibt mir nur noch der morgige Tag für schönere Fotos.

 

 

23.08.2018

Für Elia beginnt ein neues Leben
Elia (siehe Beitrag 21.08.), ein junger Albino, kommt heute mit den Rezepten des Augenarztes und eines weiteren Arztes, der ihm Creme verschrieben hat. Elia hat sich noch nie eine Brille leisten können und das Rezept zeigt mir, wie nötig er diese hat: -6 auf beiden Augen!
Eine einfache Plastikbrille kostet 70.000 TZS und eine Brille in mittlerer Preislage 100.000 TZS, Das sind umgerechnet 40 Euro. Dazu gebe ich ihm umgerechnet 20 Euro für die Creme. Der größte Feind der sog. Albinos ist die Sonne. Die Haut aller Albinos sieht wirklich schrecklich aus.
Dazu kommen die Fahrtkosten vorgestern und heute. Alex fährt mit Elia zum Optiker, um eine Brille anzupassen. Auf gleichem Weg besorgt er die Creme aus einer Apotheke. Der junge Mann bittet noch um 12800 TZS für einen Kasten Maismehl. Ich gebe ihm 15.000 TZS (knapp 4 Euro). Das ist genau das, was ich in TZ abends für einen guten Fisch und Getränk ausgebe. Elia kann davon 2 Wochen satt werden. Seine Bescheidenheit merke ich daran, dass er genau die Summe nennt, welche der Mais kostet. Er hat nicht etwa auf 15000 oder 20000 aufgerundet.
Am späten Nachmittag, nach dem erfrischenden Starkregen und den kühleren Temperaturen, kommen beide zurück. Ich habe kaum jemals einen so glücklichen Menschen gesehen wie Elia. Noch vor 3 Stunden, als er die Quittung unterschreiben sollte, war er mit seiner Nase direkt auf dem Papier. Er konnte nichts erkennen. Jetzt sieht er erstmals im Leben völlig klar. Aber nicht nur Elia ist glücklich, ich bin es auch. Mein Dank gilt den Spendern und hier vor Ort Alex Malekia, der alles arrangiert hat.

Der Mann mit den erheblichen Hüftproblemen (siehe Beitrag vorgestern) bringt ein Rezept von Anfang 2017 mit. Er konnte es in 1,5 Jahren nicht einlösen, weil er kein Geld hatte. Er ist Schuster und repariert Schuhe. Sein Verdienst liegt nach seinen Angaben bei gut 1,20 Euro am Tag. Er beziffert seinen Monatsverdienst auf 90-100.000 TZS, also knapp 40 Euro im Monat. Vorgestern hatte ich ihm 4 Euro für das Taxi gegeben, da er mit seinen gesundheitlichen Problemen kaum laufen kann. Hoch angerechnet habe ich ihm, dass er heute die Hälfte zurückbrachte mit einem Beleg des Taxifahrers über den Preis. Das restliche Geld konnte er natürlich behalten. Vom Verein bekommt er 40 Euro, also einen Monatsverdienst. Alex holt die Medikamente gemeinsam mit denen für Elia und der Patient wartet gerade im Schatten unter einem Baum. Der Verein trägt auch die Fahrtkosten des Patienten.
Als Alex von der Apotheke zurückkommt, hat er von den zwei teuersten Schmerzmedikamenten nur die Hälfte bekommen, weil das Geld für insgesamt 6 Medikamente nicht reichte. Der Verein schießt noch einmal 65.000 TZS zu, damit er die Packungen mit 100% Inhalt bekommt.
Mittags warte ich auf den letzten Patienten hier am Victoriasee. Er hat sich ein Bein gebrochen und kann die Behandlung nicht bezahlen. Deshalb wurde das Bein nur geschient und wird so nie richtig zusammenwachsen. Ich habe Alex gebeten, mit dem Patienten ins Krankenhaus zu fahren und sich dort den Preis für die Behandlung quittieren zu lassen. Wir werden die Behandlungskosten und alle Fahrtkosten des Patienten übernehmen.
Nachtrag: Der Patient ist nicht gekommen.

 

Foto aus 2012

Der Abschied vom Victoriasee fiel in Anbetracht des Regens nicht schwer. Der Flug zum Airport Kilimanjaro war simpel. Für die knapp 500 Kilometer brauchten wir weniger als eine Stunde. Alex hatte einen Leihwagen für die 6 Tage hier organisiert und das Fahrzeug stand bereits auf dem Parkplatz.

Das Kibo-Hotel, das mir 2012 sehr gefiel, war belegt. Ein Chinese hatte die gesamte Anlage über das WE gebucht. So fahren wir in eine neue Hotelanlage mit Pool am Rande des Naturschutzgebietes Kilimanjaro.

Die nächsten Tage verbringe ich 350 Kilometer südlich des Äquators. Die kenianische Grenze ist ca. 15 Kilometer entfernt. Der höchste Berg Afrikas ist der Kibo. Die Marangu-Route (auch Coca-Cola-Route) beginnt ganz in der Nähe. Tim S. aus Bielefeld, den ich 2012 in Dar traf, hatte die Besteigung des knapp 6000 Meter hohen tansanischen Berges gerade hinter sich. Soweit ich mich erinnere, benötigte er mit den Gewöhnungstagen etwa 5 Tage, bis er oben angekommen war.
Hier ist das Wetter in Anbetracht des Gebirgszuges und der Höhe (ich wohne auf 1200 Meter) kühler und es regnet mehr. Die Tagestemperaturen liegen bei 24 Grad, nachts kühlt es auf 14 Grad ab. Das sind genau meine Wohlfühltemperaturen.
Diesen „Winter“ (es ist gerade „Winter“ auf der Südhalbkugel) hat es viel geregnet. Auf dem Gipfel fiel der Regen natürlich als Schnee. Durch die Menge an Niederschlag in diesem Jahr soll sich das Abschmelzen des Gletschers etwas verlangsamen. Ich werde morgen oder in den nächsten Tagen schauen, wie weit sich das Eis in 6 Jahren zurückgezogen hat. Mr. Trump, wer nicht an eine von Menschen verursachte Klimaerwärmung glaubt, ist beratungsresistent, dumm und völlig unfähig für das Amt.

Das Foto stammt aus 2012 und ich habe es im Garten des Kibo-Hotels gemacht.

In der Hotelanlage "Kilimanjaro Resort" bin ich in diesem Jahr der einzige Gast.

 

Foto: Agness mit den Brillen

25.08.2018

„….bin ich der einzige Gast....“ schrieb ich gestern. Heute kamen 2 Busse mit ca. 70 Schülerinnen einer Secondary School vorgefahren. Klassenfahrt! Laute afrikanische Discomusik, Tanzen vor und im Pool waren angesagt. Das war ein fröhliches, bunter Treiben auf dem Gelände.

Am 13.08. hatte ich in Deutschland ein Paket mit ca. 750 Brillen und gebrauchter Kleidung abgeschickt. Über die Traking-Nr. konnte ich nachvollziehen, dass es am 20.08. den Zoll passiert hatte und gestern im örtlichen Postamt angekommen war, um abgeholt zu werden.
Das wollte heute Gilman in Dar erledigen. Aber es gab Probleme. Der Zoll hatte nicht glauben wollen, dass es nicht kommerziellen Zwecken dient. Walter Rausch schaltete sich per Telefon zu. Half nichts. Dann gab es einen Deal: 20 Euro. Weil ich (Ivonne und Natascha bestätigen das immer wieder) ein elender Sturkopf bin, hätte ich die Brillen wohl eher zertreten, als 20 Euro an den Staat zu zahlen, die nicht gerechtfertigt sind, weil alle Brillen nur für Bedürftige sind und das kostenlos, also rechtlich ohne Zollgebühren.
Aber es stimmt schon, in Deutschland hätte ich beim Zollamt in Bielefeld oder Lemgo ohne exakten, preußisch korrekten Nachweis, sicherlich den vollen Satz zahlen müssen. Im Endeffekt ist der Sturkopf also doch zufrieden:
Ca. 700 Brillen von 2 Optikern und knapp 50 Brillen von Privatpersonen, dazu gute gebr. Kleidung für:
100,99 € Porto
20,00 € ärgerlicher Zoll (Umtauschkurs gerundet)
12,00 € Fahrtkosten für Gilman (Umtauchkurs gerundet)
133,00 € gesamt, also weniger als 20 Cent pro Brille. Das scheint mir noch okay zu sein.

Für die nächsten Tage ist Bewölkung ohne Sonne angesagt. Auf's Fotografieren werde ich deshalb vermutlich verzichten. Leider werde ich in diesem Jahr den Kibo kaum sehen können. Schade!

 

Kibo (Standort Marangu, 2012)

26.08.2018
Nicht erkannt....
Nein, ich hätte sie nicht erkannt. Heute morgen kommen 2 Frauen und 1 Mädchen. Der alten Frau habe ich vor 6 Jahren Geld für die Behandlung eines gebrochenen Handgelenks gegeben. Da sie damals mittellos war, war sie erst gar nicht bei einem Arzt gewesen, hatte aber auch nicht mit einem Bruch gerechnet. Aus der Erinnerung heraus zahlte ich 2012 für Arztbesuch, Röntgen und Eingipsen ca. 15 Euro, vielleicht auch 20. Heute hat sie das gleiche Problem, wie das junge Mädchen. Beide haben sich verkühlt (nachts 12-15 Grad). Ich vermute mal, dass es Nierenprobleme sind. Genaues muss der  Arzt (suaheli: "Daktari" - wer erinnert sich noch an die Sendung mit dem schielenden Löwen?) klären. Also gebe ich ihnen je 8 Euro für den Arztbesuch am Montag. Sie kommen dann mit dem Rezept und es werden auch die Kosten für Medikamente übernommen.
Teurer wird es bei dem Mann mit einem gebrochenen Fuß. Er ist nach einem Unfall vor 2 Wochen im Hospital von Marangu in Behandlung, kann aber die noch auf ihn zukommenden Kosten nicht bezahlen. Das Krankenhaus verlangt für eine Weiterbehandlung umgerechnet 80 €. Für eine weitere Frau gibt es noch ein Schmerzgel gegen Arthrose.

So langsam wird es nervig für mich. Ich weiß schon, warum ich eigentlich nie Urlaub in irgendwelchen Resorts mache. Die Lautstärke und Animationen finde ich total nervig. Gestern afrikanische Discomusik bis 23 Uhr am Pool und heute wieder. Nicht, das mir die Musik nicht gefällt, aber ich möchte gerne für mich selber bestimmen, wann ich welche Musik in welcher Lautstärke hören möchte. Mir geht es gesundheitlich auch nicht besonders und ich hätte gerne auch mal etwas Ruhe gehabt. Am Victoriasee hörten wir noch leise die Musik von einer Nachbaranlage, auf der Sa und So Hochzeiten gefeiert werden. Ich freue mich, dass morgen das WE vorbei ist und falls ich noch einmal nach TZ kommen sollte, werde ich solche Hotels vorziehen, wo nicht mit lauten Feierlichkeiten zu rechnen ist. Dann, wenn überhaupt, doch lieber Mucke aus meinem Kopfhörer. Dann entscheide ich, wann ich was hören möchte.

Ja, genau das habe ich mir nicht gewünscht. Jetzt muss ich entscheiden, wer noch Geld bekommt und wer nicht.Gilman schickt mir aus Dar es Salaam 3 Fotos. Das Foto oben zeigt den Vater des 10 jährigen Mädchen (Bild links und unten). 
Er (Verdiener der Familie) liegt nach einem Unfall schwer verletzt im Krankenhaus. Und dann ist da noch seine Tochter. Diese hat Verwachsungen in der Nase (siehe Bild unten).
Das sieht für viele Menschen schrecklich aus, auch weil sie (wenn ich das richtig verstanden habe?) manchmal Stückchen von den Verwachsungen verliert. Sie wird deshalb von Mitschülern gehänselt, gemobbt und isoliert. 
Beide benötigen Operationen, aber die sind teuer. Geld ist keines vorhanden. Die Frau/Mutter ist arbeitslos und der Ernährer der Familie liegt im Hospital. 
Durch beide Operationen würde das Geld des Vereins  aufgebraucht und ich könnte zum Beispiel nicht mehr das Hospital für HIV-infizierte Schwangere u.a. besuchen. Ich spreche mit Gilman und Alex darüber, dass ich nur noch bisher versprochene Dinge bezahle und dann kein Geld mehr da ist, falls wir die Operationen bezahlen. Durch die beiden Spenden von J+L aus HF ist es möglich, Vater und Tochter zu helfen. Ich sage die knapp 350 Euro für die Behandlungen zu  und werde am nächsten WE Vater, Mutter und Tochter besuchen und mit den Ärzten abrechnen.
Zugesagt habe ich außerdem noch Geld für 2 Krebspatienten. Morgen bekommen 3 Patienten Medikamente. Axel S. aus HF spendet mtl. Geld für eine an Aids erkrankte ältere Frau. Sie hatte sich nie testen lassen und wusste nicht von der Infektion, bis die Krankheit zum Ausbruch kam. Sie bekommt halbjährlich die zweckgebundenen 120 Euro. Bisher hat ihr Walter Rausch immer das Geld mitgebracht. In diesem Jahr werde ich sie pers. treffen und das Geld aushändigen.
 

27.08.2018
Alex (links) hat für die ältere Frau Medikamente besorgt, ebenso wie für die Tochter der Frau rechts. Für eine weitere Frau gab es Schmerzgel.

Alex hat für den Unfallpatienten die Rechnung im Hospital bezahlt und mir anschließend die Quittung vorbeigebracht.
Abends wollte ich versuchen den Kibo zu fotografieren, aber er hüllte ich, wie an allen bisherigen Tagen in dicke Wolken. Morgen ist der letzte Versuch.

 

Zum Abendessen habe ich Alex (fotografiert gerade); seine Mutter, seinen Sohn Walter, seinen Neffen Hans und seine zukünftige Schwägerin eingeladen. Letztere und ihr Mann, den ich tagsüber getroffen habe, haben mich zu ihrer Hochzeit im Dezember eingeladen.

Da ich jetzt schon zwei Krankenhaustermine für Dez. kenne und es mir im hiesigen Sommer viel zu heiß ist, habe ich dankend abgelehnt. 

Heute war ein wunderschöner Tag, zwar nicht vom Wetter her, aber von den Erlebnissen:
Vom Tor zur Marangu-Route (auch Coca-Cola-Route) ging es in ein größeres Höhlensystem aus vergangenen Zeiten und gleich nebenan zu einer „Coffee-Tour“. Beides war interessant. Das Highlight war allerdings der Wasserfall und der Weg dorthin. Das war schon fast abenteuerlich zu nennen. Bei der Coffee-Tour hatte ich vier sympathische Frauen aus der Domstadt am Rhein kennengelernt und wir beschlossen, gemeinsam zum Wasserfall zu wandern. Danke, dass Ihr so viel Rücksicht auf mich alten Mann genommen habt. Als kleines Dankeschön könnt ihr hier einige der Fotos  herunterladen.
Am Abend bekam ich einen Anruf von Gilman Balisi aus Dar. Falls er heute das Geld für eine Operation bekommt, kann das zehnjährige Mädchen  mit der Verunstaltung an der Nase (Hinweis auf Eintrag vorgestern)  morgen operiert werden und ich kann sie am Freitag im Hospital besuchen. Ein Anruf bei Walter Rausch, der übermorgen von Dar nach Hause fliegt und er streckt bis morgen, wenn ich wieder in Dar bin, das Geld vor.
Heute Abend war ich zum Essen bei der Mutter von Alex eingeladen. Gemeinsam mit seinem Sohn Walter und seinem Neffen Hans gab es Reis mit Gemüse und Hähnchen. Das war ein schöner Abschluss eines gelungenen Tages, auch wenn der Kibo sich wieder hinter vielen Wolken versteckte.

29.08. 

Flug von Murango nach Dar
30.08.
div Besichtigungen
Die Fotos werde auf der Seite "Dar es Salaam" einstellen.


31.08.

Nee, nee, diese kleinen Gefälligkeiten mag ich gar nicht. Bei uns würde das wohl unter Korruption fallen. Ich besuche den Fischmarkt, um Fotos zu machen, Gerade fotografiere ich die beiden frischen Fische, die in einer der gegenüberliegenden Garküchen zubereitet werden sollen (Foto). Da kommt einer den zahlreichen uniformierten Aufseher; "Fotografieren verboten!" Gilman diskutiert lange. Für's Fotografieren braucht man eine Genehmigung und die ist teuer. Da ich 2012 und 2013 bereits sehr schöne Fotos auf dem Fischmarkt gemacht hatte, war es mir das nicht wert. Wir wechseln die Straßenseite zu den Garküchen hin. Wie durch einen Zufall treffen wir einen der Uniformierten wieder. Er könnte uns natürlich die schönsten Ecken des Fischmarktes zeigen. Tolle Dinge zum Fotografieren. Ohne Erlaubnisschein! Dafür das er uns die ganze Zeit begleitet, wären 10000 TZS wohl der angemessene Preis. Guter Mann, 4 € sind bei uns wirklich nicht viel, aber mich kotzt diese ständige Korruption im Lande einfach nur an! Wir lassen die beiden Fische und einen Kalamar  (insgesamt 6 Euro) für 40 Cent frittieren und gehen dann in ein "Restaurant". Dort bestellen wir nur 2 Portionen Pommes und 1,5 Liter Wasser (1,20 €) und haben für unter 8 Euro zwei wunderbar frische Mahlzeiten (Foto).
Die knapp 750 Brillen wurden mittlerweile zu einem großen Teil im Süden von TZ verteilt. Ein Optiker hat seine Dienste vor Ort kostenlos zur Verfügung gestellt. Für mich war die Anreise in den Süden nicht machbar, aber das Foto soll zeigen, wie dankbar und sinnvoll diese Materialspende angenommen wurde. Mein Dank geht an die beiden Herforder Optiker und die Privatleute, die die Brillen für unseren kleinen Verein gesammelt haben.Ja, bei Facebook gibt es nicht nur die rechten Hetzer (*kotz*), Die Leute in Chemnitz sind für mich keine Chaoten. Sprecht es doch aus! Alle die dort mitmarschieren sind NAZIS, basta! Nein, FB hat auch positiv denkenden, engagierte Nutzer, die sich für mildtätige Dinge stark machen. Gestern habe ich gepostet, dass für die Operation eines Jungen (Foto) 120 € benötigt werden, ich aber kein Geld mehr habe. Es haben sich 2 Bekannte aus HF gemeldet. Beide überweisen die 120 Euro. Dem zweiten potentiellen Spender habe ich gesagt, dass bereits eine Spende für den Jungen eingegangen sei. Er meinte, ich könne das angekündigte Geld anderweitig nutzen. Ich danke Euch beiden. Die zweiten 120 € bekommen jetzt Frauen, die in einem Hospital für HIV-infizierte Schwangere behandelt werden. Es geht darum, dass die Infektion nicht aus die Ungeborenen übertragen werden. Das Hospital hatte ich bereits 2012 oder 2013 besucht. Aktuell habe ich noch 3 offene Anfragen von Bedürftigen. Falls also noch jemand spenden möchte, müsste er mir das bis Sonntag mitteilen. Hier einmal die Spendennummer des Vereins. Bitte mit Adresse überweisen, falls Spendenquittung für FA benötigt.
DE89 2509 0500 0000 9277 75
Kontoinhaber
Rad und Tat e.V. 

 

Die Brillen sind im Süden von TZ angekommen. Der Weg war mir zu weit, aber man sieht ,auf diesem und den folgenden Bildern, wie freudig sie aufgenommen wurden.

01.09.2018
Heute ist Relaxen angesagt. 
Nachdem gestern zwei Spenden über je 120 Euro und eine über 10 Euro angekündigt wurden, sind heute noch einmal 50 Euro überwiesen worden. Danke, M.  (Bund und Land, Hand in Hand!)
Am Abend treffe ich die 4 Studentinnen wieder, mit denen ich die Coffeetour und die Wanderung zum Wasserfall gemacht hatte. Ich hatte ihnen vor Tagen die Anlage empfohlen.

Das Foto vom Lake Victoria (rechts) ist einige Tage alt. Heute hatte ich das Buch endlich durchgelesen. 

04.09.2018

Das Praktische am Urlaub ist,
dass er einem nicht nur die Kraft gibt,
die Arbeit wieder aufzunehmen,
sondern einen auch derart pleite macht,
dass einem gar nichts anderes übrig bleibt.
 
Nach gut 3 Monaten Krankheit und 3 Wochen Urlaub ist kommende Nacht der Rückflug auf meiner Agenda. Donnerstag sieht mich dann das Büro wieder, bevor ich Montag die nächste Infusion bekomme.Gestern war ich mit Gilman und 4 Studentinnen aus Köln noch auf 2 Künstlermärkten in Dar. Die 4 erreichen heute hoffentlich rechtzeitig die Fähre, weil Gilman einen kleinen Unfall hatte und sehr spät in der Anlage ankam.
Die Zeit wurde mir zum Schluss etwas knapp und so hat Gilman die letzten medizinischen Hilfen für mich geregelt. Eigentlich bin ich immer selber vor Ort. Das ließ sich leider zum Ende des Urlaubs nicht durchhalten.
2012 war ich bereits in dem Hospital für HIV-infizierte Schwangere. Dort wird versucht, dass der Virus nicht auf die Ungeborenen übertragen wird. Der Staat finanziert bei HIV/Aids die Medikamente, weil es sich um eine Seuche handelt. Die HIV-Rate liegt bei über 10%. Aber viele Frauen sind arm dran, weil sie nach Bekanntwerden der Infektion von (Ehe)mann (der ja regelmäßig die Ansteckung verursachte) und manchmal auch Familie verlassen werden. Die Männer suchen sich dann die nächste Frau – ist für sie kein Problem. Ich kann mich an eine junge Frau erinnern, die um 6 Uhr das Kind zur Welt, um 16 Uhr das Hospital verlassen musste und nicht wusste, wohin nach 16 Uhr. Die Klinik gibt 3* Medikamente und zwar für die Zeit der Schwangerschaft, andere für den Geburtsvorgang und dann wieder andere für die nächsten 6 Monate, damit der Virus nicht durch die Muttermilch übertragen wird. Danach müssen die Frauen abstillen. Erfolg der Klinik: über 90% der Babys sind nach 6 Monaten HIV-frei. Ich hatte noch Geld, 12 der bedürftigsten Frauen je 10 Euro zukommen zu lassen. Studentin Sarah hat Gilman 20 Euro für 2 weitere Frauen gegeben. Dafür können sie sich die ersten Wochen Lebensmittel für das Baby leisten.
Ich hatte durch einige Spenden auf das Vereinskonto noch die Möglichkeit, einem Jungen eine OP zukommen zu lassen, dessen Gesicht vermutlich durch einen Abszess entstellt war. Er wird heute operiert. Ein Mädchen mit einer entstellten Nase ist gestern ins Hospital gekommen. Sie wird ebenfalls heute operiert. Ihrem bei einem Unfall verletzten Vater haben wir die OP bezahlt. Dann gab es noch 50 Euro für eine Bein-OP. Das Geld für Gehhilfen war leider nicht mehr drin.
Fazit: Wir konnten ca. 30 Menschen medizinisch helfen und haben dafür gut 1700 Euro ausgegeben. Ca. 1/3 des Geldes habe ich während des Urlaubes durch die FB-Aktivitäten oder durch mein Tagebuch auf der Homepage "regenbogenjimmy.de" erhalten. Dankeschön! Zusätzlich haben wir weit über 700 Brillen nach TZ geschickt, die in den letzten Tagen dankbar zahlreichen Bedürftigen, die sich keine Brille leisten können, ausgehändigt wurden.
Zusätzlich haben wir weit über 700 Brillen nach TZ geschickt, die in den letzten Tagen zahlreichen Bedürftigen, die sich keine Brille leisten können, ausgehändigt wurden.
Jetzt ruhe ich mich heute aus, bevor es gegen Mitternacht zum Flughafen geht.

 

Wunderschön! 04.09. um 19 Uhr

Sehr schöne Abschluss heute:
Ich bekam gerade die Zusage für weitere 100 Euro. Damit bekommt ein Student eine Brille und ein Unfallopfer zwei Unterarmgehstützen. Damit sind alle Wünsche erfüllt, bis auf einen. Ein Krebspatient mit einem riesigen Loch im Kopf wohnt zu weit weg. Das bekomme ich nicht geregelt.
Das Leben ist bunt und schön!

 

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© Erhard Krull